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Weitere Reaktionen auf den Honda-Ausstieg

Für Heinz-Harald Frentzen kommt der Formel-1-Ausstieg von Honda völlig überraschend, während Allan McNish mit weiteren Rückzügen rechnet

(Motorsport-Total.com) - Der Honda-Rückzug aus der Formel 1 sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Allgemeiner Tenor: Verlierer ist der Sport, der nun etwas unternehmen muss, um eine weitere Schrumpfung des Starterfeldes zu verhindern. Denn angesichts der Weltwirtschaftskrise gibt es Befürchtungen, dass Honda nur den Anfang gemacht haben könnte.

Honda RA108

Honda hat diese Woche den Rückzug aus der Formel 1 bekannt gegeben

"Ich glaube, sie werden nicht die Letzten bleiben", gab sich etwa Ex-Toyota-Pilot Allan McNish besorgt. "Fiat ist bereits aus der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft ausgestiegen. Die Wirtschaft schrumpft und die Leute schauen sich nervös an. Es ist verrückt, 400 Millionen Euro in einen Sport zu investieren, nicht wahr? Ich befürchte, dass nach dem Rückzug eines japanischen Konzerns bald auch Toyota folgen könnte."#w1#

Anderson kritisiert Teams und die FIA

"Auf der einen Seite enttäuscht, auf der anderen aber auch nicht" zeigte sich Ex-Formel-1-Konstrukteur Gary Anderson: "Viele Teams haben noch gar nicht realisiert, dass das Wirtschaftswachstum rückläufig ist und dass sich das auswirken wird. Darauf müssen sie reagieren. Die Kosten sind gigantisch und gingen nach oben, während Hondas Resultate immer schlechter würden. Das ist das, was die Vorstände in Japan sehen."

Anderson sieht die Schuld auch bei der FIA: "Sie haben Regeländerungen für nächstes Jahr festgelegt, die astronomische Zusatzkosten verursachen", kritisierte er in Anspielung auf Aerodynamik, KERS und Co. Und FOTA-Boss Luca di Montezemolo sagte: "Ich stehe den Leuten des Teams, denen schwierige Zeiten bevorstehen, sehr nahe. Leider können solche Dinge unter solchen Umständen, wie wir sie gerade haben, passieren."

Arbeitsplätze gefährdet

An die Mitarbeiter denkt auch McNish: "Die Fahrer sind ja nur zwei Angestellte unter 1.000, kleine Zahnrädchen. Aber meine Gedanken sind auch bei den Ingenieuren, Mechanikern und Rezeptionisten, die jetzt ausgerechnet vor Weihnachten ein paar unsichere Wochen erleben", erklärte der Sportwagenfahrer. An die möglicherweise gefährdeten Arbeitsplätze in Brackley dachte auch FIA-Präsident Max Mosley.

"Sehr überrascht" über die Honda-Entscheidung ist Heinz-Harald Frentzen, wie der Deutsche gegenüber den Kollegen von 'autosport.com' versicherte. Gerade angesichts der Verpflichtung von Ross Brawn im vergangenen Winter hätte Frentzen nicht mit einem solchen Schritt gerechnet: "Ich dachte, dass sie mit Ross Brawn wieder attackieren würden", gab der dreifache Grand-Prix-Sieger zu Protokoll.