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  • 20.07.2017 · 09:44

  • von Dieter Rencken & Roman Wittemeier

Vijay Mallya: Habe mein Handwerk von Flavio Briatore gelernt

Vijay Mallya steht seit vielen Monaten unter starkem juristischem Druck: Wo und von wem der Inder sein Formel-1-Handwerk lernte

(Motorsport-Total.com) - Force-India-Teamchef Vijay Mallya blickt mit Sorge auf den 4. Dezember dieses Jahres. An jenem Tag wird vor dem britischen Gerichtshof eine abschließende Anhörung stattfinden. Dem Inder wird in seiner Heimat unter anderem Betrug und Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Mallya vermeidet derzeit Reisen in seine Heimat, weil ihm dort der Entzug des Reisepasses und eine Inhaftierung drohen. Der erneute Gang ins Gefängnis könnte ihm allerdings auch in seiner derzeitigen Wahlheimat Großbritannien nicht erspart bleiben.

Vijay Mallya

Steht enorm unter Druck: Vijay Mallya geht es juristisch immer mehr an den Kragen Zoom

Die Inder haben ein Auslieferungs-Gesuch gestellt, welches allerdings zunächst abgewiesen wurde. Die Behörden aus Mumbai legten der britischen Justiz neues Beweismaterial vor, dass Mallya angeblich schwer belastet - unter anderem wird der Vorwurf der Geldwäsche offenbar bekräftigt. Am 4. Dezember werden die britischen Richter abschließend darüber befinden, ob Mallya in seine Heimat Indien abgeschoben wird und seine Haftstrafe dort verbüßen muss, oder ob man ihn durch die Mühlen der hiesigen Justiz jagt.

Der einstmals sehr erfolgreiche indische Geschäftsmann will bis zur letzten Sekunde an seinem Amt als Teamchef festhalten. Selbst wenn die Mannschaft zur Formel-1-Saison 2018 in "Force One" unbenannt wird und man die enge Bindung zu Indien zumindest nach außen hin kappt, soll Mallya weiterhin an der Macht bleiben. Es sei denn, es findet sich ein Käufer für das Team mit Sitz in Silverstone. Gerüchten zufolge soll ein chinesisches Unternehmen Interesse zeigen.

"Ich habe sicherlich in meiner Zeit in der Formel 1 eine Entwicklung durchgemacht und meinen Weg gefunden", antwortet Mallya auf die Frage zu seinem Weg und seinen Erfahrungen in der Königsklasse. "Wenn ich aber jemanden herausheben müsste, von dem ich viel über die Rolle eines Teamchefs und Teambesitzers gelernt habe, dann ist es Flavio Briatore, von dem ich mir 1994 und 1995 viel abschauen durfte. Damals war ich Sponsor bei Benetton."