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Webber: "Als hätte Vettel in diesem Jahr mein Auto"

Mark Webber kann die Probleme seines ehemaligen Teamkollegen Sebastian Vettel nachvollziehen und hat eine Erklärung für Daniel Riccardos Erfolg

(Motorsport-Total.com) - Mark Webber weiß wie es ist für Red Bull zu fahren. Er weiß auch wie es ist an der Seite von Sebastian Vettel zu fahren. Und er weiß wie es ist das vermeintlich schwächere Auto in der Garage zu haben. Der Australier, der die Formel nach der vergangenen Saison verlassen hat, um für Porsche Langstreckenrennen zu fahren, kann deshalb am besten nachfühlen, wie es Daniel Ricciardo und Vettel in diesem Jahr ergeht.

Mark Webber

Immer noch gefragt: Ex-Red-Bull-Pilot Mark Webber Zoom

Nachfolger und Landsmann Ricciardo hätte es kaum besser ergehen können. In seinem ersten Jahr für Red Bull hat er gerade seinen dritten Sieg eingefahren, nach zwölf Rennen schon 156 Punkte gesammelt und ist Mercedes-Verfolger Nummer eins. "Er ist fantastisch", äußert sich Webber gegenüber 'Sky Sport F1'. "Er scheint mit den Regeln gut zurechtzukommen, er ist eins mit dem Auto und er ist sehr selbstbewusst wenn er einmal einen Lauf hat."

Auf der anderen Seite der Garage herrscht weniger Freude. Die Pace von Ricciardo kann Vettel selten mitgehen. Hinzu kommen zahlreiche technische Defekte, die ihn immer wieder zurückwerfen. Eine Situation, die Webber nur allzu gut kennt, war er es doch vier Jahre lang, der das Pech im Team ertragen musste.

Vettel, Hamilton und Räikkönen im Pech

"Bei Seb wirkt es, als hätte er in diesem Jahr mein Auto bekommen", sagt er daher. "Er macht eine harte Zeit durch. Er hat viele Trainingseinheiten verpasst, er hatte viele Probleme mit der Zuverlässigkeit in den Rennen. Das nimmt einen mit. Man ist immer ein Schritt zurück."

Sebastian Vettel, Mark Webber, Christian Horner

Wenn nur der TEamkollege gewinnt: Mark Webber kennt das Zoom

"Das ist bei Lewis das gleiche", zieht der Porsche-Fahrer den Vergleich zu Mercedes-Pilot Hamilton. "Wenn man 30 Punkte zurückliegt, denkt man sich 'Ich habe doch gar nichts falsch gemacht' und man will das einfach wieder aufholen. Aber man kann nicht einfach nur schneller fahren. Lewis kann nicht schneller fahren, er braucht einfach nur ein bisschen mehr Glück."

Neben Vettel und Hamilton fällt Webber sogar noch ein Beispiel für fehlendes Glück in dieser Saison ein: "In der Formel 1 hat man hat man von Zeit zu Zeit große Regeländerungen, die einen Fahrer mehr oder weniger liegen. Wir hatten das auch bei Kimi (Räikkönen; Anm. d. Red.) zu Beginn des Jahres. Kimi ist ein sehr guter Fahrer, das weiß man, sehr talentiert und versiert. In diesem Jahr hat er aber Probleme damit, das Auto zu fühlen."

Routiniers gegen Rookies

Und aus dieser Spirale kommet man laut dem Australier nicht so einfach heraus: "Wenn man erst mal zwei oder drei Zehntelsekunden hinterher ist, dann ist das nicht nur schlecht für die Rundenzeit. Es hat auch Einfluss auf das Setup für den Fahrer. 'In welche Richtung gehe ich jetzt, das Wochenende ist schnell vorbei, ich muss das Auto richtig einstellen'. Und bevor man es merkt, ist man nur noch auf Platz fünf oder sechs und jeder sagt, du hast es nicht mehr drauf."

"Seb hat auch darunter gelitten, dass er nicht um Siege fahren konnte." Mark Webber

Webber schaut daher nicht etwa mit Schadenfreude auf die Pechsträhne seines ehemaligen Konkurrenten, sondern sucht nach einer Erklärung: "Wir kennen die Qualitäten von Seb. Er wird ein bisschen zurückfallen. Er hatte eine lange Serie von guten Resultaten, ist im Winter Vater geworden. Das sind so Kleinigkeiten. Daniel hat nichts zu verlieren. Ein Podium ist für ihn im Moment herausragend. Alles ist im Moment herausragend für ihn. Seb hat auch darunter gelitten, dass er nicht um Siege fahren konnte."

Ein Vorteil, den Ricciardo über Vettel hat, ist laut Webber seine Unbefangenheit, nicht nur was Erfolge angeht. Für ihn erklärt sich auch die schnelle Eingewöhnung von Daniil Kwjat bei Toro Rosso ganz einfach: "Ich glaube, dass zu viele Informationen für den Fahrer manchmal nicht gut sind. Sie sind in dieser Kategorie V10-Motoren gefahren, sie sind Bridgestone-Reifen gefahren und sie haben all diese Daten in ihren Köpfen, wie sich das anfühlt und was einem liegt und dann kommen diese Autos in diesem Jahr. Da gibt es dann die Daniels und Kwjats, die keinen Referenzpunkt haben und für die fühlt sich das dann gut an. Ein wenig Naivität ist da manchmal besser."

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