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Hintergrund: Was ist ein "Young-Driver-Day"?

Die Testfahrten in Jerez begannen mit einem "Young-Driver-Day", aber was ist das eigentlich? Wir haben nachgeforscht - und haben die Antwort!

(Motorsport-Total.com) - In Jerez wurden gestern die letzten offiziellen Testfahrten während der laufenden Rennsaison in Angriff genommen. Zum Einsatz kamen die Nachwuchstalente Marko Asmer (24/GP2/BMW Sauber F1 Team), Dani Clos (19/Formel-3-Euroserie/Williams) und Mike Conway (25/GP2/Honda). Offiziell handelte es sich dabei um einen "Young-Driver-Day".

Marko Asmer

Ein Opfer der aktuellen Testsituation: Marko Asmer, vierter Mann bei BMW

Aber was ist das eigentlich? Als "Young Driver" gelten Fahrer, die noch nie einen Grand Prix bestritten und in den zurückliegenden 24 Monaten nicht mehr als vier Formel-1-Testtage absolviert haben. Pro Team und Kalenderjahr dürfen vier solche "Young-Driver-Days" absolviert werden, wobei jeder dieser Tage auf maximal 350 Kilometer beschränkt ist. Diese 350 Kilometer könnte man theoretisch auf mehrere "Young Drivers" aufteilen, angerechnet würde ihnen aber ein ganzer Tag.#w1#

Der Clou an der Sache: Die "Young-Driver-Days" zählen nicht zum Testkontingent von maximal 30.000 Kilometern pro Kalenderjahr und ermöglichen es den Teams somit, ihre jungen Testpiloten einzusetzen beziehungsweise anderen Nachwuchstalenten eine Chance zu geben. Das kam ja zuletzt immer viel zu kurz, weil man mit den 30.000 Kilometern gut haushalten muss und somit der größte Teil davon an die beiden Rennfahrer vergeben wird.

Beispiel gefällig, warum es dringend notwendig ist, den Testfahrern solche Hintertürchen zu öffnen? Marko Asmer, Britischer Formel-3-Meister von 2007 und offizieller Testfahrer des BMW Sauber F1 Teams, absolvierte 2008 bisher gerade mal 830 Kilometer an drei Tagen. Zum Vergleich: Alexander Wurz kam 2006 als dritter Mann bei Williams zwischen 1. Januar und 31. Dezember auf 13.561 Kilometern an 40 Tagen - fast 17 Mal so viel!


Fotos: Testfahrten in Jerez, Dienstag


"Die Situation von Testfahrern ist keine glückliche, weil sie einfach nicht zum Fahren kommen", erläuterte BMW Motorsport Direktor Mario Theissen in Monza. "Die Chance für junge Fahrer besteht nur darin, dass man mit den jungen Fahrern vier zusätzliche Testtage bekommt. Ansonsten würde keiner einen jungen Fahrer reinsetzen, der dann am Samstagmorgen ohne Vorwarnung ins Rennauto springen muss, wenn einer ausfällt."

Theissen findet die aktuelle Regelung "nicht gut" und wünscht sich eine Rückkehr zur Freitagsfahrerregelung, an der es allen Teams bis auf den Top 4 erlaubt war, in den ersten beiden Freien Trainings ein drittes Auto einzusetzen: "Ich fand die Regelung von vor zwei Jahren sehr attraktiv, sowohl für den Nachwuchs als auch für die Fans", so der Deutsche. Auf diese Weise kamen zum Beispiel Sebastian Vettel und Robert Kubica in die Formel 1...

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