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  • 05.09.2014 · 18:48

  • von Norman Fischer & Dominik Sharaf

Gehaltserhöhung für Ricciardo? Horner weicht aus

Christian Horner umschifft Fragen nach einer Gehaltserhöhung für den aufstrebenden Daniel Ricciardo und betont die gute Arbeit von Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Daniel Ricciardo ist in dieser Saison das Zugpferd von Red Bull. Der Australier stellt seinen Teamkollegen Sebastian Vettel in den Schatten und hat im Gegensatz zum Deutschen sogar schon drei Saisonsiege einfahren können. Doch in Sachen Gehalt ist Vettel seinem neuen Teamkollegen weit voraus. Geschätzte 16,5 Millionen Euro soll der vierfache Weltmeister ohne diverse Boni verdienen, Ricciardo soll nur rund vier Millionen Euro bekommen.

Daniel Ricciardo, Christian Horner

Wann bekommt Daniel Ricciardo von seinen Chefs eine Gehaltserhöhung? Zoom

Bei den aktuellen Leistungen sollte eine Gehaltserhöhung durch Arbeitgeber Red Bull doch sicherlich drin sein, doch Teamchef Christian Horner weicht der Frage bislang gekonnt aus: "Daniel ist ein Teil des Red-Bull-Programms und kam genau wie Sebastian über Toro Rosso zu uns. Er hat einen unglaublichen Job gemacht, und drei der letzten sechs Rennen zu gewinnen, war weit über unser aller Erwartungen", sagt der Brite.

So weit, so gut. Doch was ist mit dem Geld? "Er steht bis ungefähr 2030 bei uns unter Vertrag, und wichtig ist, dass es ihm hier im Team gefällt - wie Sebastian", weicht er weiter aus. "Wir investieren in die Jungs und geben ihnen die Chance. Red Bull sollte Applaus dafür bekommen, in neue, junge Talente zu investieren, aus denen es Fahrer wie Sebastian oder Daniel Ricciardo rein durch Leistung schaffen, durch das System zu kommen."

Der Australier gilt neben Williams-Pilot Valtteri Bottas als eine der größten Überraschungen der Saison. Zuletzt in Belgien schenkte er dem Team einen dritten Sieg, obwohl man damit überhaupt nicht gerechnet hatte: "Spa war eine große Überraschung, weil wir nicht erwartet hatten, dort konkurrenzfähig zu sein und das Rennen zu gewinnen", sagt Horner und blickt voraus: "Monza ist wieder eine neue Herausforderung. Wir können nicht noch weniger Abtrieb haben, ohne etwas vom Auto zu nehmen."


Fotos: Red Bull, Großer Preis von Italien, Freitag


Für die kommenden Rennen nach Monza rechnet man sich bei den Bullen wieder mehr aus, doch hinderlich könnte dabei die Motorenregel sein, nach der man von gewissen Teilen nur fünf Stück einsetzen darf, bevor man eine Strafversetzung bekommt. Doch bei Red Bull droht genau dieses Ungemach: "Für uns wird es unausweichlich sein, dass wir irgendwann in dieser Saison einen sechsten Motor einsetzen werden", sagt der Teamchef.

"Wir wissen noch nicht genau wann, aber innerhalb der nächsten vier Rennen müssen wir uns wohl mit dieser Frage auseinandersetzen. Sebastians Situation ist ein wenig schlechter als die von Daniel, weil er in mehr Rennen Probleme mit der Power-Unit hatte", so Horner. Zumindest hier hat der Australier wieder einen Vorteil, wenn er schon gehaltsmäßig nicht mit seinem Stallgefährten mithalten kann.