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Vettel & Hamilton: "Streit" wegen Selbstmord-Möwen

"Ein Möwen-Pärchen, das Selbstmord begehen wollte": Sebastian Vettel und Lewis Hamilton sorgen vor laufender Kamera für feinstes Formel-1-Entertainment

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel und Lewis Hamilton hatten nach dem Grand Prix von Kanada Diskussionsbedarf und lieferten dabei ein sehenswertes Stück TV-Unterhaltung. Gegenstand ihres "Streits" war ein Paar Möwen, das in der elften Runde im Senna-S stand und keinen Zentimeter zur Seite wich, obwohl Vettel mit voller Geschwindigkeit dort ankam. Der zu dem Zeitpunkt führende Ferrari-Pilot ließ sich davon irritieren und verbremste sich, verlor ein paar Meter Vorsprung auf Hamilton.

Sebastian Vettel, Lewis Hamilton

Lachen sich tot über selbstmörderische Möwen: Sebastian Vettel, Lewis Hamilton Zoom

"Ich glaube, das war ein Möwen-Pärchen, das Selbstmord begehen wollte", lachte Vettel schon bei der FIA-Pressekonferenz unmittelbar nach dem Rennen. "Lewis war das egal, daher hat er da ziemlich viel Zeit aufgeholt, ungefähr eine halbe Sekunde. Aber ich wollte dem Pärchen nicht den Gefallen tun, sie für immer zu verabschieden. Als Lewis dann an die Stelle kam, flogen sie einfach weg. Das war nicht fair! Ich bremse für Tiere, Lewis nicht."

Die beiden Konkurrenten konnten sich schon zu dem Zeitpunkt das Lachen über die Situation kaum verhalten, und später trafen sie dann vor laufender Kamera noch einmal aufeinander. Hamilton sprach gerade mit Reporter Simon Lazenby von 'Sky Sports F1', als Vettel plötzlich das Interview störte (Zum Video auf YouTube!) und wieder auf dem Möwen-Thema herumzureiten begann. Was dann folgte, war vier Minuten erstklassiges Formel-1-Entertainment...

Vettel: "Er bremst nicht für Tiere. Ihr solltet ihn deswegen hart rannehmen! Zwei Möwen in der ersten Kurve!"

Hamilton: "Nutzt du die jetzt als Ausrede? Ich finde, die Möwen waren unschuldig."

Vettel: "Aber ich bin Rennfahrer. Ich muss ja wohl irgendeine Ausrede finden, warum er mich heute geschlagen hat..."

Hamilton: "Ich habe gesehen, wie du dich verbremst hast, und dann sind die Möwen weg."

Vettel: "Ich schaute in die erste Kurve und sah dieses dumme Paar Möwen da sitzen. Ich komme, die sind aber total relaxt."

Hamilton: "Ey, Mann, das war geplant!"

Vettel: "Rot! Mein Auto ist rot! Es ist doch leicht zu sehen, nicht wie Deins, das mit der Landschaft verschwimmt!"

Hamilton: "Ich kann gut mit Tieren, weißt du? Ich bin wie Dr. Dolittle. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen dort sein, und sie waren dort."

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel als Führender des Grand Prix von Kanada 2016 Zoom

Vettel: "Weiße Vögel. Es waren keine Tauben, es waren Möwen. Man konnte den Schnabel sehen. Ich kenne ihre Namen nicht. Sie waren da. Du hast sie auch gesehen. Das war der schlimmste Moment meines Rennens!"

Lazenby versucht daraufhin, so etwas wie ein gesittetes TV-Interview zu führen, aber gegen die beiden Spaßvögel und ihr Gelächter ist kein durchkommen. Vettel lässt sich auch nicht mehr abschütteln: Jetzt will er ein Replay der Situation sehen: "Ich bleibe, bis ihr die Runde gefunden habt! Es muss die Runde vor dem virtuellen Safety-Car gewesen sein." Und tatsächlich findet die Crew die Szene...

Vettel: "Zwei Möwen, seht ihr! Ich habe so weit in den Scheitelpunkt reingeschaut, dass ich mich verbremst habe."

Hamilton: "Meine Güte, die sind so weit weg!"

Vettel: "Ja, aber rettet die Tiere, ehrlich! Seid nett zu ihnen. Sie sind einfach dort geblieben. Das hat mich wirklich irritiert. Sie sind einfach dort geblieben!"

Hamilton: "Da stehen deine Räder schon."

Vettel: "Da kommt ein rotes Auto, aber die bleiben einfach dort. Wenn ihr die zwei Möwen fangt, dann werdet ihr das genaue Gegenteil von allem herausfinden, was man bisher über Möwen zu wissen glaubte!"

Hamilton: "Vielleicht kaufe ich dir ein paar Möwen. Ich weiß nicht, ob das weiße Möwen sind, oder was auch immer, aber ich glaube, du brauchst ein paar..."

Damit war das Thema dann doch erledigt. Lazenby drang von da an mit seinen seriösen Fragen wieder zu den beiden durch. Als es aber ums Thema verpatzte Ferrari-Strategie ging, nahm Vettel das Zepter noch einmal an sich. Wieder stellte er Hamilton eine Frage.

Vettel: "Sei ehrlich: Hattet ihr von Anfang an vor, draußen zu bleiben?"


Fotostrecke: GP Kanada, Highlights 2016

Hamilton: "Nein, wir hatten zwei Stopps geplant. Plan A war auch bei uns eine Zweistoppstrategie."

Vettel: "Wenn ich in seiner Situation gewesen wäre, hätte ich auch das Gegenteil gemacht."

Hamilton: "Aber bevor du reinkamst, hatten wir uns schon entschieden, draußen zu bleiben. Man hatte mir gesagt, dass ich draußen bleiben soll. Ich denke, da hatten sie schon entschieden, auf die andere Strategie zu gehen."

Vettel: "Im Nachhinein ist es immer leicht."

Hamilton: "Sie sagten: 'Plan B!' Und ich dachte nur: 'Was zur Hölle ist Plan B? Ich erinnere mich nicht daran.'"

Aber an das Interview werden sich viele britische Fernsehzuschauer noch sehr lange erinnern...

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