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Zweite Konstrukteurs-WM ist für Mercedes 40 Millionen wert

Dank einer Sondervereinbarung mit Bernie Ecclestone kassiert Mercedes ab 2016 als Doppelweltmeister 40 Millionen US-Dollar extra aus dem FOM-Topf

(Motorsport-Total.com) - Mit dem Gewinn der zweiten Konstrukteurs-WM hintereinander sichert sich das Mercedes-Team ein größeres Stück vom finanziellen Kuchen der Formel 1. Bernie Ecclestones FOM (Formula One Management) zahlt an die Doppelweltmeister ab 2016 "ein bisschen mehr, als wir jetzt haben" aus, wie Mercedes-Sportchef Toto Wolff bestätigt.

Bernie Ecclestone, Niki Lauda

Niki Lauda hat mit Bernie Ecclestone 2012 eine Sonderzahlung ausgehandelt Zoom

Das Silberpfeil-Team hatte das erste WM-Jahr 2014 mit einem Bilanzminus von 76,9 Millionen Britischen Pfund (umgerechnet 106,6 Millionen Euro) abgeschlossen. Die FOM-Preisgelder werden jeweils im Folgejahr retrospektiv ausbezahlt, sprich 2014 hatte Mercedes noch mit den Einnahmen für den zweiten WM-Rang 2013 vorliebnehmen müssen. 2015 kassiert das Team laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' 126 Millionen US-Dollar von der FOM - und somit, obwohl Weltmeister 2014, weniger als Ferrari (164) und Red Bull (156).

2016 wird Mercedes dann die Preisgelder für die Erfolge in der Saison 2015 ausbezahlt bekommen, und die werden deutlich höher sein als bisher. Denn Mercedes ist zwar auch als Doppelweltmeister kein sogenanntes CCB-Team wie Ferrari, McLaren und Red Bull, genießt aber dank einer Sondervereinbarung für den zweiten Titelgewinn hintereinander einen Anspruch auf geschätzte 40 Millionen extra. Also (bei gleichbleibenden Einnahmen der Formel-1-Gruppe insgesamt) 166 statt bisher 126 Millionen Dollar.

"Wir haben eine Vereinbarung mit Bernie gemacht - eine schwierige Vereinbarung, weil wir am wenigsten Geld erhalten." Niki Lauda

Die CCB-Teams genießen in der Formel 1 Sonderprivilegien, vor allem finanzieller Natur. Es handelt sich dabei um jene drei Teams, die zwischen 2008 und 2011 die meisten Rennen gewonnen haben. Außerdem müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Ein CCB-Team muss bis zum 15. Februar 2012 zumindest einmal Konstrukteurs-Weltmeister gewesen und seit 2012 ununterbrochen unter demselben Teamnamen angetreten sein. Mit diesem Status verbunden sind laut Concorde-Verträgen auch andere Privilegien.

Mercedes erfüllt diese Kriterien nicht. "Wir haben eine Vereinbarung mit Bernie gemacht - eine schwierige Vereinbarung, weil wir am wenigsten Geld erhalten", erklärt Niki Lauda, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Mercedes-Teams. "Weil wir eben die Letzten waren, die unterschrieben haben. Aber jetzt zwei Weltmeisterschaften hintereinander gewonnen zu haben, bringt uns ein bisschen mehr Geld." Eben jene 40 Millionen extra, die Mercedes ungefähr auf eine Stufe mit Bestverdiener Ferrari heben.


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Hintergrund: Als Niki Lauda von Mercedes eingesetzt wurde, um mit Ecclestone einen neuen (individuellen) Concorde-Vertrag auszuhandeln, hatten Ferrari, McLaren und Red Bull ihre CCB-Position bereits sicher. Lauda gelang es aber, für den Fall von zwei WM-Titeln hintereinander eine Prämienzahlung zu verhandeln, die in der Höhe von 40 Millionen liegen soll. Der Österreicher brachte Mercedes und Ecclestone nach anfänglichen Differenzen doch noch bis Ende 2020 zusammen - und wurde dafür mit Teamanteilen und dem Vorsitz im Aufsichtsrat belohnt.

Ecclestone selbst verheimlicht nicht, dass der zweite WM-Titel hintereinander für Mercedes Geld wert ist, schweigt aber über die Details: "Ich rede nie über Geld. Ein Gentleman spricht nie über letzte Nacht oder Geld." Übrigens: Während Topverdiener Ferrari von der FOM 2015 164 Millionen Dollar kassiert, werden an Schlusslicht Sauber gerade mal 44 Millionen überwiesen. Dank des neunten Platzes von Jules Bianchi in Monaco 2014 kassiert selbst Manor-Marussia mehr als die Schweizer, nämlich 48 Millionen Dollar.