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12h Abu Dhabi 2023: IGTC-Titel für Gounon, Pedale verhindern Rossi-Sieg

GruppeM Racing triumphiert mit der "Mamba" bei den Gulf 12 Hours auf dem Yas Marina Circuit - Jules Gounon reicht P3 zum Titel, Drama um Rossi-BMW

(Motorsport-Total.com) - Saisonabschluss nach Maß für Mercedes-AMG: Bei den Gulf 12 Hours triumphierte GruppeM Racing mit den Fahrern Maro Engel, Luca Stolz und Mikael Grenier. Gleichzeitig reichte Jules Gounon im 2-Seas-Mercedes #14 (Gounon/Götz/Schiller) ein dritter Platz, um sich zum Meister der Interkontinentalen GT Challenge (IGTC) 2023 zu krönen. Die Herstellerwertung ging an Mercedes-AMG, die auch zum dritten Mal die 12 Stunden von Abu Dhabi gewannen. (Ergebnis)

Titel-Bild zur News: Jules Gounon reichte ein dritter Platz zum IGTC-Titelgewinn

Jules Gounon reichte ein dritter Platz zum IGTC-Titelgewinn Zoom

Das Rennen wurde in einem vierstündigen Shootout nach der letzten von vier Safety-Car-Phasen entschieden. Zu diesem Zeitpunkt lag der WRT-BMW #46 von Valentino Rossi, Dries Vanthoor und Nick Yelloly in Führung.

Den Kampf um den Sieg entschied ein Drama am BMW zugunsten von AMG: Die Pedalbox des M4 GT3 rastete in der letzten Position ein. So musste Nick Yelloly, der körperlich größte Fahrer des Trios, einen schmerzhaften Stint absolvieren, den Rossi mit Applaus quittierte. Den Schlussspurt übernahm dann Vanthoor, der körperlich kleinste der drei, konnte Maro Engel aber nicht mehr abfangen.

Die Meisterschaft entschied sich schon relativ früh im Rennen auf unspektakuläre Weise. Philipp Eng, der als einziger Fahrer noch realistische Chancen hatte, Gounon den Titel streitig zu machen, musste die Meisterschaft bereits in der vierten Stunde abschreiben.

Der WRT-BMW #32 (Eng/van der Linde/Weerts) musste mit einem Problem am Auspuff auf der Beifahrerseite an die Box und verlor sieben Runden. Selbst bei einem Ausfall des 2-Seas-Mercedes hätte der BMW nicht mehr genügend Plätze aufgeholt, um die acht Punkte Rückstand auf Eng wettzumachen.

Da in den SRO-Serien einer Safety-Car-Phase immer eine Full-Course-Yellow vorausgeht, war es auch nicht mehr möglich, die verlorenen Runden durch die Boxenstrategie wieder gutzumachen. Von da an ging es für 2 Seas nur noch darum, das Rennen zu Ende zu fahren und nicht 14 Punkte auf den BMW #46 zu verlieren.

Die Sieger des Rennens: Luca Stolz, Maro Engel und Mikael Grenier in der

Die Sieger des Rennens: Luca Stolz, Maro Engel und Mikael Grenier in der "Mamba" Zoom

Der dritte Platz war letztlich ungefährdet, die Führungsrunde verlor der Mercedes-AMG GT3 beim letzten Safety-Car durch Boxenstopps. Gounon ist damit am Ziel, nachdem er bereits in den Jahren 2020 und 2022 Titelchancen hatte.

Im vergangenen Jahr wurde er Vizemeister hinter Daniel Juncadella. Da er sich mit ihm beim Finale das Auto teilte, konnte er nicht Meister werden. 2020 verhinderte ein Motorschaden am Bentley Continental GT3 bei den 9 Stunden von Kyalami den Titelgewinn.

Als Vierter sah der GruppeM-Mercedes #77 (Auer/Ferrari/Bird) die Zielflagge, dicht gefolgt vom Car-Collection-Porsche #21. Dustin Blattner, Constantin Dressler und Joel Sturm feierten einen überlegenen Sieg in der GT3 Am. Das Trio fuhr drei Runden mehr als alle Konkurrenten in der Klasse und ließ sogar den Pro-Am-Sieger hinter sich.

Das waren Mark Radcliffe, Oliver Millroy und Rob Bell im Optimum-McLaren #27 mit einer Runde Vorsprung auf den Kessel-Ferrari #11 (Perera/Roda/Andrews/Fumanelli). Ein Drama spielte sich in der absoluten Schlussphase ab, als der lange Zeit in der Pro-Am zweitplatzierte 75-Express-Mercedes #75 (Habul/Ellis/Konrad/Baumann) zehn Minuten vor Schluss mit einem gleichzeitigen Brems- und Motorenproblem ausrollte.

