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Vergne glaubt an Vertragsverlängerung

Wie Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne ihr Stallduell einschätzen und wieso der Franzose an einen Verbleib Toro Rosso glaubt

(Motorsport-Total.com) - Zu Saisonbeginn konnten die beiden Toro-Rosso-Neulinge Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne nur selten glänzen - vor allem der Franzose wurde wegen der mäßigen Qualifying-Leistungen und so manchem Zwischenfall im Rennen kritisiert. Doch in der zweiten Saisonhälfte kommt das Duo immer besser zurecht. Neben Ricciardo, der zuletzt mit tollen Zweikämpfen glänzte und mit einer Vertragsverlängerung rechnet, zeigt sich nun auch sein Teamkollege diesbezüglich zuversichtlich.

Daniel Ricciardo, Jean-Eric Vergne

Jean-Eric Vergne hofft auch 2013 auf ein Stallduell mit Daniel Ricciardo Zoom

"Ich habe noch nicht wirklich darüber nachgedacht", sagt der Sohn eines Kartbahn-Besitzers. "Derzeit besitze ich einen Vertrag mit Red Bull. Ich glaube, ich muss einfach so weiter machen und mich jedes Rennwochenende verbessern. Ich denke über dieses Rennwochenende nach, dann über Abu Dhabi und dann über die nächste Saison. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich bei Toro Rosso bleiben kann - das würde ich liebend gerne tun."

Zumal er seinen Teamkollegen schon lange kennt. Die Wege von Ricciardo und Vergne kreuzten sich bereits in den Nachwuchsserien immer wieder - auch in ihrer ersten gemeinsamen Formel-1-Saison kommt es zwischen den Red-Bull-Youngsters immer wieder zum Zweikampf. Das Team scheint mit beiden Piloten zufrieden zu sein.

Duell mit gegenseitigem Vertrauen

"Wir sind schon die ganze Saison lang recht ausgeglichen", beschreibt Vergne das Stallduell der beiden. "Im Qualifying war er besser als ich, obwohl ich mich im Vergleich zum Saisonstart verbessert habe. Manchmal will ich ein bisschen zu viel und mache Fehler in meiner schnellen Runde, aber ich versuche, ihm viel näher zu kommen, manchmal vor ihm zu sein."

"Im Qualifying war er besser als ich." Jean-Eric Vergne

Vergne liegt im WM-Klassement drei Punkte vor Ricciardo, im Qualifying hat er aber nach wie vor meist das Nachsehen. Das beunruhigt ihn aber nicht: "Mir gibt es Zuversicht, dass ich mich immer noch verbessere. In den Rennen ist es immer sehr eng zwischen uns - einmal ist er vorne, dann wieder ich. Das ist gut für das Team, denn ich kann ihm vertrauen und er mir - wir hatten nie ein Problem. Und wenn wir die Möglichkeit haben, dann holen wir die Punkte."

Auch Ricciardo spricht von einer gesunden Rivalität, die nicht nur dem Team, sondern auch den beiden Rennfahrern hilft: "Bisher war es ein guter Kampf mit Jean-Eric. Ich war zu Saisonbeginn im Qualifying besser, er hatte in den Rennen die besseren Ergebnisse. Ich bin im Qualifying stark geblieben, bin aber am Sonntag besser geworden. Er pusht mich, und ich pushe ihn."

Nur keine Kollision

"Natürlich wurde uns gesagt, dass wir uns nicht aus dem Rennen schießen sollen." Daniel Ricciardo

Die Horrorvision eines jeden Teamchefs, der Stallcrash, wurde bisher vermieden - auch auf Forderung der Toro-Rosso-Führung: "Natürlich wurde uns gesagt, dass wir fair bleiben und uns nicht aus dem Rennen schießen sollen. Wir hatten auch in der Renault-World-Series bereits einige gute Duelle. Das hat mehr Spaß gemacht, denn wir fuhren für gegnerische Teams."

Die beiden tauschen sich laut Ricciardo auch immer wieder über ihre Duelle auf und verstehen sich nach wie vor gut: "Nach Südkorea hatten wir eine vierstündige Rückfahrt zum Flughafen mit dem Shuttle-Bus, und da haben wir auch über das Rennen gesprochen, wie es uns geht und wie die Lage des Teams aus unserer Perspektive aussieht. Wir sind beide ziemlich glücklich, wo wir sind. Vor allem seit der Sommerpause entwickeln wir uns selbst sehr gut weiter, sind sehr motiviert und glauben an uns und an das Team."