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  • 26.07.2001 · 14:21

Viel Mitleid für Heinz-Harald Frentzen

Auch wenn es Frentzen nichts bringt - die Formel 1 leidet mit dem Mönchengladbacher nach dessen Rauswurf

(Motorsport-Total.com/dpa) - Selbst die Formel-1-Stars rätseln über die Gründe für den Rauswurf und haben Mitleid mit Heinz-Harald Frentzen. "Es tut mir Leid für ihn. Ich kann aber nicht so wahnsinnig viel dazu sagen. Ich kenne die Hintergründe nicht. Aber es ist schon eine seltsame Sache", fand Ferarri-Star Michael Schumacher. Sein Rivale im Kampf um den WM-Titel, der Schotte David Coulthard, erklärte: "Ich kenne die Fakten nicht. Mal sehen, was die nächsten Wochen bringen." Der zweimalige Weltmeister Mika Häkkinen im zweiten Silberpfeil betrieb ebenfalls Ursachenforschung: "Ich möchte gern wissen, was passiert ist. Ich kenne keine Hintergründe. Aber es ist sehr schade für ihn. Es ist immer hart für einen Fahrer, mitten in der Saison aufhören zu müssen."

Frentzen und Heidfeld

Nick Heidfeld ist überrascht, was man mit Frentzen gemacht hat Zoom

Frentzens Mönchengladbacher Stadtrivale Nick Heidfeld im Sauber war nach dem Paukenschlag "extrem überrascht. Ich wusste nicht, dass so etwas in der Formel 1 üblich ist", wunderte er sich. "Ich halte ihn für einen sehr fähigen Fahrer. Er hatte viele Probleme, die er nicht nur selbst verursacht hat. Was im Team passiert ist und zu der fristlosen Kündigung führte, kann ich nicht sagen", so Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Vor dem Großen Preis von Deutschland am Sonntag in Hockenheim ist der "Fall Frentzen" in den Händen der Rechtsanwälte. "Deshalb gibt es keine weiteren Kommentare dazu", betonte Christine Gorham vom Jordan-Team am Donnerstag.

Es geht schließlich um Millionen, da Frentzen auch in der nächsten Saison noch den Jordan-Honda steuern sollte. Nun steht der Familienvater vielleicht vor dem Ende seiner Karriere, darf aber auf eine hohe Abfindung hoffen. "Den mir für diese Kündigung angeführten Gründen widerspreche ich energisch und lehne sie in Ihrer Gesamtheit ab", hatte er am Mittwoch mitgeteilt. Momentan deutet nichts darauf hin, dass sich Frentzen des Vertragsbruchs schuldig gemacht hat. Eddie Jordan wird wohl tief in die Tasche greifen müssen.

"Frentzen zahlt Preis für enttäuschende Saison. Von Jordan nach Streit über Leistung gefeuert", schrieb der 'Daily Express'. Die 'Daily Mail' glaubt: "Jordans Geduld war am Ende, als Frentzen das Team nach Silverstone öffentlich schwer kritisierte und anschließend nicht für Testfahrten letzte Woche in Monza auftauchte." Der 'Daily Star' wusste: "Der 34-jährige Deutsche soll einen Streit mit Team-Boss Eddie Jordan gehabt haben." Und die altehrwürdige 'Times' befand: "Frentzen zahlt für Jordans Wut. Der Hofnarr der Formel 1 wurde Henker mit der Entlassung seines erfolgreichsten Fahrers."

"Eddie Jordan ist dafür berüchtigt. Er hat so etwas bei Ralf auch versucht", gab der dreimalige Weltmeister Michael Schumacher seinem nicht immer geliebten Rivalen Frentzen Schützenhilfe. "Eddie ist ein lieber, netter Kerl, so lange man nicht mit ihm zusammenarbeiten muss", sagte Ralf Schumacher. "Ich glaube nicht, dass seine Karriere vorbei ist. Er hat einen Platz in einem Grand-Prix-Team verdient", meinte Haug. Bei Frentzens Heimrennen fährt allerdings erst einmal Ricardo Zonta.

Geht es nach Ralf Schumacher, sind die Würfel schon gefallen: "Ich bin sicher, dass wir ihn in einem Toyota sehen werden. Wenn sie schlau sind, dann holen sie ihn, denn er ist der beste Fahrer auf dem Markt." Die Japaner allerdings scheinen kein Interesse an Frentzen zu haben.

Der bis Ende 2002 laufende Sponsorenvertrag mit der Deutschen Post AG, der dem Jordan-Team 50 Millionen Mark (rund 26 Millionen Euro) bringen soll, ist nach dem schlagzeilenträchtigen Rauswurf des deutschen Piloten nicht gefährdet. "Das ist nach wie vor ein gutes Investment" sagte Pressesprecher Uwe Bensien und stellte klar: "Das ist eine Team-Entscheidung, die wir als Sponsor nicht kommentieren." Die Post sieht sich längst als Global-Player, Frentzen ist für die Werbestrategen offenbar kein Zugpferd mehr.

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