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Williams: Budapest-Tief nur eine Eintagsfliege?

Die Williams-Performance in Budapest war unterirdisch, doch im Team hat man bereits damit gerechnet und geht von einem Einzelfall aus: Spa und Monza besser

(Motorsport-Total.com) - Ist der Williams FW37 ein Schönwetter-Auto? Der Eindruck drängt sich auf, denn die Bedingungen müssen für die weißen Boliden passen, wenn sie annehmbare Ergebnisse einfahren wollen. Ist das nicht der Fall, dann haben Felipe Massa und Valtteri Bottas meist ein Problem. Dass der Williams im Regen keine Granate ist, war bereits im vergangenen Jahr so, und hat sich zuletzt in Silverstone bestätigt.

Felipe Massa

Keine Punkte: Williams hat in Budapest keine gute Figur abgegeben Zoom

Als die Strecke nass wurde, verspielte man noch das sichergeglaubte Podium. Zwar waren falsche Taktikentscheidungen ebenfalls daran schuld, doch die Pace war im Regen alles andere als gut. Gleiches könnte man auch für den Auftritt in Budapest sagen, allerdings wäre das wohl noch untertrieben. Auf dem Hungaroring fuhren die Piloten unter ferner liefen und kamen nur auf den Positionen zwölf und 13 ins Ziel.

Wer an unglückliche Umstände glaubt, der sieht sich getäuscht, denn Williams hatte so ein Debakel bereits erwartet: Auch im ähnlich langsamen Monaco kam man nur auf die Ränge 14 und 15. "Wir haben gesehen, dass uns lange Kurven, in denen man viel Zeit verbringt, nicht entgegenkommen", erklärt Bottas das Problem seines Boliden. "Dort verlieren wir viel Zeit. Wir haben Probleme, auf das gleiche Abtriebsniveau wie die anderen zu kommen."

Williams sucht nach Lösungen

Auch Rob Smedley, Leiter der Fahrzeugperformance, ist alles andere als überrascht: "Unser Hauptaugenmerk muss darauf liegen, was am Sonntag schiefgelaufen ist, nicht was am Wochenende falsch lief. Das Wochenende lief nämlich im Großen und Ganzen nämlich wie erwartet", sagt der Brite. Das heißt allerdings nicht, dass man das Problem bei Williams nicht erkannt hat und sich nicht damit auseinandersetzen möchte.


Fotostrecke: GP Ungarn, Highlights 2015

"Wir haben uns hingesetzt und gesagt, dass Monaco ein Problem war, anstatt es zu verdrängen", bestätigt er, dass man schon nach dem Grand Prix im Fürstentum auf Lösungssuche gegangen ist. "Zuerst muss man ein Problem anerkennen, bevor man es lösen kann. Wir sind ständig auf der Suche zu verstehen, warum wir nicht so viel Speed in der Mitte von langsamen und mittelschnellen Kurven mitnehmen können."

"Wenn wir das verstehen, können wir es in das Design einbringen - auch schon in dieser Saison", so Smedley weiter. Eine schnelle Lösung wäre hilfreich, denn mit Singapur steht ein weiterer langsamer Kurs noch auf dem Programm, auf dem Williams alt aussehen könnte, doch Massa legt die Hoffnungen in das Team: "Ich bin zu 100 Prozent zuversichtlich, dass es eine einmalige Sache war", sagt der Brasilianer, der in Silverstone noch um das Podium oder sogar um den Sieg kämpfen konnte.

Es war nicht alles schlecht...

In Grove ist die Zuversicht trotz des schlechten Ergebnisses ungebrochen. Zwar ist Red Bull mit seinen 33 eingefahrenen Zählern wieder näher an Rang drei herangerückt (zum WM-Stand), doch der Vorsprung auf die Bullen ist noch komfortabel, und alles war in Budapest auch nicht schlecht, meint Rob Smedley. "Es ist gut, dass es kurze Momente gab, in denen das Auto schnell war. Es war zwar nicht so schnell wie gewünscht, aber mit Sicherheit keine Sekunde langsamer als Red Bull oder Ferrari. Es ist nicht wie in Monaco, wo es von der ersten Runde am Freitag bis zur Zielflagge ein Desaster war."

Rob Smedley

Laut Rob Smedley sei nicht alles am Hungaroring schlecht gewesen Zoom

Das zeigen auch die Ergebnisse: In der Qualifikation konnte man immerhin die Plätze sechs und acht belegen, bei den schnellsten Rennrunden bewegte man sich ebenfalls auf diesen Positionen. "Wir müssen die Teile herauspicken, wo wir schnell waren, gleichzeitig aber die verstehen, wo wir nicht schnell waren", sagt Smedley und will sich die Schwachstellen noch einmal genau anschauen - zum Beispiel die Reifen.

"Irgendetwas hat die Reifen nicht zum Arbeiten bekommen, vielleicht lag es an der Temperatur", rätselt Massa über die schlechte Performance. Im hitzigen Qualifying war man auf einer Runde noch schnell, als es am Sonntag kühler war, konnte man die Reifen jedoch anscheinend nicht ins richtige Arbeitsfenster bringen und hat sie damit etwas mehr zerstört. "Es ist ein Problem, wie wir die Reifen behandeln", nickt Smedley. "Niemand versteht die Reifen zu 100 Prozent."

In Spa und Monza wieder obenauf?

Selbst der neue Frontflügel, den nur Bottas an seinem Auto hatte, konnte da nicht weiterhelfen: "Ich hoffe, dass es ein guter Flügel ist, aber Valtteri war nicht dort, wo wir ihn haben wollten", kann sich Smedley noch nicht viele Reime auf die Weiterentwicklung machen, und auch der Finne ist noch skeptisch: "Er bringt mehr Abtrieb in den Kurven, aber der Schritt war ziemlich gering", erklärt er. "Trotzdem hilft natürlich jedes Bisschen immer."


Fotos: Williams, Großer Preis von Ungarn, Sonntag


Williams im Performance-Tief, die neuen Teile nicht der gewünschte Sprung - muss Williams um Rang drei in der Konstrukteurs-WM bangen? Nein, glaubt man im Team. "Es kommen noch viele, viele gute Strecken für uns. Ich bin sicher, dass wir wieder auf Pace kommen werden", macht sich Massa noch keine Sorgen um die Situation. Vor allem die kommenden Strecken in Spa-Francorchamps und Monza sollten dem Williams entgegenkommen.

"Die langen Geraden und schnellen Kurven sind für unser Auto nicht schlecht, von daher freuen wir uns darauf. Es wird definitiv anders als hier", meint auch Teamkollege Bottas. "Dort werden wir automatisch konkurrenzfähiger sein." Ausruhen dürfe man sich aber dennoch nicht, denn mit Singapur und Suzuka warten danach wieder zwei Strecken, auf denen mehr Abtrieb gefragt ist. Zudem droht in Spa stets die andere Achillesferse, der Regen. Doch Smedley gibt sich betont gelassen: "In Silverstone haben wir viel gelernt, und ich hoffe, dass sich das in Spa zeigen wird."

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