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Wurz: Ron Dennis' Entscheidung 2002 ärgert ihn heute noch

Alexander Wurz erzählt über seine Zeit bei McLaren: Wie seine Hoffnungen auf ein Stammcockpit 2002 durch einen jungen Finnen zunichte gemacht wurden

(Motorsport-Total.com) - Als GPDA-Präsident und ORF-Kommentator ist Alexander Wurz in der aktuellen Formel 1 allgegenwärtig. Seine aktive Laufbahn hat der Österreicher vor mehr als zehn Jahren beendet, aber noch heute ärgert ihn besonders eine Entscheidung von Ex-McLaren-Boss Ron Dennis.

Alexander Wurz

2002: Alex Wurz war ein weiteres Jahr als Testfahrer bei McLaren Zoom

2000 endete Wurz' Zeit bei Benetton. Der Österreicher suchte ein neues Zuhause, wollte einen "Neustart" wagen, wie er im Podcast 'Beyond the Grid' erzählt. "Ich hatte zahlreiche Angebote von Mittelklasse-Teams, aber keines von den Topteams."

"Aber Ron Dennis hat mir eine Rolle als Testfahrer bei McLaren angeboten. Da sagte ich zu." Wurz nahm die Rückkehr in die Testfahrer-Rolle in Kauf, um langfristig beim Topteam McLaren einen Stammplatz zu erwischen. "Mein Ziel war, ihnen meine Fähigkeiten zu zeigen, um später einen Stammplatz zu erhalten."

Dennis entscheidet sich für Räikkönen & lehnt Jaguar ab

Das hat allerdings nicht funktioniert, muss der heute 45-Jährige feststellen. Den Sprung ins Stammcockpit hat Wurz nie geschafft. Nach seiner ersten Testfahrer-Saison hat sich 2002 allerdings eine Möglichkeit ergeben. Dennis wusste von seinen Ambitionen, über den Job auf der Ersatzbank wieder ins Renngeschehen einzusteigen.

"Ja, wir haben darüber gesprochen. Für ihn war das auch okay, solange das Team an erster Stelle steht. Ich könne meine eigenen Interessen verfolgen, müsse aber hart arbeiten. Er sagte, ich solle ihn beeindrucken und sehr gut testen."

Wurz war viel beschäftigt und testete für Mika Häkkinen und David Coulthard pausenlos auf allen möglichen Rennstrecken der Welt. 27 Streckenrekorde habe er dabei gebrochen, erzählt er stolz. Allerdings frustrierte ihn seine Rolle als Test- und Reservepilot zunehmend.

Pedro de la Rosa, Kimi Räikkönen, Alexander Wurz

Auch 2005 ist Wurz noch bei McLaren (hier mit Räikkönen und de la Rosa) Zoom

"Im zweiten Jahr haben mir Adrian Newey und Martin Whitmarsh zu verstehen gegeben, dass sie mich ins Rennauto setzen wollen. Ich war super motiviert und zu einem gewissen Zeitpunkt sagten sie mir auch, dass ich in der nächsten Saison fahren werde."

Wurz war sehr "aufgeregt", da Dennis wohl die Option in seinem Vertrag ziehen würde für 2002. Allerdings verhinderte ein junger Finne diese Chance: "Zur gleichen Zeit hat Ron Dennis davon erfahren, dass er Kimi Räikkönen unter Vertrag nehmen könnte. Er musste sich dann entscheiden."

Mittlerweile ist bekannt, dass der damals von Sauber kommende 22-Jährige den Vorzug bekam. "Es ging da um wenige Stunden", ärgert sich Wurz. Das sei ein "äußerst frustrierender Moment" in seinem Leben gewesen. "Da hält dir jemand Kekse unter die Nase und zieht sie dann wieder weg."

Wurz: "Das ärgert mich heute noch ein wenig"

"Ron entschied sich dafür, dass Kimi die bessere Wahl sei. Ich habe mich im Stich gelassen gefühlt. Aber ich bin ja nicht dumm, und weiß, dass er im besten Interesse des Teams agiert hat." Mit Räikkönen wollte der charismatische McLaren-Boss Weltmeister werden und das Erbe von Mika Häkkinen fortführen.

Doch nach fünf Jahren und zwei Vizetiteln verließ Räikkönen McLaren Richtung Ferrari - und Wurz kam zu insgesamt nur einem einzigen Renneinsatz für das britische Traditionsteam: beim Grand Prix von San Marino 2005. Diese Chance ließ es sich nicht entgehen und fuhr als Dritter aufs Podium.

Frustriert war Wurz 2002 allerdings nicht nur über Dennis' Entscheidung über das McLaren-Stammcockpit: "Ich hatte ein tolles Angebot von Jaguar." Dort wäre er Teamkollege von Mark Webber geworden, den er als Freund heute noch sehr schätzt.

"Sie wollten mich haben, aber Ron hat mich nicht freigegeben, obwohl er mir auch kein Stammcockpit gegeben hat. Und obwohl ich mehr verdient habe als so mancher Stammfahrer war ich sehr verärgert", erinnert er sich zurück, hält kurz inne und fügt hinzu: "Und es ärgert mich heute noch ein wenig."

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