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  • 17.06.2018 · 09:10

  • von Daniel Halder & Adam Cooper

Zak Brown: Lando Norris bleibt definitiv bei McLaren

Der McLaren-Boss enthüllt: Drei Teams wollten Supertalent Norris verpflichten - Für McLaren kommt höchstens eine Leihe in Frage: "Bilden ihn doch nicht für sie aus!"

(Motorsport-Total.com) - Er gilt als eines der vielversprechendsten Talente für die Zukunft: McLaren-Nachwuchshoffnung Lando Norris ist mit seinen 18 Jahren eigentlich schon reif für die Formel 1. Diese Meinung vertritt man nicht nur in Woking, wo der junge Brite ausgebildet wurde und derzeit als Testfahrer im Formel-1-Team angestellt ist. Auch andere Rennställe haben längst ein Auge auf das Supertalent geworfen, das derzeit die Formel-2-Meisterschaft anführt.

Lando Norris

Lando Norris steht vor einer Zukunft in der Formel 1 - ungewiss nur, wann sie startet Zoom

Für sie gibt es jetzt aber eine deutliche Abfuhr von McLaren-Boss Zak Brown, der gegenüber 'Motorsport-Total.com' feststellt: "Wir lassen Lando nirgendwo hin!" Dabei hatte er ein Leihgeschäft zuletzt nicht kategorisch ausgeschlossen, um Norris erste Rennerfahrungen in der Königsklasse zu verschaffen. Im Gespräch war unter anderem ein Deal mit Toro Rosso, wo der Formel-3-Meister von 2017 den glücklosen Brendon Hartley hätte ersetzen können. "Es gab Gespräche in diese Richtung", bestätigt sogar Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

Doch der Deal ist vom Tisch - denn ein Wechsel hätte bedeutet, dass Norris seine Verbindungen zu McLaren kappt und ins Red-Bull-Nachwuchsprogramm wechselt. Undenkbar für die Verantwortlichen des Traditionsrennstalls, die den Youngster für viel Geld ausgebildet haben. Der US-Amerikaner erklärt: "Wir wurden schon von mehreren Teams kontaktiert. Es gab drei unterschiedliche Anfragen - unter anderem auch in dieser Saison." Außer von Toro Rosso wurde McLaren also auch noch von anderen Rennställen kontaktiert.

McLaren fehlt ein B-Team, um Norris zu "parken"

"Aber all diese Anfragen hätten bedeutet, dass er von McLaren weggeht. Und solche Gespräche führen wir nicht. Das steht nicht zur Debatte", so Brown, der die Krux an der Geschichte erklärt: "Wir bauen ihn doch nicht für irgendjemand anderen auf - und genauso kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand Interesse hätte, ihn für uns weiter auszubilden." Dabei hätte diese Variante für den McLaren-Geschäftsführer durchaus Charme: Für McLaren wäre es attraktiv zu sehen, wie sich Norris etwa bei Toro Rosso, Sauber oder Force India schlagen würde.


Fotostrecke: Weiß, Orange, Chrom: McLaren F1-Designs

Doch weil jene kleineren Rennställe fast ausnahmslos enge Verbindungen zu den großen Herstellern pflegen, macht ein Leihgeschäft für sie keinen Sinn. Welches Interesse hätte etwa Ferrari, einen McLaren-Junior bei Haas oder Sauber in die Formel 1 zu bringen, nur damit der nach wenigen Monaten mit Insider-Wissen und Erfahrung wieder nach Woking entschwindet? "Wir haben kein Schwester-Team. Das ist nicht ideal. Die FIA sollte sich mal genauer ansehen, welchen Einfluss manche Teams auf andere ausüben. So wie es jetzt läuft, bleiben Unabhängigen einige Möglichkeiten verwehrt", schimpft Brown.

Denn auch für Norris ist die Situation natürlich nicht ideal. Bei McLaren scheint ein Formel-1-Stammcockpit in absehbarer Zeit nicht verfügbar. Mit Stoffel Vandoorne hat man bereits einen Piloten aus dem eigenen Nachwuchsprogramm, der für die Zukunft gesetzt ist. Auf der anderen Seite wird man alles versuchen, Superstar Fernando Alonso weiter zu halten. Nur wenn der Spanier entnervt von den fehlenden Top-Resultaten in eine andere Rennserie entschwindet, öffnet sich für den 18-Jährigen eine Tür.

Ganz aufgeben will Brown den Gedanken an eine Leihe deshalb nicht - auch wenn kaum Chancen bestehen. "Wenn wir spüren sollten, dass es das Beste für seine Karriere wäre, dann würden wir uns von Fall zu Fall die Sache genauer ansehen. Aktuell sind für uns aber nur zwei Dinge wichtig: Dass er sich auf die Formel 2 konzentriert und bei McLaren bleibt", so der Geschäftsführer abschließend.

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