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  • 17.09.2008 · 10:34

  • von Roman Wittemeier

Buemi: "Bin etwas unter Druck"

Sébastien Buemi will seine heutige Testchance bei Toro Rosso nutzen - Hoffnung auf Renncockpit: "Werde alles versuchen"

(Motorsport-Total.com) - Die Testfahrten in Jerez nehmen erst heute so richtig Fahrt auf, nachdem gestern nur drei Teams mit je einem vergleichsweise unerfahrenen Nachwuchspiloten auf der Strecke waren. Im Fokus stehen am Mittwoch und Donnerstag weniger die technischen Neuerungen der einzelnen Mannschaften als vielmehr das "Test-Shootout" bei Toro Rosso. Bei der Monza-Siegermannschaft wird wegen des Wechsels von Jung-Superstar Sebastian Vettel mindestens ein Platz für 2009 frei. Mit Sébestien Buemi und Takuma Sato stellen sich in Jerez zwei Kandidaten vor.

Sebastien Buemi

Sébastien Buemi hoffgt auf den großen Sprung von der GP2 in die Formel 1

"Das wird im Hinblick auf die Saison 2009 sehr wichtig für mich", beschrieb Buemi dem Internetdienst '20minuten.ch'. "Toro Rosso wird mich testen. Dann werden Sie bald entscheiden, ob sie mich als Fahrer für die neue Saison wollen. Dabei kommt es nicht nur auf meine Zeiten an, sondern auch darauf, wie ich mich im Verlaufe des Tages verbessere und was für ein Feedback ich den Technikern geben kann."#w1#

Er sei unter Druck, gab der junge Pilot zu. Dennoch: Buemi ist bei "Toro Rosso sucht den Superpiloten" im Vorteil. Der Schweizer gehört zum Nachwuchskader von Red Bull, durfte den RB4 bereits testen und kennt sich demnach auch schon mit dem aktuellen Toro-Rosso-Boliden aus. Und: "Ich kenne die Strecke, also macht mir das keine Sorgen. Ich werde einfach alles geben und versuchen der Schnellste zu sein."

Sebastien Buemi

Sébastien Buemi konnte bei Tests für Red Bull schon Erfahrungen sammeln Zoom

Für ihn sei die Formel 1 immer ein Traum gewesen, nun sei sie zum Ziel geworden, sagte der 21-Jährige weiter. "Als Ersatzpilot war ich bei jedem GP mit dabei und bereit für einen Einsatz. Das ist eine große Verantwortung. Vorher war das überhaupt nicht so. Als Testpilot entwickelt man das Auto mit. Man lernt, wie das Team funktioniert, man ist bei den Vor- und Nachbesprechungen dabei. Das war ein sehr wichtiges Jahr für mich. Ich bin jetzt schon an einem Punkt, wo ich weiß, dass ich Qualitäten besitze."

In der jüngst abgelaufenen GP2-Saison beeindruckte Buemi mehrmals durch starke Leistungen im oft nur mittelmäßigen Arden-Auto, zwei Saisonsiege stehen am Ende zu Buche. Nun will der Schweizer den Sprung schaffen und den gleichen Weg beschreiten, wie ihn zuletzt Sebastian Vettel mit großem Erfolg vorgezeichnet hat: "Er wurde wie ich von Red Bull ausgebildet. Das zeigt, dass man ein Rennen in der Formel 1 als junger Fahrer und ohne große Erfahrung gewinnen kann. Aber das wird nicht jedes Wochenende so sein. Man muss die Ruhe bewahrten und immer das Maximum geben."

Neben Buemi und Sato hat angeblich auch der frisch gebackene GP2-Vizemeister Bruno Senna gute Aussichten auf ein Toro-Rosso-Cockpit. Auch Sébastien Bourdais muss man nach seinen zuletzt starken Leistungen wieder auf der Rechnung haben. Für Takuma Sato spricht sicherlich die Erfahrung, die er bis zu seinem plötzlichen Jobverlust nach der Super-Aguri-Pleite im Mai sammeln konnte. Die Formel für die Cockpit-Besetzung 2009 beim kleinen italienischen Team lautet also zurzeit: Zwei aus vier.