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Vettel-Angebot & Ricciardo-Gage: McLaren stellt Gerüchte richtig

"Wurde falsch berichtet": Teamchef Andreas Seidl bestätigt Kontakt zu Sebastian Vettel, verneint aber Gerüchte über einen angedachten Wechsel zu McLaren

(Motorsport-Total.com) - Am 13. Mai überschlugen sich nach der Exklusivstory über Sebastian Vettels Ferrari-Abschied auf 'Motorsport-Total.com' im deutschsprachigen Internet die Schlagzeilen um die Zukunft des viermaligen Weltmeisters. Von einem bevorstehenden "Formel-1-Knaller" war da unter anderem die Rede: "Vettel wechselt zu McLaren-Mercedes!" Und an anderer Stelle wurde berichtet, Vettel sei zumindest "kurz vor der Unterschrift".

Andreas Seidl, Zak Brown

Andreas Seidl beteuert, dass McLaren nie mit Sebastian Vettel verhandelt hat Zoom

Die Wahrheit ist: Als die Storys auftauchten, hatte Daniel Ricciardo seinen McLaren-Vertrag bereits unterschrieben und gerade Renault-Teamchef Cyril Abiteboul über seinen Abschied informiert. Seit etwa zwei Wochen, so Informationen von 'Motorsport-Total.com', standen der Australier und das Team von Andreas Seidl so eng in Kontakt, dass Vertragsentwürfe hin und her geschickt wurden. Die Unterschrift war nur noch Formsache.

Seidl räumt im Interview mit 'Sky' zwar ein, dass er mit Vettel "auch in den letzten Tagen immer mal wieder gesprochen" hat. Dabei könnte vielleicht jemand eins und eins zusammengezählt und drei draus gemacht haben. Das Thema Vettel habe sich für McLaren aber in Wahrheit "nie gestellt. Wir haben auch nie wirklich Verhandlungen geführt oder ihm einen Vertrag angeboten, wie es teilweise falsch berichtet wurde."

"Ich habe natürlich auch einen Austausch mit Sebastian, weil ich ihn kenne und schätze, aus der Vergangenheit", gibt Seidl zu. Bei seinen Gesprächen mit Vettel habe man "nicht nur über die Formel 1" geredet. Über einen Wechsel zu McLaren ging es dabei aber nie konkret, denn: "Wir sind nicht davon ausgegangen, dass Sebastian zur Verfügung stehen wird."

Vettel und Ferrari: Passierte der Bruch in Brasilien?

Carlos Sainz hat McLaren bereits Ende 2019 darüber informiert, dass Ferrari Interesse an ihm signalisiert habe und konkrete Verhandlungen für 2021 vertiefen möchte. Die Kollision zwischen Vettel und Charles Leclerc beim Grand Prix von Brasilien, so vermuten Insider, könnte für Mattia Binotto ein Anstoß gewesen sein, sich endgültig nach anderen Möglichkeiten umzusehen.

Doch weil McLaren für 2021 eine Option auf Sainz hatte, kam der Spanier ohne grünes Licht aus Woking in Maranello nicht weiter. Seidl bestätigt: "Wir hatten zu jedem Zeitpunkt einen sehr offenen und transparenten Austausch mit Carlos. Wir haben ihm auch erlaubt, verschiedene Möglichkeiten für ihn zu eruieren. Wir wussten auch, dass er das Gespräch mit Ferrari suchen wird."

"Gleichzeitig haben wir seit längerem das Gespräch mit Daniel gesucht. Nachdem klar war, dass für Carlos die Option Ferrari sehr interessant war, haben wir uns dann eben auch entschieden, Daniel an Bord zu holen, sodass wir am Ende alle sehr zufrieden sind mit dem Ausgang."

Der Prozess habe sich letztendlich über Monate hingezogen, verrät Seidl - und betont: "Für uns war klar, dass es am Ende Carlos oder Daniel sein wird. Nachdem die Entscheidungen bei Ferrari bezüglich der Zukunft von Sebastian gefallen sind, haben wir im Endeffekt die finalen Verträge unterschreiben können."

Vettel sei zwar "als viermaliger Weltmeister grundsätzlich eine Bereicherung für jedes Team". In den Gesprächen mit Seidl sei man aber bezüglich eines Teamwechsels nie ins Detail gegangen. "Weil für uns die Richtung immer klar war: Carlos oder Daniel", verneint Seidl ganz explizit die Frage, ob mit Vettel je über die Möglichkeit eines Teamwechsels gesprochen wurde.

Ricciardo: Medienberichte über Traumgage von 93 Millionen

Der Münchner ist aktuell übrigens bemüht, weitere Spekulationen in der Presse einzufangen. So berichten verschiedene Internetportale aktuell, dass Ricciardo 2021 und 2022 mit Erfolgsprämien bis zu 93 Millionen US-Dollar verdienen könnte. Das würde ihn zum wahrscheinlich bestbezahlten Fahrer der Formel 1 machen.


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Doch solche Zahlenspiele entbehren jeder Grundlage. Seidl stellt klar: "Die Summen, die teilweise rumgeistern in der Presse, sind definitiv nicht wahr. Wir haben gute Mittel zur Verfügung bei McLaren, aber auch nicht unlimitiert."

Branchenkenner gehen davon aus, dass Ricciardo zwar substanziell teurer ist als Sainz, der 2020 rund drei Millionen Euro Jahresgage kassieren soll. Doch von den 25 Millionen Euro, die er bei Renault pro Jahr verdient hat, ist er bei McLaren sicher weit entfernt. Die spanische 'Marca' berichtet von einem Grundgehalt von zehn Millionen Euro.

Seidl: "Wir sind sehr, sehr happy mit der Vereinbarung, die wir mit Daniel treffen haben können. Er ist grundsätzlich interessiert an der sportlichen Weiterentwicklung für ihn selber. Er glaubt an die sportliche Weiterentwicklung bei McLaren in den nächsten Jahren. Ich glaube, das war ausschlaggebend für seine Entscheidung."

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