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Formel-E-Thriller in London: Nelson Piquet jun. ist Meister!

In einem wahren Herzschlagfinale hat sich Nelson Piquet jun. den ersten Titel der Formel E gesichert - Enge Entscheidung bei Sieg von Sam Bird

(Motorsport-Total.com) - Was für ein Thriller beim Finale der Formel E! Nelson Piquet jun. hat sich in einem wahren Herzschlagfinale beim ePrix von London den Titel gesichert. Platz sieben reichte dem China-Piloten am Ende, um einen Punkt vor Sebastien Buemi zu landen, der heute Fünfter wurde und am Ende die Meisterschaft nur hauchdünn verpasste. Der Sieg im Battersea Park ging an Virgin-Pilot Sam Bird.

Nelson Piquet Jun.

Nelson Piquet jun. ist der erste Meister der Formel-E-Geschichte Zoom

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", schluchzte Piquet nach der Zieldurchfahrt über den Funk. "Ich kann es gar nicht glauben", so der frischgebackene Meister, der selbst kurz nach dem Rennen noch nicht wusste, ob er nun Meister ist oder nicht. Denn an der Spitze gab es noch kurzfristige Veränderungen: Rennsieger Stephane Sarrazin (Venturi) erhielt wegen zu hohem Energieverbrauch eine Durchfahrtsstrafe und fiel zurück, sodass alle Piloten hinter ihm noch eine Position aufrückten.

Doch das nützte auch Sebastien Buemi nichts mehr. Zwar kam er dadurch auf Rang fünf vor, doch der Schweizer hätte noch einen weiteren Rivalen zwischen sich und Piquet bringen müssen - oder sich zumindest die schnellste Rennrunde sichern müssen. Mit allen Mitteln versuchte es der e.dams-Pilot, doch am Ende kam er nur auf Rang fünf ins Ziel - zu wenig um sich den Titel greifen zu können.

Piquet pokert zu Beginn

Dabei war die Ausgangslage für Buemi eigentlich wie geschaffen: Mit Rang sechs nach dem verregneten Qualifying hatte er die beste Ausgangsposition, die Titelrivalen Lucas di Grassi (Abt) und Piquet starteten nur von den Rängen elf und 16. Doch bereits am Start konnten sich die beiden Brasilianer zumindest ein wenig nach vorne schieben: Di Grassi war bereits auf Rang neun, Piquet auf Rang zwölf zu finden.

Sebastien Buemi

Sebastien Buemi bleibt nur der Platz als erster Verlierer Zoom

An der Spitze ging es derweil zwar nicht um den Titel, dafür aber um den letzten Rennsieg der Saison. Stephane Sarrazin münzte seine Pole-Position in die Führung um, dahinter folgten die beiden Dragon von Loic Duval und Jerome D'Ambrosio. Buemi hatte zu diesem Zeitpunkt auf Rang fünf alle Trümpfe im Titelkampf. Überraschenderweise ließ Piquet in den ersten Runden abreißen, um Energie zu sparen. Er wollte länger draußen bleiben und hoffte für den Schlusssprint auf ein Safety-Car.

Doch das Sicherheitsfahrzeug kam in der ersten Rennhälfte nicht, weder beim Auffahrunfall von Sakon Yamamoto (Aguri) auf Jarno Trulli (Trulli), noch als Fabio Leimer Teile seines Virgin verlor. Nach 14 Runden kamen die Führenden Sarrazin und Duval an die Box, eine Runde später folgten D'Ambrosio, Bird und Buemi. Bis auf die umgekehrte Reihenfolge bei Dragon änderte sich dadurch allerdings nichts, bis Sebastien Buemi der entscheidende Fehler passierte.

Verheerender Fehler von Buemi

In Runde 16 drehte sich der Schweizer beim Anbremsen einer Kurve plötzlich und stand verkehrtherum zur Strecke. Zwar schlüpfte nur Bruno Senna im Mahindra vorbei, was immer noch für den Titel gereicht hätte, doch diese Szene sollte sich im Nachhinein noch als äußerst wichtig erweisen. Zu diesem Zeitpunkt lag Piquet nur auf Rang zehn und brauchte für den Titelgewinn einerseits die schnellste Rennrunde, für die es zwei Zusatzzähler gibt, und einen weiteren Platz auf der Strecke - allerdings lag Teamkollege Oliver Turvey genau vor ihm.

Die Action wurde aber in Runde 20 abrupt unterbrochen, als Fabio Leimer in einer Schikane in die Reifenstapel schoss. Das Safety-Car musste ausrücken und brachte das Feld wieder zusammen. Beim Restart ließ Turvey Teamkollege Piquet ziehen, der nun nur noch die schnellste Runde brauchte - oder einfach einen weiteren Platz! Doch wenige Augenblicke später hatte er diesen bereits, als er an Salvador Duran (Aguri) vorbeizog.

Jetzt war Buemi wieder gefragt. Der Schweizer musste sich nun seinerseits entweder die schnellste Runde sichern oder einen weiteren Platz gewinnen. Mit Hauen und Stechen versuchte Buemi nun wieder an Bruno Senna vorbeizugehen, doch der Brasilianer machte sich extrem breit und blockte alle Angriffe ab - inklusive zahlreicher Feindberührungen. Als Duval in der letzten Runde die Energie auszugehen drohte, schien ein neuer Hoffnungsschimmer aufzukeimen, doch auch ein kleiner Stau in der finalen Schikane brachte Buemi nur auf Augenhöhe mit Senna - aber nicht vorbei. Und so fehlte Buemi am Ende genau der eine Platz, den er beim Dreher verloren hatte.

Ein Punkt entscheidet

Auch an der Spitze gab es parallel ein packendes Duell um den Sieg. Sam Bird packte ebenfalls die Brechstange gegen Sarrazin aus, fuhr allerdings hinter dem Franzosen über die Ziellinie. Weil dieser aber im Nachhinein mit einer Zeitstrafe belegt wurde, konnte Bird beim Heimspiel schließlich über seinen zweiten Saisonsieg jubeln. Dahinter schafften es die beiden Dragon von Jerome D'Ambrosio und Loic Duval auf das Podest.

Bruno Senna behauptete vor Buemi Rang vier und sicherte damit Landsmann Piquet den Titel in der Debütsaison der Formel E. Der China-Pilot kam am Ende hinter Lucas di Grassi (Abt), der mit dem Titelrennen nichts mehr zu tun hatte, auf Rang sieben ins Ziel. Die letzten Punkteränge belegten Salvador Duran, Oliver Turvey und Nicolas Prost (e.dams). Daniel Abt (Abt) wurde am Ende Elfter, nachdem er bereits am Start auf den letzten Platz zurückgefallen war. Die Schweizerin Simona de Silvestro (Andretti) belegte Rang zwölf. Nick Heidfeld (Venturi) musste sein Auto bereits nach acht Runden bis in die Box schieben und kam nicht ins Ziel.

In der Meisterschaft sichert sich Nelson Piquet jun. mit 144 Zählern den ersten Titel der Formel E. Sebastien Buemi (143) muss sich um gerade einmal einen Zähler geschlagen geben. Lucas di Grassi (133) bleibt am Ende nur der dritte Platz, Jerome D'Ambrosio (113) und Sam Bird (103) belegen die weiteren Plätze in den Top 5. Daniel Abt (32) und Nick Heidfeld (31) landen in der Gesamtwertung knapp außerhalb der Top 10 auf elf und zwölf.

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