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  • 09.09.2022 · 20:06

  • von Stefan Ehlen, Co-Autor: Lewis Duncan

Warum Mick Schumacher am Freitag nur neun Runden geschafft hat

Warum Haas-Fahrer Mick Schumacher im Formel-1-Freitagstraining in Monza gerade mal neun Runden geschafft hat und wie es jetzt für ihn weitergeht

(Motorsport-Total.com) - Sehr viel schlechter kann man nicht in ein Formel-1-Rennwochenende starten: Erst hatte Mick Schumacher seinen Haas VF-22 an "Freitagsfahrer" Antonio Giovinazzi abgetreten und das erste Freie Training zum Italien-Grand-Prix 2022 in Monza ausgelassen, dann rollte er mit technischen Problemen aus, als er in der zweiten Einheit endlich zum Fahren gekommen war.

Mick Schumacher im Haas VF-22 beim Training in Monza 2022

Mick Schumacher im Haas VF-22 beim Training in Monza 2022 Zoom

Sein Tag sei daher "nicht so toll" verlaufen, meint Schumacher, und das ist noch untertrieben. Denn der Deutsche kam im Freitagstraining auf gerade einmal neun Runden. Dann stoppte ihn ein nicht näher beschriebenes "Problem mit der Einheitselektronik", so formuliert es Schumacher.

Sein Haas-Team war noch während der Trainingseinheit in Monza deutlicher geworden und hatte in den sozialen Netzwerken erklärt, Schumacher sei nach einem "Problem mit dem Antriebsstrang" liegengeblieben. Verbunden hatte Haas das mit einem Hand-Emoji, der als typisch italienische Geste gedeutet werden kann - also ein kleiner Seitenhieb in Richtung Motorenpartner Ferrari?

Schumacher selbst will dem Defekt nicht zu viel Bedeutung beimessen: "Sowas passiert. Ich bin nicht der Erste, dem sowas passiert. Und heute hat es halt uns getroffen. Ich habe nur drei schnelle Runden geschafft. Das ist nicht viel."


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Deshalb steht Schumacher im Klassement auch nur an letzter Stelle, hat bei einer Rundenzeit von 1:24.586 Minuten knapp 2,9 Sekunden Rückstand auf die Spitze und rund eine Sekunde auf seinen Haas-Teamkollegen Kevin Magnussen, der Platz 16 belegte.

Haas: Immerhin "Fortschritte" mit Magnussen gemacht

Und zumindest mit Magnussen im zweiten Haas VF-22 habe das Team gute Erkenntnisse gewonnen, sagt Teamchef Günther Steiner: "Wir haben mit Kevin ordentliche Fortschritte gemacht über die beiden Einheiten hinweg. Monza ist nicht unsere beste Strecke, aber es war nicht so schlecht wie erwartet."

Dass Schumacher aufgrund der Freitagsfahrt von Giovinazzi habe aussetzen müssen, das sei "nie ideal", meint Steiner weiter. "Dass dann auch noch seine einzige Einheit verkürzt ausfiel, macht es nicht besser. Er hat aber immerhin noch ein Training vor sich. Das ist nicht ideal, doch er wird am Samstag aufholen."

Was jetzt auf Schumacher zukommt

Schumacher sieht es ähnlich pragmatisch: "Müssen wir halt am Samstag mehr arbeiten und versuchen, mehr zu schaffen. Das dritte Training wird also wichtiger. Ich kenne die Strecke aber gut, also hoffentlich kriegen wir am Samstag gleich ein gutes Set-up hin."


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Im Vergleich zu seinen Formel-1-Kollegen fehle es ihm jetzt vor allem an "Streckenkenntnis, wo ich das Auto platzieren muss, was das Auto kann", so Schumacher. "Das sind die Hauptsachen."

"Man will eigentlich immer möglichst viele Informationen haben. Aber im Zweifel [passiert sowas] lieber auf einer Strecke wie hier als zum Beispiel in Singapur. Dort ist Streckenzeit der Schlüssel."

So aber steht Schumacher ganz hinten und bekommt mit einer Getriebestrafe noch einen weiteren Nackenschlag. Er selbst nimmt es gelassen: "Wir geben unser Bestes mit dem, was wir haben. Die Strafe versetzt uns vor dem Rennen nach hinten, aber wir wollen trotzdem gut abschneiden im Qualifying."