powered by Motorsport.com

Wiedererkennung: Helmdesign-Einfrierung nur der Anfang?

Während sich die meisten Fahrer mit der Helmdesign-Festlegung arrangieren können, will die FIA noch mehr Wiedererkennungs-Wert durchsetzen

(Motorsport-Total.com) - Welcher Fahrer sich da nun genau ins Kiesbett gedreht hat oder was sich Sebastian Vettel und sein Helme-Macher für den nächsten Grand Prix ausgedacht haben, gehörte in der Vergangenheit oft zu der Kategorie Rätselraten in der Königsklasse. In Zukunft soll sich das aber ändern. Denn laut Beschluss der Formel-1-Kommision, die am 17. Februar in Genf tagte, soll man die Piloten zukünftig zumindest an den Helmen gut wiedererkennen können.

Max Verstappen

Auch Max Verstappen muss an seinem ausgesuchten Helm-Design festhalten Zoom

Die Anti-Helmchen-wechsel-dich-Regel stößt in der Öffentlichkeit auf Unverständnis, bei den Betroffenen größtenteils auf Gleichgültigkeit und bei den Verantwortlichen nur teilweise auf Befriedigung. Denn für den vor allem zu Vermarktungszwecken notwendigen Wiedererkennungs-Wert würde die FIA am liebsten noch weiter gehen.

Die festgelegten Startnummern, die in der vergangenen Saison eingeführt wurden und den Piloten nicht mehr seiner WM-Platzierung im jeweils vorangegangen Jahr zuordnen, sondern seine Karriere lang anhaften sollen, waren nur der Anfang. Anhand eines festgelegten Helmdesigns, das mindestens eine Saison lang nicht mehr verändert werden darf, soll nun noch mehr Klarheit für Fans und Vermarktungs-Strategen schaffen.

Nächster Schritt: Auffälligere Startnummern

Was in den sozialen Medien beinahe für einen Aufschrei sorgte, schon zu zahlreichen Scherzen führte und selbst für Experten schwer nachzuvollziehen ist (Alex Wurz fragte via Twitter bereits, was als nächstes käme, festgelegte Haarschnitte?), bleibt für FIA-Präsident Jean Todt und Co. aber lediglich ein Kompromiss.


Fotostrecke: Top 10: Coole Helme von Sebastian Vettel

Ginge es nämlich nach den Serien-Verantwortlichen, so würden auch die Autos auffälligen ihren jeweiligen Piloten zugeordnet sein. Größere Startnummer, vorzugsweise auf den Flanken der Boliden oder gar eine Le-Mans-Prototyp-ähnliche Finne eigens für Startnummer, Namen und Landesflagge des Fahrers schweben der FIA vor. Aerodynamiker und Sponsoren, die ihre Logos möglichst prominent am Auto sehen wollen, wehren sich jedoch gegen solche Ideen.

Adrian Sutil

Im 2014er-Sauber kaum zu erkennen: Wer sitzt hier am Steuer? (Adrian Sutil) Zoom

Immerhin ist beispielsweise auf dem neuen blauen Anstrich von Sauber nun die Startnummer auf der Nase besser zu erkennen, als auf dem grauen Vorgänger der Saison 2014, bei dem es deutlich schwerer fiel Adrian Sutil von Esteban Gutierrez zu unterscheiden. "Ich finde, die Regel hat Sinn", kommentiert auch Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda. "Manchmal wusste ich bei meinen eigenen Fahrern nicht mehr, wer das Auto fährt." Lewis Hamilton und Nico Rosberg trieben es dabei 2013 auf die Spitze, als sie beide mit gelblichen Helmen fuhren.

Unter dem aktuellen Starterfeld kommt das Einfrieren der Helmdesigne gar nicht so schlecht an, wie zunächst angenommen. So meint etwa Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo: "Wenn ich mein Design behalten muss, dann tue ich das einfach. Jemand wie Seb (Sebastian Vettel; Anm. d. Red.) wird da etwas mehr zu leiden haben, denke ich." Und auch Williams-Kollege Felipe Massa wandelt eher auf den Spuren eines Senna oder Schumacher, deren Helmdesigns noch heute ihren Erkennungs-Wert haben: "Der Helm ist dein zweites Gesicht. Ich verstehe nicht, dass man das Design dauernd ändern muss."