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Preisgeld-Zahlung: Teams haben härteste Monate überstanden

Warum die Monate bis zum Saisonstart für die Teams aus finanzieller Sicht die schwierigste Zeit sind und wie 2015 das Schlimmste verhindern werden soll

(Motorsport-Total.com) - Der Beginn des Jahres gilt für die Teams als schwierigste Zeit. Nicht nur, weil man ein völlig neues Auto rennbereit machen muss, sondern weil es bis Ende März dauert, ehe die regelmäßigen Preisgeld-Zahlungen anlaufen. Die nach der Platzierung in der Konstrukteurs-WM des Vorjahres sowie Sonderzahlungen gestaffelten Preisgelder werden von März bis November am jeweils letzten Arbeitstag des Monats ausbezahlt - eine Zusatzzahlung gibt es Ende Februar.

Sergio Perez

Zielgerade: Force India & Co. kämpfen sich jedes Jahr zum Saisonstart Zoom

Doch dieses Jahr sitzen vier Teams in der Klemme: Marussia versucht irgendwie, es doch noch zum Saisonstart nach Melbourne zu schaffen, nachdem man die Insolvenz verlassen hat; Sauber, Lotus und Force India steht das Wasser bis zum Hals, was das Trio kürzlich auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone mitgeteilt hat. Vor allem beim indischen Team mit Sitz in Silverstone ist die Lage derzeit akut, weshalb man den Großteil der Wintertests verpasste und das neue Auto erst drei Tage vor dem Ende auf die Strecke brachte.

"Wir haben dem Inhaber der kommerziellen Rechte klar zu verstehen gegeben, dass wir Probleme haben", sagt Force Indias stellvertretender Teamchef Robert Fernley gegenüber 'Autosport'. "Wir sind aber nicht die einzigen. Für Lotus und Sauber gilt das genauso." Er hofft auf eine Entlastung: "Wir sprechen gerade darüber, und Bernie zeigt sich äußerst verständnisvoll. Er ist ein Racer, der aus seiner eigenen Erfahrung heraus weiß, wie schwierig das ist. Ich glaube, er versteht, dass die Lage ernst ist."

"Wir haben dem Inhaber der kommerziellen Rechte klar zu verstehen gegeben, dass wir Probleme haben." Robert Fernley

Seit vergangenen Freitag ist nun der harte Winter für die Teams vorbei: Da wurde das letzte Preisgeld, das auf den Berechnungen der Saison 2013 beruht, überwiesen. Insgesamt wurden laut Berechnungen von 'CityAM' auf Basis der Saison 2013 518 Millionen Pfund ausgeschüttet, die Februar-Überweisung beträgt daher durchschnittlich ein Zehntel dieses Betrags, also 51,8 Millionen Pfund, für alle Teams. Das sind umgerechnet 71,4 Millionen Euro.

Man darf allerdings nicht vergessen, dass die sogenannten CCB-Teams (Constructors Championship Bonus) Ferrari, Red Bull und McLaren verhältnismäßig deutlich mehr vom Kuchen bekommen als der Rest. Auch Mercedes hat sich die Bindung an die Formel-1-WM bis 2020 etwas kosten lassen und sich einen guten Vertrag mit Ecclestone ausgehandelt.

Für ein Team wie Marussia bleiben daher nur rund zwei Millionen Euro übrig. Immerhin haben sich die Teamchefs aber inzwischen darauf verständigt, den kriselnden Teams Preisgeld-Vorschüsse zu gewähren. So soll das Schlimmste verhindert werden, denn das Aus für das Caterham-Team hat vielen vor Augen geführt, dass die Formel 1 derzeit auf einem schmalen Grat wandelt.

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