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  • 26.03.2010 · 13:20

  • von Fabian Hust

Wenn selbst die Insider im Dunkeln tappen

Angesichts der deutlich größer gewordenen Tanks wissen die Teams in diesem Jahr freitags noch weniger über ihre Konkurrenzfähigkeit Bescheid als bisher

(Motorsport-Total.com) - Die Erwartungen vor dem ersten Saisonrennen der Formel-1-Saison 2010 waren gewaltig. Auf dem Papier gab es viele Favoriten auf den Sieg, zudem mit Michael Schumachers Rückkehr ein spektakuläres Comeback. Am Ende erlebten die Fans ein Rennen, das durch die Vorsicht der Teams und Fahrer nach Einführung des Tankverbots geprägt war. Spannung und Überholmanöver waren somit Mangelware.

Christian Horner (Teamchef), Martin Whitmarsh (Teamchef), Stefano Domenicali (Teamchef), Ross Brawn (Teamchef)

Selbst die Formel-1-Experten tappen diese Saison vermehrt im Dunkeln

Dennoch gab es im Feld die eine oder andere Überraschung. Für McLaren-Mercedes war es eine negative: "Wir dachten nicht, dass wir derart langsam sein würden. Das war eine Überraschung", so McLaren-Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh. "Wir waren immer noch auf Position drei ins Ziel gekommen. Ferrari und Red Bull sehen sehr schnell aus. Abgesehen davon denke ich nicht, dass es irgendwelche großartigen Überraschungen gegeben hat."#w1#

Positive Überraschung für Ferrari

Die Reihenfolge beim Saisonauftakt in Manama war aus Sicht von McLaren-Mercedes natürlich nicht die richtige: "Für Ferrari war es jedoch gut. Sie haben offensichtlich gute Arbeit geleistet, und Red Bull war im Qualifying sehr schnell, beeindruckend schnell. Wir haben im Qualifying absolut nicht ausreichend Leistung gezeigt. Im Rennen waren wir etwas respektabler unterwegs."

Für Ferrari war der Doppelsieg im Wüstenstaat eine positive Überraschung: "Das war ein fantastisches Ergebnis", so Teamchef Stefano Domenicali. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir dieses Ergebnis zu Beginn erwartet hatten. Das war eine fantastische Überraschung, aber nichtsdestotrotz dürfen wir nicht vergessen, dass Red Bull schneller zu sein scheint."

"Ich denke, dass wir alle ziemlich eng beieinander liegen. In Bahrain haben wir das maximale Ergebnis erzielt. Und wenn man das Leistungsniveau unserer Hauptgegner Red Bull, Mercedes und McLaren im Vergleich zu den anderen betrachtet, dann sollten wir über die Tatsache sehr glücklich sein, dass wir Erster und Zweiter wurden."

Negative Überraschung für Red Bull Racing

Sebastian Vettel lag auf dem sicheren Siegkurs, bis er schlagartig langsamer wurde: "Für uns war es die größte Überraschung, als wir von Runde 33 an plötzlich auf sieben Zylindern liefen", erinnert sich Teamchef Christian Horner. "Bis dahin war das Wochenende sehr gut verlaufen."

"Bei den Testfahrten im Winter ist das Problem, dass es sehr schwierig ist, die Geschwindigkeit vorherzusagen, was mit den Benzinmengen zusammenhängt, mit denen wir nun fahren. Wir hielten an unserem eigenen Programm fest, und erst am Samstag, als das Benzin herausgenommen wurde, hatten wir wirklich das erste Mal eine Ahnung davon, wo wir stehen, was natürlich ermutigend war. Die Leistung unseres Autos im Rennen war ebenfalls ermutigend. Es war einfach Pech, dass wir nicht den Sieg holten, der zum greifen nah war. Aber solche Dinge kommen vor."

Mercedes nicht überrascht: Zu langsam

Kein Wort um den Sieg redete das Mercedes-Team mit: "Es gab keine großen Überraschungen", so Teamchef Ross Brawn. "Wir sind noch nicht ganz dort, wo wir sein wollen, und aus diesem Grund waren die Ergebnisse etwas enttäuschend. Aber wir wissen, was wir tun müssen."

