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Vettel und Newey: Das kongeniale Red-Bull-Duo

Adrian Newey erklärt, was Sebastian Vettel so besonders macht - Für Damon Hill ist Newey der "Michelangelo der Formel 1"

(Motorsport-Total.com) - Adrian Newey hat im Laufe seiner Karriere in der Formel 1 schon mit einigen der größten Rennfahrer aller Zeiten zusammengearbeitet. Bei Williams entwarf er die Weltmeisterautos von Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill und Jacques Villeneuve. Bei McLaren wurde später Mika Häkkinen in einem Newey-Auto Weltmeister und seit 2009 ist Sebastian Vettel der "Musterschüler" des 53-Jährigen Briten. Den bisher zwei WM-Titeln könnte in dieser Saison ein Dritter folgen.

Sebastian Vettel, Adrian Newey (Technischer Direktor)

Nach seiner furiosen Aufholjagd von Abu Dhabi, wo Vettel nach dem Start aus der Boxengasse bis aufs Podium fuhr, fragen sich viele Zuschauer, was den Deutschen zu einem solch herausragenden Piloten macht. Und wer könnte diese Frage besser beantworten als Newey, der Vergleiche mit seinen anderen Weltmeistern jedoch ablehnt: "Das wäre nicht fair", sagt Newey im Gespräch mit 'Sky Sports F1'. "Man kann aber sagen, dass er ein cleverer Junge ist, der sehr viel über den Rennsport nachdenkt und aus seinen Fehlern lernt."

"Er versucht, jede noch so kleine Information für sich zu nutzen." Adrian Newey

Auch der Eifer des 25-Jährigen imponiert dem Star-Designer: "Er ist oft noch spät am Abend in der Box, schaut sich die Daten an und arbeitet mit den Ingenieuren." Auch die TV-Bilder nutzt Vettel für seine Zwecke: "Er sieht sich auch oft seine eigenen On-Board-Aufnahmen und vergleicht seinen Fahrstil mit dem der anderen Fahrer", sagt Newey. "Er versucht, jede noch so kleine Information für sich zu nutzen. Das ist genau das, was ich auch bei anderen großartigen Fahrern gesehen habe, mit denen ich zusammengearbeitet habe."

Blitzstarter Vettel

Eine besondere Qualität des Deutschen kam gestern in Abu Dhabi nicht zum Vorschein, war jedoch bei seinem Sieg sieben Tage zuvor in Indien wieder deutlich zu erkennen: "Sebastian ist fantastisch, wenn es darum geht, nach dem Start von der Pole-Position aus sofort einen Abstand herauszufahren, sodass die Verfolger, wenn ab der dritten Runde das DRS freigegeben wird, mehr als eine Sekunde hinter ihm fahren und es daher nicht aktivieren dürfen", erklärt Newey.


Fotos: Sebastian Vettel, Großer Preis von Abu Dhabi


Doch auch der beste Fahrer ist ohne das passende Auto nicht zu solchen Leistungen in der Lage. Das wissen nicht nur Vettel und Newey, sondern auch die Konkurrenten. So erklärte Ferrari-Pilot Fernando Alonso unlängst: "Wir fahren nicht nur gegen Sebastian, wir fahren auch gegen Newey." Für solches Lob der Wettbewerber ist der uneitle Brite jedoch nicht empfänglich: "Darüber mache ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken. Ich will einfach bestmögliche Arbeit abliefern", bleibt Newey bescheiden.

Sein ehemaliger Schützling Hill, der 1996 im vom Newey entworfenen Williams FW18 Weltmeister wurde, weiß jedoch, was den Designer auszeichnet: "Adrian hat jede Menge Spaß am Motorsport und kann auch über sich selbst lachen. Aber er arbeitet auch sehr hart und ist ein Genie", so Hill, der nach McLaren-Pilot Lewis Hamilton nun innerhalb von kurzer Zeit der Zweite ist, der Newey als genial bezeichnet.

Der "Michelangelo der Formel 1"

"Diese Autos sind regelrechte Kunstwerke." Damon Hill

Johnny Herbert, der wie Hill heute als TV-Experte tätig ist, beeindruckt vor allem die Tatsache, wie Newey mit den Rückschlägen in diesem Jahr umging: "Es war ein problematisches Jahr. Immer wieder wurden Sachen am Auto verboten", spricht Herbert auf die Änderungen an der Motoreneinstellung und dem Unterboden an, zu denen Red Bull im Saisonverlauf von der FIA gezwungen wurde. "Und was hat er gemacht? Er hat darauf reagiert, und jetzt kämpfen sie wieder um die Meisterschaft", zeigt sich Herbert beeindruckt.

Hill lobt noch eine weitere Eigenschaft Neweys: "Er war auch erstaunlich ehrlich. Es hat offen zugegeben, dass sie die Auspuffgase dazu nutzen wollten, um sich einen Vorteil zu verschaffen", so Hill. "Aber dann wurden die Regeln geändert, und er musste das Auto anpassen. Und das hat er getan. Er versteckt nichts, sondern erzählt allen, was er vorhat", lobt Hill die Offenheit des Designers, die jedoch nicht grenzenlos ist, wie die menschlichen Sichtblenden in Form der Red-Bull-Mechaniker in der Startaufstellung immer wieder zeigen.

"Es ist erstaunlich, wie er das immer wieder schafft", zeigt sich Hill beeindruckt. "Diese Autos sind regelrechte Kunstwerke", so der Brite, der Newey sogar mit einem der größten Künstler der Geschichte vergleicht: "Ich will nicht zu weit gehen, aber er ist der Michelangelo der Formel 1."

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