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  • 08.06.2018 · 00:15

  • von Rebecca Friese & Edd Straw

Hartley zu Ablösegerüchten: "Will bessere Schlagzeilen schreiben"

Die Gerüchte um Brendon Hartleys angebliche Ablöse bei Toro Rosso reißen nicht ab - Er bereut nur einen Rennausgang

(Motorsport-Total.com) - Brendon Hartley wird beim Grand Prix von Kanada (Formel 1 2018 live im Ticker!) sein elftes Rennen für Toro Rosso bestreiten. Dabei hat ihn die Formel-1-Gerüchteküche schon längst aus dem Team rausgeworfen gesehen. Neusten Spekulationen zu Folge soll sich das Team sogar bei McLaren nach Nachwuchstalent Lando Norris erkundigt haben. Hartley selbst lässt sich davon aber nicht beirren. Er bereut in dieser Saison nur einen Rennausgang.

Brendon Hartley

Brendon Hartley fühlt sich bei Toro Rosso fest im Sattel Zoom

"Jetzt muss ich schon beim zweiten Rennen in Folge auf Gerüchte reagieren", seufzt er am Donnerstag in Montreal. "Ich habe aber kein Interesse daran, das zu kommentieren. Ich weiß, was in meinem Vertrag steht. Ich habe Vertrauen in die Arbeit, die ich bei Toro Rosso hinter den Kulissen leiste, um das Auto zu entwickeln. In Monaco ist es für mich schlussendlich nicht gut gelaufen aber ich hatte ein sehr starkes Wochenende. Deshalb werde ich meine Herangehensweise nicht ändern. Ich weiß, dass ich in der Lage bin, in der Formel 1 gute Arbeit zu leisten."

Hartley in der Endphase der vergangenen Saison zum Team gestoßen. Seine Bilanz aus zehn Rennen: Ein Punkt aus Baku, vier Ausfälle und eine Menge durchschnittlicher Leistungen. Teamkollege Pierre Gasly konnte zwar nur einmal mehr punkten, macht aber den schnelleren Eindruck, wenn der Toro Rosso sich denn mal im konkurrenzfähigen Bereich bewegt.


Fotos: Grand Prix von Kanada, Pre-Events


Der Vergleich wird Hartley zum Verhängnis gemacht. Denn dem 22-jährigen Gasly hängt noch sein GP2-Erfolg von 2016 nach. Der bereits 28-jährige Hartley hat es hingegen im ersten Anlauf nicht in die Formel 1 geschafft. Er war als WEC-Champion gekommen. Szenen wie sein heftiger Crash im Barcelona-Training werden ihm als Unerfahrenheit ausgelegt.

"Ich finde, es geht mehr darum, wie man im Team zurecht kommt", winkt er ab, zu serienfremd zu sein. "Ich fühle mich hier gut zugehörig. Ich sehe keinen Grund, warum sich das Blatt für mich nicht noch wenden sollte. Die Leute haben ja meist kein langes Gedächtnis und in der Formel 1 zählt meist nur das vorangegangene Rennen. Ich werde an diesem Wochenende also hoffentlich andere Schlagzeilen schreiben können."

Er habe nicht einmal mit Teamchef Franz Tost über die Gerüchte gesprochen. "Eine solche Unterhaltung würde für mich aber auch keinen Sinn machen. Ich konzentriere mich auf mein Wochenende und freue mich auf die kommenden Rennen - vor allem mit den geplanten Updates."


Fotos: Brendon Hartley, Grand Prix von Monaco


In seinem bisherigen Fazit stünde sowieso nur eine Enttäuschung heraus. "In Barcelona hatten wir Probleme mit der Renn-Pace. Auch Aserbaidschan war schwierig. Aber Bahrain war eine gute Gelegenheit und ich könnte mich treten, dass ich da nicht mehr rausholen konnte. Wir konnten an der Spitze des Mittelfelds mithalten, aber mit meiner Strafe und dem seltsamen Startcrash konnte ich keine Punkte holen. Seither hatten wir einfach nicht die Pace. Aber wir kommen immer mehr dahinter. Auch ich lerne immer mehr dazu und arbeite hart an mir selbst."

Hartley war jedenfalls von Beginn an klar, dass es ein "schwieriger Start in die Saison" werden würde. Und selbst in Monaco hätte er das Graining der Reifen erfahren, wie "noch nie zuvor in meiner Karriere". Doch schon Montreal soll mit dem Motorenupdate von Honda ein Aufschwung kommen.

Von den Japanern weiß man bisher nur, dass es einen überarbeiteten Verbrennungsmotor gibt. Inwiefern auch an anderen Komponenten geschraubt wurde, darf auch Hartley nicht ausplaudern.

"Wenn man mehr PS hat, hilft das auch der Energiezufuhr, weil man weniger Vollgas geben musst", erklärt er aber. "Das ist eine Kette von Einflüssen - auch die Aerodynamik spielt da mit rein. Es geht im Grunde genommen um die Effizienz. In Monaco haben wir schon zeigen können, dass wir mechanisch bereits gut aufgestellt sind. In Bahrain haben wir gezeigt, dass wir mit hohen Temperaturen gut zurechtkommen. Und da kommt es schließlich auch auf Performance an. Wenn alles zusammenkommt, können wir auch hier ein gutes Wochenende haben."

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