"Die Saison geht über viele Phasen", holt der Brite aus. "Im ersten Teil der Saison etabliert sich jeder dort, wo er steht, und dann reagiert er dort, wo er sich wieder findet. Im Moment reagieren wir also."

Die Karten werden neu gemischt

In Melbourne werden die Karten schon wieder neu gemischt, denn der Kurs ist von seiner Charakteristik völlig anders als jener in Manama: "Wir müssen vorsichtig sein", so Whitmarsh. "Wir hatten heute schon einen ordentlichen Tag. Aber es ist erst Freitag, und wir alle fahren mit unterschiedlichen Benzinmengen. Das gestaltet es ziemlich unmöglich zu wissen, wo man steht. Man muss einfach sein eigenes Programm verfolgen. Wir hatten einen ordentlichen Tag, aber unglücklicherweise zählt das nichts. Wir werden sehen, wie es morgen läuft."

Bei McLaren-Mercedes hofft man vor allem darauf, dass der glatte Asphalt in Melbourne dem Team entgegenkommt. In Bahrain kämpfte man mit den Unebenheiten im mittleren Sektor: "Das war der Fall. Wir hatten für diesen Kurs nicht den richtigen Abtrieb, und wir reagierten auch nicht ausreichend auf die Unebenheiten in der neuen Sektion dieses Kurses. Wir hätten bessere Arbeit leisten können. Wir wären im Qualifying wohl nicht so schnell gewesen wie Red Bull, aber ich denke, das wirs ein wenig mehr hätten erreichen können."

Kein Programm nach Plan

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali verweist auf die wechselhaften Wetterbedingungen: "Ich denke, dass heute niemand das Programm wie geplant abspulen konnte. Wir wissen nicht genau, wo wir stehen. Man sieht, dass die Abstände sehr groß sind, das hängt nicht nur mit der Leistung zusammen, da sind unterschiedliche Benzinmengen im Spiel. Wir werden also erst morgen wissen, wo wir im Vergleich zu allen anderen Gegner stehen."

"Das einzige, was ich auf Basis des heute Morgen gesehenen sagen kann ist, dass Renault scheinbar gute Arbeit mit seinem Auto geleistet hat, beide unter die ersten zehn gebracht hat", so der Italiener weiter. "Wir müssen meiner Meinung nach respekt vor der Arbeit haben, die sie geleistet haben. Je weiter die Saison voranschreitet, desto mehr neue Gegner werden wir erhalten."

Red Bull im Qualifying erneut top?

"Wir haben uns durch unser Programm gearbeitet", blickt Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner auf den Tag zurück. "Beide Fahrer schienen über ihr Auto glücklich gewesen zu sein. Es war jedoch erneut schwierig zu wissen, wo man in Bezug auf die Konkurrenzfähigkeit steht. Es war schade, dass das Wetter die Einheit zerstört hat. Generell sind wir jedoch ziemlich glücklich. Wir werden sehen, wo wir morgen stehen."

Vier Sekunden Benzin-Differenz

Zwischen wenig Benzin an Bord und vollen Tanks ist ein Unterschied von vier Sekunden, deshalb ist es sehr schwierig zu beurteilen, wo man steht", erklärt Brawn. "Ich denke, dass alle mit beiden Niveaus fahren, um am ersten Tag zu beurteilen, wo sie stehen. Man muss die Bremsen überprüfen, man muss ein wenig mit viel Benzin arbeiten."

"Mit Michael haben wir meiner Meinung nach heute Fortschritte erzielt. Vielleicht sind wir mit Nico in Bezug auf ein paar Veränderungen am Setup in die falsche Richtung gegangen, und er war aus diesem Grund schlussendlich mit dem Auto nicht so glücklich. Generell nutzen wir das Potenzial des Autos aus, von dem wir wissen, dass es noch nicht groß genug ist. Aber wir hatten einen ordentlichen Tag."

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