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Williams: DRS und V6-Turbos gut für die Formel 1

Wieso Frank Williams hinter DRS und der Sechszylinder-Turboformel steht und wie sich der Motorensound ab 2014 verändern wird

(Motorsport-Total.com) - Frank Williams hat die Evolution der Formel 1 hautnah miterlebt - von den ersten Flügeln über die Ground-Effect-Autos mit Turbomotoren bis zu den elektronischen Fahrhilfen. Nach wie vor wird in regelmäßigen Abständen am Formel-1-Reglement herumgedoktert. Vor zwei Jahren führte man das Energie-Rückgewinnungs-System KERS ein, dieses Jahr folgte mit dem verstellbaren Heckflügel die nächste Überhol-Hilfe.

Frank Williams (Teamchef)

Frank Williams ist seit Jahrzehnten eng mit der Formel 1 verbunden

Was so manchem Puristen ein Dorn im Auge ist, stört den Williams-Gründer kaum. "Unsere Fahrer haben gesagt, dass es hilft. Ich habe weder von einem Fahrer, noch von der Presse irgendetwas Negatives über das neue Reglement gehört", stellt sich Williams gegenüber 'ESPN F1' hinter die Einführung des verstellbaren Heckflügels, der das Überholen deutlich erleichtert, Piloten manchmal sogar zu wehrlosen Opfern ihrer Rivalen macht.

Williams: Positives Zeugnis für Pirelli

Auch die Ablöse von Allein-Reifenausrüster Bridgestone durch Pirelli sieht Williams nicht als Nachteil, auch wenn die Haltbarkeit der Reifen im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer ist. Er spricht den Italienern ein Lob aus: "Wenn man in Betracht zieht, dass Pirelli jegliche Erfahrung fehlte, bevor sie in die Formel 1 kamen, und wenn man sich die geforderten Reifen ansieht, dann haben sie soweit ich mich erinnern kann keinen Fehler gemacht und es gab auch keine großen Reifenschäden."

"Ich habe weder von einem Fahrer, noch von der Presse irgendetwas Negatives über das neue Reglement gehört." Frank Williams

Williams kommt zum Schluss: "Es ist so, als wären sie bereits seit 15 Jahren und nicht erst seit zwei Jahren hier. Das ist eine bemerkenswerte technische Leistung."

Neue Motorenformel gut für die Formel 1

2014 beginnt in der Formel 1 einmal mehr eine neue Ära. Die aktuellen V8-Saugmotoren mit 2,4 Liter Hubraum werden durch V6-Turbomotoren mit 1,6 Liter Hubraum ersetzt. "Ich mag die Sechszylinder-Turbo-Idee", meint der Brite. "Dadurch bewegt sich der Sport technisch vorwärts, es gibt kleinere, verbrauchseffizientere Motoren."

Williams weiß aber auch, dass dies für den Großteil der Zuschauer keinen bedeutenden Unterschied macht: "Ich stellte mir vor, dass sich ungefähr 20 Prozent der Formel-1-Fans am technischen Fortschritt wie am Rennsport erfreuen. Die meisten Leute wollen aber nur guten Rennsport sehen und die diesjährigen Veränderungen waren da mit Sicherheit förderlich."

Motorensound wird sich verändern


Fotos: Williams, Großer Preis von Ungarn


Ab der kommenden Saison feiert die Erfolgs-Partnerschaft zwischen Williams und Renault nach eineinhalb Jahrzehnten Unterbrechung eine Fortsetzung. Die Franzosen arbeiten bereits an der Entwicklung des 2014er-Aggregats und verfügen über erste Erkenntnisse. Die größte Sorge von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone war, dass durch die kleineren Aggregate der typische kreischende Formel-1-Sound verloren gehen könnte.

Sind diese Bedenken durch die Abwendung der Vierzylinder-Motoren inzwischen gegenstandslos? "Es wird einen Unterschied geben zwischen dem Motorensound 2014 und den aktuellen Motoren", verrät Renaults Motorenchef Rob White gegenüber 'ESPN F1'. "Ich schätze, dass wir uns auch an den Unterschied gewöhnt haben, als wir vor Jahren in die andere Richtung gingen und die Turbomotoren durch Saugmotoren ersetzten."

Weniger Lärm ab 2014

Doch inwiefern wird sich der Motorensound 2014 verändern? "Die Einführung von Turboladern und die Reduktion der Drehzahl (15.000 statt 18.000 Umdrehungen pro Minute, Anm.) wird weniger Lärm verursachen", prognostiziert White. "Dennoch darf man nicht vergessen, dass es sich um besondere Motoren handeln wird, die viel Lärm erzeugen werden, was eine Art Erfolgsfaktor für diese Formel ist."

"Es wird einen Unterschied geben zwischen dem Motorensound 2014 und den aktuellen Motoren." Rob White

White sieht die Hersteller durch das neue Motorenreglement mit einer viel größeren Herausforderung konfrontiert als bisher: "Wir sollten nicht nur von Motoren sprechen, sondern vom gesamten Antriebsaggregat - den 1,6-Liter-Turbomotoren, einem größeren KERS, dem Elektromotor in den Boxen und so weiter. Das ist ein bisschen eine Unbekannte. Die neuen Antriebsaggregate für 2014 sind definitiv viel komplexer und stellen uns vor eine größere Herausforderung."

Renault möchte vier Teams ausrüsten

Noch ist aber unklar, ob man auch 2014 wie in der kommenden Saison mit Red Bull, Renault, Lotus und Williams vier Teams ausrüsten wird. "Wir wissen noch nicht, wer 2014 Motoren liefert", bestätigt White. "es handelt sich um große Konstruktionsprojekte, die durchgebracht werden müssen. Wir rechnen damit, beim ersten Rennen 2014 mit einem Renault-Motor am Start zu sein. Wir rechnen damit, vier Teams auszurüsten."

Auch der neue Motorenhersteller PURE, hinter dem Ex-BAR-Teamchef Graig Pollock steckt, buhlt um mögliche Kunden. "Ich schätze, dass auch andere Leute ihre Meinung geäußert haben, wie viele Teams sie ausrüsten möchten", meint der Renault-Motorenchef. "Wenn wir davon ausgehen, dass es 2014 zwölf Teams geben wird, dann werden sich die anderen Hersteller die verbleibenden acht Teams teilen. Wir kennen aber die Formel 1 und wissen, dass sich die Dinge plötzlich ändern können. Fundamental ist aber, dass noch niemand offiziell angekündigt hat, mit wem er 2014 arbeiten wird. Das wird sich in den kommenden Monaten aufklären."

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