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  • 19.07.2018 · 15:26

  • von N. Fischer, E. Jaeggi, M. Somerfield & G. Piola

Williams reagiert auf Probleme: Neuer Flügel in Hockenheim

Williams will seinen Piloten mit einem neuen Frontflügel ein stabileres Auto geben und steht in Hockenheim stark unter Druck - Kein Performance-Sprung erwartet

(Motorsport-Total.com) - Williams hat für den Deutschland-Grand-Prix aufgerüstet und einen neuen Frontflügel mit nach Hockenheim gebracht. Dieser ist Teil eines Upgrade-Pakets, das das Auto stabiler und vorhersehbarer machen soll, nachdem Sergei Sirotkin und Lance Stroll in Silverstone ein wahres Desaster erlebten und nach Strömungsabrissen im Qualifying ihr Auto komplett umbauen und aus der Boxengasse starten mussten.

Sergei Sirotkin

Williams war in Silverstone mehr neben als auf der Strecke zu finden Zoom

Der Flügel ist rein darauf ausgelegt, dem Fahrzeug eine bessere Balance zu geben und somit den Fahrern mehr Vertrauen in ihren Boliden zu verschaffen. Mehr Abtrieb und Performance soll nicht dabei herausspringen, wie Sirotkin bestätigt: "Er bringt uns auf dem Papier nicht mehr Rundenzeit. Wir erwarten von all den neuen Teilen aber, dass sie uns eine stabilere Plattform bringen."

"Dadurch bekommen die Fahrer mehr Vertrauen, aber es beginnt alles damit, dass der Luftstrom nicht von externen Einflüssen aus dem Konzept gebracht wird", so der Russe weiter. Das Update gehört laut ihm nicht zum ursprünglichen Entwicklungsplan des Teams, sondern ist eine reine Reaktion auf die jüngsten Schwierigkeiten mit dem FW41.

Doch was ist jetzt eigentlich beim Frontflügel anders? Man kann erkennen, dass die Vorderkante der Hauptplatte verändert wurde. Die Fläche wurde etwas nach oben gezogen, damit mehr Luftstrom unter das Auto fließen kann. Dadurch verändert sich auch das Verhalten des Autos beim Beschleunigen und Verzögern, was es stabiler machen soll.

Williams-Frontflügel

Die Veränderungen am Frontflügel sind auffällig Zoom

Dadurch ist auch der Verbindungspunkt zur neutralen Sektion des Frontflügels in der Mitte verändert, was einen Einfluss auf die Bildung des sogenannten Y250-Wirbels hat, der dort generiert wird. Auch die Form des ersten Flaps darüber hat sich dadurch verändert. Der r-förmige Kaskadenflügel ist an der Oberseite nun etwas eingerollt, was ebenfalls die Bildung der Wirbel beeinträchtigt.

Ob das Update etwas bringt, wird sich im Laufe des Wochenendes zeigen. Bislang konnte der Rennstall nur einmal in dieser Saison punkten, und für Sirotkin ist das Rennen in Hockenheim mit dem Update so etwas wie die Stunde der Wahrheit. "Es ist ziemlich wichtig, weil wir sehr lange an diesen Teilen gearbeitet haben", meint er. Sollten die Probleme damit aber nicht gelöst werden, "dann bedeutet es, dass wir ein tiefergehendes Korrelationsproblem haben, das etwas länger braucht, um gelöst zu werden. Das wäre natürlich viel schmerzhafter für das Team."

Doch selbst wenn das Update die gewünschte Wirkung erzielen sollte, geht Sirotkin nicht davon aus, dass dem Team damit ein großer Sprung gelingt - schließlich soll das Update keine Rundenzeit bringen. "Wir waren beim vergangenen Rennen weit zurück, und es wäre ziemlich optimistisch zu glauben, dass wir eine Sekunde finden, nur weil wir etwas Neues an das Auto bringen", gibt er sich keinen Illusionen hin.

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