powered by Motorsport.com

Williams-Bestzeit trotz Regenschwäche: "Definitiv viel besser"

Warum die Williams-Fahrer bei Regen nicht in der Box blieben und man optimistisch ist, die Probleme bei nasser Piste und in langsamen Kurven in den Griff zu kriegen

(Motorsport-Total.com) - Während manche Piloten heute den verregneten Nachmittag in der Box verbrachten, sorgte Williams für etwas Unterhaltung: Valtteri Bottas und Felipe Massa absolvierten gemeinsam 14 Runden - damit war die Truppe aus Grove hinter McLaren-Honda (20 Runden) das zweitfleißigste Team. Während Bottas (+1,391 Sek.) und Massa (+1,978) am Vormittag auf den Plätzen acht und zwölf rangierten, tauchte man bei Regen plötzlich in umgekehrter Reihenfolge auf den Positionen eins und drei (+0,230) auf.

Valtteri Bottas

Gar nicht wasserscheu: Williams nutzte die feuchte Piste für Verbesserungen Zoom

Hat Williams seine Regenschwäche nun also endgültig ausgemerzt? "Die absolvierten Runden geben uns ein Verständnis von der Strecke, und wie sie sich bei nassen Bedingungen anfühlt, aber es ist schwer zu sagen, wo wir uns im Vergleich zu den anderen befinden, da so wenige Autos auf der Strecke waren", gibt sich Massa trotz Regen-Bestzeit in letzter Sekunde zurückhaltend. Am Vormittag war er auf der wenig Grip bietenden Strecke ausgerutscht und beinahe mit Lewis Hamilton kollidiert.

Smedley mit Fortschritten zufrieden

"Wir haben aber einige Dinge über die Reifen gelernt und wie sich das Auto bei feuchten Bedingungen verhält", wirft Bottas ein. Der Finne verzeichnete kurz vor Schluss einen Reifenschaden und musste seinen Angriff abbrechen, außerdem erhielt er eine Verwarnung für das Überkreuzen der weißen Linie bei der Boxeneinfahrt.

Tatsächlich nutzte das Team aber das heutige Training, um zu überprüfen, ob man die Schwächen des Autos in den Griff kriegt. "Wir haben als Gruppe ziemlich viel Zeit investiert, um herauszufinden, wo bei unserem Auto die Probleme in den langsamen Kurven und im Nassen liegen", bestätigt Chefingenieur Rob Smedley. Der Brite ist guter Dinge: "Diese Arbeit beginnt nun, Früchte zu tragen, und wir bekommen eine Idee, in welche Richtung wir mit dem Auto gehen müssen. Wir wollten deshalb viel fahren, und heute war es definitiv viel besser als sonst bei diesen Bedingungen."


Fotos: Williams, Großer Preis von Russland


Auch die Daten aus dem letzten Sektor geben Smedley viel Hoffnung. "Die generelle Streckenführung legt den Schwerpunkt auf Leistung und wenig Luftwiderstand, was gut für uns ist", erklärt der ehemalige Ferrari-Mann. "Aber dann gibt es noch einige langsame Kurven, speziell im letzten Sektor, und ich bin von der Arbeit, die wir diesbezüglich geleistet haben, ziemlich ermutigt."

Williams sieht Ferrari in Reichweite

Aus diesem Grund glaubt er, dass Ferrari nicht außer Reichweite ist, obwohl die Scuderia in der Konstrukteurs-WM als Zweiter 129 Punkte Vorsprung hat. "Wenn wir ein gutes Saisonende haben und zumindest den dritten Platz sichern, aber auch hin und wieder Ferrari schlagen, dann können wir guten Gewissens in den Winter gehen", gibt er die Marschroute vor. Für Sotschi ist er zuversichtlich, vor den Italienern zu liegen: "Wir haben das Gefühl, dass wir vielleicht vorne liegen, wenn unsere Simulationen stimmen."

Zunächst wird es aber darum gehen, am Samstag-Vormittag das Auto perfekt auf Qualifying und Rennen abzustimmen, da die Daten vom Freitag nur wenig repräsentativ sind. "Wir benötigen nun einen guten Plan für das dritte Freie Training", sagt Smedley. Und Massa ergänzt: "Der morgige Vormittag wird sehr stressig für alle, und wir müssen schauen, dass wir das Maximum aus diesem Training herausholen."