Drei schwere Porsche-Unfälle

Für Car Collection gab es an diesem Wochenende aber auch Schattenseiten. Bereits im Qualifying zerlegte Stefano Costantini den Car-Collection-Porsche #12 ("HASH"/Costantini/Fontana/Mettler) ausgangs Kurve 3 so heftig, dass das Fahrzeug vom Rennen zurückgezogen werden musste. Es war der erste von drei nennenswerten Zwischenfällen für den Porsche 911 GT3 R an diesem Wochenende.

In der Anfangsphase des Rennens unterbrach ein McLaren-Unfall die Porsche-Serie, als Shaun Balfe den Garage59-McLaren #59 (B. Goethe/O. Goethe/Balfe/Sansom) ausgangs Kurve 1 in die Mauer setzte. Damit kam Nachwuchspilot Oliver Goethe, der erst vor kurzem eine Förderung von Red Bull erhalten hat, überhaupt nicht zum Fahren.

Nur wenige Minuten nach dem Neustart krachte es erneut in Kurve 1, diesmal in der Anbremszone. Stephen Grove schlug mit dem EBM-Porsche #4 (S. Grove/B. Grove/Stanaway) vehement in die Leitplanke an einer "Tasche" ein, in die normalerweise defekte Autos zurückgeschleppt werden. Dadurch stand die Leitplanke an dieser Stelle leicht schräg, was den Aufprall noch verstärkte.

Den heftigsten Unfall des Rennens produzierte jedoch Stefano Borghi im Tsunami-RT-Porsche #79 (Zelger/Scannicchio/Cassara/Borghi), der in der achten Stunde am Ende der Gegengeraden hinten überbremste, sich nach links drehte und heftig einschlug. Dies führte zur finalen FCY/SC-Phase.

Erstaunlicherweise neigte der Porsche 911 GT3 R in allen Fällen zum plötzlichen Ausbrechen, zweimal in der Anbremszone. Die Szenen erinnerten stark an ein Problem mit dem Raddrehzahlsensor zu Beginn des Jahres. Eine Lösung wurde schnell implementiert; dass jetzt plötzlich wieder Unfälle beim Anbremsen auftraten, ist daher überraschend.

Das Problem betraf zwei Fahrzeuggenerationen (991.2 und 992). In beiden Fällen könnte der Auslöser darin liegen, dass beim Einleiten des Bremsvorgangs ein Rad auf dem weißen Strich der Streckenbegrenzungslinie war.

Starterfeld um über 50 Autos geschrumpft

Das Starterfeld war mit 24 Fahrzeugen deutlich kleiner als im Vorjahr (34), selbst wenn man die vier Porsche 911 GT3 Cup von 2022 herausrechnet. Vor allem aber war es weit entfernt von der provisorischen Starterliste mit 81 Fahrzeugen, die der Veranstalter im August veröffentlicht hatte.

Das bringt Eventchef Andrea Ficarelli in Erklärungsnot. Er führt die enorme Diskrepanz von mehr als 50 fehlenden Fahrzeugen auf einen "unberechenbaren Markt" und vor allem auf die Rückkehr der asiatischen Le-Mans-Serie nach Sepang vor knapp einer Woche zurück.

"Wir haben einfach gesagt, welche Teams ernsthaft daran interessiert sind, mit uns zusammenzuarbeiten und Autos an den Start zu bringen. Die Teams wollten kommen und sagten, sie würden bis zu drei Autos an den Start bringen. Dann sagten sie, sie kämen mit zwei, dann vielleicht mit einem und dann kamen sie gar nicht, weil sie ihre Cockpits nicht wie erwartet verkaufen konnten", sagt er am Rande des Rennens.

"Wahrscheinlich hat uns Sepang negativ beeinflusst. Das kann sein, weil wir eine Studie gemacht haben, welche Teams wir [im Vergleich zu 2022] verloren haben. Teams, die letztes Jahr hier waren, sind dieses Jahr nach Sepang gegangen." Eine weitere Terminkollision gab es mit den 12 Stunden von Kuwait von der Creventic, die am Samstag mit lediglich 13 Fahrzeugen stattfanden.

Nach nur zwei Jahren verabschieden sich die Gulf 12 Hours von der IGTC. Die Veranstaltung kehrt 2024 zum traditionellen Pro-Am-Format mit zwei Rennhälften a sechs Stunden zurück. Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wird 2024 neu in den IGTC-Kalender aufgenommen. Die IGTC wird dann nur noch aus vier Rennen bestehen. Auftakt sind die 12 Stunden von Bathurst am 18. Februar 2024.

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