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Fahrerloses "Skateboard": Roborace mehr Technik als Sport

Formel-E-Chef Alejandro Agag erklärt die Hintergründe zur neuen Roborace-Serie: Im Frühjahr 2017 könnten die ersten "Skateboards" über die Strecke rasen

(Motorsport-Total.com) - Die Ankündigung von einer fahrerlosen Rennserie hat in den vergangenen Tagen für einige Verwunderung gesorgt. "Roborace" soll in der Formel-E-Saison 2016/2017 als Rahmenprogramm für die Elektrorennserie fungieren und erstmals Autos ohne Piloten gegeneinander auf der Strecke rasen lassen. Die Ankündigung stieß vielerorts auf Skepsis, und selbst Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte betont, dass man sich in Stuttgart kein Engagement vorstellen könnte.

Start zum Formel-E-Rennen in Long Beach 2015 mit Daniel Abt (Abt) an der Spitze

Während in der Formel E manuell gesteuert wird, ist das Roborace anders Zoom

Auch Formel-E-Chef Alejandro Agag sieht weniger sportlichen Wert in der Serie, hält aber die technische Entwicklung für interessant daran: "Es ist ein Wettbewerb von Technologie, was nicht notwendigerweise Motorsport oder Sport an sich ist", sagt er im Gespräch mit 'Reuters'. "Die Formel E ist Sport. Fahrerloses Racing ist vermutlich kein Sport", grenzt der Spanier ab. "Die Leute wollen Fahrer racen sehen."

Dennoch unterstreicht er die Relevanz, die Roborace für seine Serie haben könnte. Agag kann sich vorstellen, dass die Formel-E-Boliden beispielsweise selbstständig in die Startaufstellung fahren könnten, während die Fahrer zu Fuß laufen und auf dem Weg Interviews geben könnten. "Das ist die Art von Technologie, die jedes Auto in Zukunft haben wird", ist Agag überzeugt. "Und das könnten wir schon recht bald organisieren."

Ein erster Prototyp soll im September 2016 fertig sein, sodass man am Jahresende mit dem Testen beginnen kann. "Im Januar (2017; Anm. d. Red.) könnten wir mit der Produktion beginnen, Ende März zehn oder 20 Autos haben und dann im April das erste Rennen starten", erklärt Agag den Zeitplan. Sollte dieser eingehalten werden können, dann könnten die letzten Rennen der dritten Formel-E-Saison dieses Feature im Rahmenprogramm bieten.

Das Design der Boliden, so der Spanier, könnte einige Zuschauer überraschen. Laut seiner Beschreibung werden die Boliden wie ein Skateboard aussehen. "Man hat eine flache Batterie im Boden, vier Motoren - einer an jedem Rad - und das war's", meint Agag. "Es wird vielleicht nicht wie ein Auto aussehen, aber die Autos der Zukunft sehen vielleicht auch nicht wie Autos aus."

Die spannende Frage stellt sich auch, welchen "Sport" die Roboterfahrzeuge den Fans bieten können. Theoretisch müssten gut programmierte Roboter jede Kurve ideal nehmen und so schneller als ein menschlicher Pilot sein. Gleichzeitig dürften sie aber auch keine Fehler machen und so zu wenig actionreichen Rennen führen. Doch das gilt nur, wenn ein Fahrzeug auf der Strecke ist, beruhigt der Formel-E-Chef. "Wenn man zehn weitere Autos hat, crasht man", sagt er. "Im ersten Rennen wird es vermutlich viele Unfälle gehen. Es wird Zeit brauchen."

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