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Jean Todt: Roborace nicht die Zukunft des Motorsports

FIA-Präsident Jean Todt schließt aus, dass Roborace der Vorläufer von Motorsport der Zukunft ist: Die autonome Rennserie diene lediglich als Demonstration

(Motorsport-Total.com) - Das neu geplante Roborace hat in den vergangenen Monaten für einige Schlagzeilen gesorgt, weil fahrerlose Roboter zukünftig im Rahmen der Formel E Rennen austragen sollen. Viele Fans haben sich daher gefragt, ob dies die Zukunft des Motorsports sei, doch FIA-Präsident Jean Todt kann dem eine klare Absage erteilen: "Absolut nicht", betont der Franzose auf der FIA-Sport-Konferenz in Turin.

Roborace, Robocar

Dieses Design des Roborace-Boliden wurde in diesem Jahr vorgestellt Zoom

Todt sieht in der Roborace-Serie mehr eine Art Demonstration, zu was die Technologie imstande ist. "Es ist eine Möglichkeit, Dinge zu sehen, die man sonst nicht sieht", sagt er und will dem Thema nicht zu viel Bedeutung im Motorsport beimessen: "In Le Mans habe ich auch Leute gesehen, die im Simulator gefahren sind. Das bedeutet aber nicht, dass wir mit dem 24-Stunden-Rennen aufhören und Rennen im Simulator organisieren."

"Für mich steckt zu viel Emotion und Überreaktion in diesen Dingen drin. Wir müssen pragmatisch sein und den Dingen einfach eine normale Bedeutung zukommen lassen", so Todt weiter. Der Automobil-Weltverband werde von Menschen geführt und der Sport von Menschen gemacht. "Unsere Sportmitglieder haben eine Rennlizenz, und wir werden keine Lizenz an Roboter vergeben", unterstreicht der FIA-Präsident.

Beim Roborace sollen Boliden mit künstlicher Intelligenz im Rahmen der Formel E antreten. Ein Designentwurf des Autos wurde vor gut drei Monaten bereits der Öffentlichkeit vorgestellt. Die ersten Rennen mit der autonomen Technologie sollen irgendwann im Rahmen der Formel-E-Saison 2016/2017 stattfinden.