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Winkelhock: "Sind das Risiko nochmal eingegangen"

Der Spyker-Pilot im Interview mit 'Motorsport-Total.com' über seine Führungsrunden beim Debüt und die Risikobereitschaft im Team

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Die Führungskilometer im ersten Rennen kann dir keiner mehr nehmen."
Markus Winkelhock: "Das stimmt. Für mich war es wirklich schon etwas Besonderes, hier in Deutschland das erste Rennen zu fahren. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich vom letzten Startplatz nach zwei Runden das Rennen anführe, dann hätte ich gefragt, ob er sie noch alle hat. Als das Team die Boxentafel rausgehalten hat, auf der 'P1' stand, da hab ich nachgefragt, ob das stimmt. Sie haben bestätigt und gesagt: 'Greif weiter an!' In diesem Moment hab ich mir im Unterbewusstsein schon gesagt: 'Geil, ich führe ein Formel-1-Rennen an.' Aber ich habe versucht, mich auf die Verhältnisse zu konzentrieren, weil ich bin zum ersten Mal mit einem Formel 1 im Regen gefahren. Es war nicht so leicht, auf der Strecke zu bleiben. Es sind ja auch einige von der Strecke geflogen."

Markus Winkelhock

Markus Winkelhock arbeitet weiter an seinem Sponsorpaket Zoom

Frage: "Alle anderen sind auf Trockenreifen losgefahren, du warst der Einzige, der auf Regenreifen gestartet ist. Wie kam das denn?"
Winkelhock: "Das hat das Team entschieden, weil wir gehört haben, dass es anfangen soll zu regnen. Da sind wir auf Risiko gegangen, wir hatten aus der letzten Startreihe nichts zu verlieren und probierten es aus. Und der Mike Gascoyne (Cheftechnologe bei Spyker; Anm. d. Red.) hat mir gerade erzählt, dass wir das einzige Team sind, das nicht für Wettervorhersagen bezahlt. Da muss man sich mal Gedanken machen."#w1#

Frage: "Es gibt das Gerücht, dass auch einer deiner DTM-Leute aus der Gegend angerufen und gesagt hätte, dass es bei ihm schüttet."
Winkelhock: "Das hab ich auch mitgekriegt, was da dran ist, weiß ich nicht."

Frage: "Auf jeden Fall war es die richtige Entscheidung. Hätte es für dich nicht unbedingt den Rennabbruch gebraucht?"
Winkelhock: "Für mich hätten sie das Rennen weiterlaufen lassen können, weil ich hab mit über einer halben Minute geführt. Eingeholt hätten sie mich so oder so, aber es wäre nicht schlecht gewesen."

Doppeltes Risiko zahlte sich nicht aus

Frage: "Dafür hast du den Restart quasi von der Pole Position aus vollzogen."
Winkelhock: "Das war auch was Besonderes, da sozusagen von der Pole aus ins Rennen zu gehen. Mir war klar, dass ich die Position nicht halten kann. Wir waren auf Regenreifen, alle anderen hinter mir hatten Intermediates drauf. Die Reifen waren zu weich und ich hatte keine Chance. Ich bin aus den Ecken überhaupt nicht rausgekommen, die Traktionskontrolle hat nur geregelt. Die anderen sind an mir links und rechts vorbeigefahren, ich habe keine Chance gehabt. Aber die Wettervorhersage war, dass es nochmal regnet. Da sind wir das Risiko nochmal eingegangen und sind auf Regenreifen losgefahren."

Frage: "Dann ging es noch ganz gut weiter, doch dann gab es ein technisches Problem und du bist ausgerollt."
Winkelhock: "Es war vielleicht irgendein Elektronikproblem, der Motor ging auf einmal aus."

Frage: "Wie hast du den Rest des Rennens dann erlebt? Hast du noch ein bisschen zuschauen können?"
Winkelhock: "Nein, ich war dann eher mit Interviews beschäftigt. Ich hab vom Rennen eigentlich fast nichts mitgekriegt. Ich hab nur mitbekommen, dass Alonso gewonnen hat und der Massa etwas sauer auf ihn war. Ich weiß aber nicht wieso."

Suche nach Sponsorgeldern

Frage: "Wie geht es jetzt für dich weiter?"
Winkelhock: "Vielleicht trink ich mit den Jungs nachher noch ein Bierchen zusammen. Ich lass' den Abend mal ausklingen und werden den Jungs danken, weil ich nicht weiß, ob das mein letztes Wochenende in diesem Jahr war. Ich weiß nicht, wie es weitergeht und ob in Ungarn jemand anders ins Auto steigt."

Frage: "Aber als Ersatzfahrer verbleibst du ja ohnehin im Team."
Winkelhock: "Das auf jeden Fall, ich bin bei allen Rennen bis zum Ende der Saison dabei. Aber ob ich als Rennfahrer in Ungarn nochmal ins Auto steigen kann, das ist im Moment noch nicht klar."

Frage: "Wann und wie entscheidet sich das? Und hängt es vom Geld ab?"
Winkelhock: "Logisch. Ich muss, wenn ich noch einige Rennen fahren will, ein Sponsorbudget aufbringen. Da arbeite ich gerade dran. Ich muss mich mit Colin Kolles (Spyker-Teamchef; Anm. d. Red.) in Kontakt setzen und dann müssen wir gucken. Vielleicht finden wir eine Möglichkeit. Aber erstmal war nur das Deutschland-Rennen geplant."

Frage: "Aber auf der faulen Haut liegst du nicht, denn am Freitag bist du schon wieder mit der DTM in Zandvoort."
Winkelhock: "Ja, das stimmt. Ich muss die Formel 1 jetzt vergessen und wieder in Richtung DTM umschalten. Das wird nicht leicht, weil es vom Fahrstil her komplett anders ist. Und die DTM ist auch eine sehr schwierige Liga, da geht es richtig eng zur Sache."

Frage: "Magst du Zandvoort?"
Winkelhock: "Ja, ich mag den Kurs, er ist sehr abwechslungsreich. Ich hoffe, dass sie dem 2005er Audi einigermaßen liegt."

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