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  • 11.05.2012 · 21:07

  • von Dominik Sharaf

Young-Driver-Test: Schweigsame Silverstone-Befürworter

Red Bull, McLaren und Toro Rosso wollen wegen Motoren und Saisonplanung der Nachwuchspiloten nach Abu Dhabi, Sauber und Caterham nach Silverstone

(Motorsport-Total.com) - Wo findet ein Young-Driver-Test statt? Zur Saisonmitte in Silverstone oder doch wie gewohnt nach dem letzten Grand Prix auf der arabischen Halbinsel? Bei Pirelli herrscht Rätselraten: "Ehrlich gesagt haben wir von den Teams bisher nur Rückmeldung erhalten, dass sie in Abu Dhabi testen wollen", sagt Paul Hembery in der FIA-PK am Freitag in Barcelona.

Adrian Newey (Technischer Direktor), Sam Michael

Uneinigkeit in der FIA-PK: Silverstone hat bei den Teams doch Fürsprecher

Konkret heißt das laut dem Sportchef der Italiener: "Offiziell gibt es noch keinen Hinweis auf Silverstone, obwohl wir bereits darüber Gespräche geführt haben", Hembery weiter. Er macht klar: "Wir würden wirklich sehr gerne wissen, ob Silverstone jetzt stattfindet oder nicht." Zumindest von Toro Rosso gibt es Rückmeldung: "Unsere Ressourcen sind so angelegt, dass wir 15 Testtage durchführen. Und wir zählen darauf, dass der Young-Driver-Test am Ende der Saison stattfindet", insistiert Giorgio Ascanelli.

Kostet Silverstone eine halbe Million Euro?

Der Technikdirektor weist auf die Motorenlaufzeiten hin, die nach dem letzten Grand Prix nicht mehr berücksichtig werden müssten. "Was kostet ein zweiter, ungeplanter Test zur Saisonmitte? Eine halbe Million? Die haben wir nicht", so Ascanelli. Das dürfte auf dem Bankkonto von Red Bull anders aussehen, dennoch ist auch Adrien Newey skeptisch. "Die Quintessenz dieses Tests ist es, jungen Fahrer Entwicklungsmöglichkeiten einzuräumen", macht der Designer der Österreicher klar.

Und dieses Ziel sieht Newey gefährdet: "Persönlich hätte ich an das Saisonende gedacht, weil die Piloten dann nicht mehr in einer Nachwuchsserie unterwegs sind und mehr Erfahrung haben", erklärt er. Seine Befürchtung: Die Talente mitten in der Saison in ein Formel-1-Auto zu setzen und es ihnen dann wieder für mindestens acht Monate wegzunehmen, könnte der Idee des Young-Driver-Tests zuwider laufen.

Wache sieht Mehrkosten Abu Dhabi

Dem schließt sich auch Sam Michael an, dessen McLaren-Team für Abu Dhabi plant: "Während der laufenden Saison ließe es sich nicht mit einem Renn-, sondern nur mit einem speziellen Testmotor bewerkstelligen", erklärt der Sportdirektor.

Pierre Wache, bei Sauber für die Entwicklungsarbeit zuständig, nimmt auf der FIA-PK einen anderen Standpunkt ein. "Der bessere Kompromiss wäre es, in Silverstone zu testen", überrascht der Franzose. "Aus logistischen Gründen und wegen der Kosten", deutet Wache an, ohne die Details seiner Rechnung zu präsentieren. Auch Mark Smith, Technikchef bei Caterham, reiht sich ohne Argumente bei den Silverstone-Befürwortern ein.