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Pause zu lang: Formel E will Wintermonate wieder füllen

Dass die Pause zwischen Marrakesch und Buenos Aires viel zu lang ist, findet auch Formel-E-Boss Alejandro Agag: Er möchte wieder im Januar, Februar und März fahren

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich sollte die Formel E ja die ansonsten motorsportleere Zeit im Winter füllen, doch das Alleinstellungsmerkmal hat die Elektrorennserie in dieser Saison verloren. Das letzte Rennen in Marrakesch im November ist schon mehr als zwei Monate her, bis zum nächsten Event in Buenos Aires Mitte Februar dauert es noch fast fünf Wochen.

Robin Frijns

Mit Rennen im Januar und Februar würde sich die Formel E abheben Zoom

Das heißt, dass die Zeit zwischen dem zweiten und dritten Saisonlauf genauso lang ist, wie zwischen dem Saisonfinale der Vorsaison und dem ersten Rennen des aktuellen Kalenders. "Das ist zu lang", findet auch Serienchef Alejandro Agag und hat das Problem erkannt. Um die Zeit zu überbrücken, hat man zuletzt das virtuelle eRace in Las Vegas abgehalten, doch zur Meisterschaft zählte der Event in der Spielerstadt nicht.

In den ersten beiden Jahren war man um Weihnachten herum in Uruguay unterwegs, doch Punta del Este flog ersatzlos aus dem Kalender. In Zukunft möchte Agag das Loch aber wieder stopfen: "Wir wollen im kommenden Jahr vielleicht später starten und definitiv Events in der Winterzeit hinzufügen - also Rennen im Januar, Rennen im Februar, Rennen im März. In dieser Zeit, wo die anderen Meisterschaften nicht fahren, müssen wir den Kalender wirklich füllen."

Das Problem in dieser Saison war, dass man den Saisonauftakt in Hongkong mit Anfang Oktober relativ früh festlegte. "Wir werden nicht wieder im Oktober in Hongkong fahren", betont Agag laut 'Autosport'. Verlassen will er die Stadt nicht, stattdessen soll die Saison dort erst Ende November oder Anfang Dezember starten. "Und dann packen wir den Kalender mit viel mehr Racing im Januar und Februar."


Fotostrecke: Die Strecken der Formel E 2016/2017

Optionen stehen dem Serienboss laut eigener Aussage dafür zur Verfügung, doch ob sie sich umsetzen lassen, steht auf einem anderen Blatt. Gerne würde Agag in Australien oder Brasilien fahren, die auf der Südhalbkugel natürlich mit perfekten Bedingungen in diesen Monaten glänzen können. "Wir sind bereits in Gesprächen mit einigen Städten", bestätigt er.

Ein weiteres Problem ist die derzeit fehlende Stabilität im Kalender der Formel E: Erst vor zwei Jahren wurde die Debütsaison der Serie begangen, doch schon jetzt befindet sich mit Buenos Aires nur eine Strecke auf der Liste, die schon damals befahren wurde. In Berlin musste man von Tempelhof auf die Innenstadt ausweichen, Monaco setzte im Vorjahr aus - alle anderen Städte waren damals nicht im Kalender.


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"Wir brauchen unbedingt Langzeit-Deals mit den Städten", sagt Agag, weiß aber, dass eine junge Rennserie in den Anfangsjahren noch mit Verschiebungen rechnen muss: "Das ist vollkommen normal." Trotzdem soll der Kalender in Zukunft noch erweitert werden: Neben Brasilien und Australien steht auch der Nahe Osten auf der Wunschliste Agags, zudem wird eine Rückkehr nach Peking angestrebt, wo der erste ePrix der Geschichte stattfand.

Wie der Formel-E-Kalender 2017/2018 aussehen wird, könnte sich schon in den kommenden Wochen entscheiden: "Wir hoffen, dass wir dem Motorsport-Weltrat im März etwas präsentieren können", kündigt Agag an.