Wie sich Racing Bulls gegen Vorwürfe anderer Formel-1-Teams wehrt

Nur eine Red-Bull-Kopie und unfair gegenüber den anderen Rennställen? So wehrt sich Racing-Bulls-Teamboss Peter Bayer gegen die Vorwürfe der Formel-1-Konkurrenz

(Motorsport-Total.com) - Was, wenn Racing Bulls mit Red-Bull-Technologie einen großen Sprung macht und auf einmal im Formel-1-Mittelfeld mitmischt? Das ist ein Szenario, das zum Beispiel McLaren-Boss Zak Brown Kopfschmerzen bereitet. Denn er fürchtet um das Kräfteverhältnis, wenn ein Team zu sehr von einem anderen Team profitiert.

Titel-Bild zur News: Der neue Racing Bulls VCARB 01 für die Formel-1-Saison 2024

Der neue Racing Bulls VCARB 01 für die Formel-1-Saison 2024 Zoom

Der Vorwurf einer zu engen Zusammenarbeit zwischen zwei Konstrukteuren ist nicht neu. Er wird immer dann laut, wenn eine Kooperation intensiviert wird und die Chance besteht, dass damit ein Team deutlich schneller werden könnte als bisher. So wie aktuell Racing Bulls, das ehemalige AlphaTauri.

Doch Racing-Bulls-Geschäftsführer Peter Bayer will dergleichen nicht unkommentiert stehenlassen. Im Gespräch mit RacingNews365 sagt er: "Erfolg zu haben ist der einfachste Weg, um dich selbst unbeliebt zu machen. Das lernt man mit als Erstes in der Formel 1."

"Solange du an letzter Stelle stehst, merken die Leute nicht einmal, dass du da bist. Wenn du aber anfängst, an ihre Türe zu klopfen, dann bekämpfen sie dich mit allem, was sie haben."

Sorge vor unfairem Vorgehen ist unbegründet, sagt Bayer

Im konkreten Fall aber sei die Sorge der anderen Teams unbegründet, meint Bayer und verweist auf seine eigene Vergangenheit beim Automobil-Weltverband (FIA), wo er als ein Formel-1-Geschäftsführer tätig war. Er wisse deshalb genau, wie engmaschig die Technik und etwaige Kooperationen überwacht werden.

"Und natürlich wird alles umso intensiver beobachtet, wenn Teams eng zusammenarbeiten", sagt Bayer. So wie bei Racing Bulls und Red Bull. Doch bisher habe die FIA nichts beanstandet. Im Gegenteil. "Es hieß, es handelt sich [bei unserem Auto] um ein anderes Konzept [als bei Red Bull]", erklärt er. "Wir machen uns daher keine Sorgen."

Es bleibt bei einem Kampf von David gegen Goliath

Zumal es ihm ein Anliegen sei, mit Racing Bulls "hart, aber fair" vorzugehen in der Formel 1. Und bei allen Bedenken gegenüber einer engen Zusammenarbeit mit Red Bull dürfe man nicht vergessen, wo Racing Bulls herkomme: nämlich aus dem Tabellenkeller.


Fotostrecke: Formel 1 2024: Der Racing Bulls VCARB 01 von Ricciardo und Tsunoda

Bayer: "Wenn man die Punkte der letzten vier Teams in der Konstrukteurswertung 2023 zusammenzählt, dann kommt man auf weniger Punkte als das Team auf P6. Das bedeutet: In der Formel 1 geht es unterm Strich um Ressourcen, aber heutzutage eben auch um Effizienz. Ich glaube daher, die Teams weiter hinten brauchen eine gewisse Unterstützung, um konkurrenzfähig zu bleiben."

Kleinere Teams hätten aus eigener Kraft schlicht nicht die Möglichkeit, mit den größeren Teams mitzuhalten, weder finanziell noch sportlich, so Bayer weiter.

"Realität ist: Nicht alle zehn Teams verdienen Geld mit der Formel 1. Deshalb müssen wir aufpassen, dass wir bei der Paranoia von gewissen Leuten nicht überreagieren."

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