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"Verstappen-Regel": Dringende Maßnahme oder Rennkiller?

Wie unterschiedlich die Piloten zur "Verstappen-Regel" stehen und wieso das Manöver zwischen Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo weiter die Gemüter erhitzt

(Motorsport-Total.com) - Die neue "Verstappen-Regel", die den Spurwechsel auf der Bremse verbietet, sorgt weiter für erhitzte Gemüter. Und weitere Diskussionen, wie ein mögliches Nachspiel des Zwischenfalls zwischen Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo in Mexiko zeigt. Die vor dem US-Grand-Prix eingeführte Regel steht in der Kritik, hartes Racing und tolle Zweikämpfe zu verhindern sowie eine Strafenflut auszulösen.

Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo

Vettel und Ricciardo legen die "Verstappen-Regel" unterschiedlich aus Zoom

Kurioserweise war es Vettel selbst, der die Einführung der Regel nach Max Verstappens harten Verteidigungsmanövern gefordert hatte und in Mexiko sogleich für einen Verstoß bestraft wurde. Ob sich der 19-jährige Red-Bull-Pilot angesichts der Ereignisse ins Fäustchen gelacht hat? "Nein, ich habe nicht gelacht, weil ich nicht viel von der Regel halte", stellt Verstappen klar. "Man sollte dafür keine Strafe erhalten."

Er sieht die Formel 1 als Verlierer: "Es war immer auch ein Kunst, sich zu verteidigen, aber das gibt es jetzt nicht mehr. Es geht nur mehr um das Überholen, denn wenn es eine weitere Regel gibt, dann wird es schwieriger."

Warum Ricciardo die Verstappen-Regel verteidigt

Anderer Ansicht ist sein Teamkollege Daniel Ricciardo. Für ihn ist klar, dass Vettel bei seinem Manöver zu weit gegangen ist. "Ich bin sicher, dass das die Mehrheit der Fahrer gesagt hätte", meint der "Aussie". Den Vorwurf, dass er sich gegen hartes Racing ausspreche, lässt er ebenfalls nicht gelten: "Ich bin wahrscheinlich der Fahrer, der die größten Risiken eingeht, ich versuche die mutigsten Manöver."

"Wenn man gleichzeitig lenkt und bremst, dann blockieren die Räder und man ist Passagier." Daniel Ricciardo

Mit dem Spurwechsel auf der Bremse habe er aber ein Problem: "Man hat die gesamte Gerade, um seine Position zu verteidigen." Auf der Bremse habe man aber "nicht die gleiche Kontrolle wie auf der Geraden. Und das ist der entscheidende Punkt." Wenn der Verteidiger plötzlich auf der Bremse herüberzieht, dann gehe es nur mehr darum, einen Unfall zu verhindern: "Wenn man gleichzeitig lenkt und bremst, dann blockieren die Räder und man ist Passagier."

Außerdem findet er nicht, dass ein derartiges Manöver für den Angreifer spricht: "Wenn man sich aber auf der Bremse bewegt, dann fühlt es sich für mich an, als würde man einen Fehler ausmerzen wollen." Vettel hätte es laut dem Red-Bull-Piloten anders angehen sollen: "Hätte er die Innenseite der Strecke abgedeckt, dann hätte ich dort nicht sein können. Ich hätte es außen probieren müssen und das Manöver wahrscheinlich nicht hingekriegt."

Vettel ist sich keiner Schuld bewusst

Vettel ist sich nach wie vor keiner Schuld bewusst: "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich etwas Dummes gemacht habe, oder dass es gefährlich war. Ich habe ihm ja genug Platz gelassen." Er hat Verständnis für die schwierige Situation der Rennkommissare, aber im Endeffekt könne man nur aus dem Cockpit beurteilen, ob man zu weit gegangen ist: "Nicht jeder Fall ist wie der andere. Wenn man aber im Auto sitzt, dann ist es sehr klar, ob man etwas falsch gemacht hat oder nicht."

Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz findet, dass der Aufschrei wegen des Bewegens auf der Bremse übertrieben ist: "Das gibt es, seit ich im Formelsport bin. Und ich sehe das bereits mein ganzes Leben lang. Manchmal hat das zu Unfällen geführt, manchmal ist nichts passiert, wie bei Ricciardo und Vettel."

Eine gewisse Genugtuung, dass Vettel eine Strafe für etwas erhielt, dass er selbst anprangerte, kann er sich aber nicht verkneifen: "Ich bin einer der Fahrer, die für die Spurwechsel auf der Bremse kritisiert wurden. Bei diesen Briefings wurde mit dem Finger auf Max und mich gezeigt. Und dann erhielt Seb eine Strafe für etwas, das uns so lange vorgeworfen wurde. Es ist einfach ein Reflex."

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