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Wie der Montoya-Deal zustande kam

Juan Pablo Montoya und Penske-Präsident Tim Cindric berichten über ihren Coup: Wie will der Kolumbianer in IndyCar-Form kommen und wie reagiert Chip Ganassi?

(Motorsport-Total.com) - Juan Pablo Montoya wird in der Saison 2014 wieder bei den IndyCars fahren. Nach der NASCAR-Kündigung durch seinen langjährigen Teamchef und Kumpel Chip Ganassi dockte der 37-jährige Kolumbianer ausgerechnet bei dessen großen IndyCar-Rivalen Roger Penske an. Dort wird er zum Teamkollegen von Helio Castroneves und Will Power. Oder mit anderen Worten: Die bärenstarke Penske-Mannschaft wird im nächsten Jahr wieder zu einem Dreiwagen-Team.

Juan Pablo Montoya

Juan Pablo Montoya: Große Freude über den Penske-Coup Zoom

Die ersten Gespräche dazu wurden unmittelbar nach dem Montoya-Rauswurf in der Startaufstellung von Michigan geführt, wo die NASCAR Mitte August ihr Rennwochenende abhielt. "Ich habe ihn gefragt, was er nächstes Jahr tun wird", schilderte Penske-Präsident Tim Cindric. "Und er sagte, dass er es nicht wisse. Daraufhin meinte ich: 'Wir sollten dich in eines unserer IndyCars setzen.' Und er sagte: 'Ja, lass uns darüber sprechen.'"

Im Gegensatz zu den Verhandlungen mit Michael Andretti (IndyCars) und Furniture Row Racing (NASCAR) gerieten die Gespräche mit Team Penske nicht an die Öffentlichkeit. Während vor allem das Andretti-Team erst die Sponsorenfront beackern wollte, griff Penske ohne zu Zögern zu. "Es gab ja nicht viel Zeit und daher ging es nur um Rogers Entschlossenheit für den Sport und den Sieg", so Cindric. "Wir haben also erst das sportliche Element sichergestellt und bauen jetzt den Rest drum herum. Wir haben noch keinen Sponsor, aber das wird sich ändern."

Seit der Formel-1-Saison 2006 saß Montoya, der am Freitag 38 Jahre alt wird, nicht mehr in einem Formelauto, doch darüber macht sich Cindric keine Gedanken. "Schaut euch Helio (Castroneves; Anm. d. Red.) oder Dario (Franchitti; Anm. d. Red.) an. Helio ist kein Jungspund mehr und aktueller Tabellenführer. Wir mussten Juan nicht betteln, dass er zu uns kommt oder ihn von den IndyCars überzeugen. Er will für uns fahren und für uns gewinnen. Juan hat in jeder Serie, in der er gefahren ist, Rennen gewonnen."

Schon jetzt im IndyCar-Trainingsmodus

Roger Penske Tim Cindric

Die Masterminds hinter dem Montoya-Deal: Roger Penske und Tim Cindric Zoom

Dies bestätigt auch Montoya: "Wenn du die Gelegenheit hast, für Penske zu fahren, dann musst du nicht lange überlegen. Klar wird es eine Herausforderung werden, schnell wieder auf Speed zu kommen. Aber ich habe mit Helio und Will (Power; Anm. d. Red.) zwei großartige Teamkollegen, die mir dabei helfen werden." Speziell mit seiner NASCAR-Erfahrung "mache ich mir über die Ovale keine Gedanken. Das Rennen, das du gewinnen willst, ist das Indy 500 und es wird einfach großartig sein, dort in einem Penske-Auto zu sitzen. Der Rest wird ein Prozess werden."

Natürlich auch das heikle Thema Fitness. "Seit meiner Kündigung wollte ich zu den Open-Wheelern und habe mein Training bereits umgestellt", berichtet Montoya. "Es liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor mir, aber ich weiß ja, was ich machen muss, um dort siegfähig zu sein. Das Gute ist, dass ich bis zum ersten Rennen (St. Petersburg, März 2014; Anm. d. Red.) jede Menge Zeit habe, sodass ich mich physisch und mental darauf vorbereiten kann." Und in Richtung der zahlreichen Spötter meint er nur: "Lasst uns noch einmal sprechen, wenn wir in St. Pete sind."

Auch den Grund, warum er nicht in der NASCAR bei Furniture Row Racing unterschrieb, schilderte Montoya: "Es ist ein kleines Team mit einem hochmodernen Shop und allen Werkzeugen. Sie haben ihr Auto (mit Kurt Busch; Anm. d. Red.) in den Chase gebracht, aber es ist eine Situation, die ich kenne: Von dort aus ist es noch ein langer Weg bis zum Sieg." Nicht so bei Penske: "Bei den IndyCars sind das die Autos, die man schlagen muss. Jetzt werde ich eines fahren und das freut mich wirklich. Ich fühle mich wie ein fünfjähriges Kind."

Und wie hat Chip Ganassi die Nachricht aufgenommen, dass sein langjähriger Stammpilot nun ausgerechnet bei der größten Konkurrenz angedockt hat? "Ich habe heute versucht, mit ihm zu telefonieren, aber er ist gerade in Europa. Also habe ich ihm eine SMS geschrieben und ich denke, dass er sich für mich freut. Wir sind gute Freunde und haben eine Menge Respekt voreinander. Aber er wollte eine andere Richtung einschlagen, also musste ich es auch. Bald sind wir Konkurrenten und ich freue mich auf diese Herausforderung."

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