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Untersuchung von Grosjean-Unfall abgeschlossen: So kam es zum Feuer

In einem Bericht hat die FIA ihre Analyse zum Unfall von Romain Grosjean in Bahrain 2020 abgeschlossen und weitere Sicherheitsmaßnahmen ins Visier genommen

(Motorsport-Total.com) - Die FIA hat die Untersuchungen zum schweren Unfall von Romain Grosjean in Bahrain abgeschlossen und erklärt, wieso der Haas des Franzosen in Flammen aufgehen konnte. Grosjean war nach Angaben der FIA mit 192 km/h in die Leitplanke eingeschlagen und musste einer Peak-Kraft von 67g standhalten.

Romain Grosjean

Aus diesem brennenden Wrack kam Romain Grosjean fast unverletzt raus Zoom

Bei dem Unfall war der Haas in zwei Teile zerrissen worden, bei dem unter anderem die Power-Unit von der Überlebenszelle getrennt wurde. Dabei wurde auch die Schauluke des Tanks auf der linken Seite des Chassis abgetrennt und die Benzinleitungen von der Sicherheitsblase des Tanks gerissen - beides Auslöser dafür, dass Benzin aus dem Tank austreten und sich entzünden konnte.

Die anderen Sicherheitsfeatures wie Helm, HANS, Überlebenszelle, Sitz, Kopfstütze und Halo hätten laut der FIA ihre Aufgabe erfüllt und dafür gesorgt, dass Grosjean bei dem Unfall geschützt wurde. Dafür wurde die ERS-Batterie beim Aufprall stark beschädigt, sodass einige Teile beim Antrieb blieben, andere wiederum bei der Überlebenszelle.

"In den letzten Momenten des Einschlags in die Streckenbegrenzung hat sich ein Feuer entzündet, das vom hinteren Ende der Überlebenszelle ausging und sich nach vorne in Richtung Fahrer ausgebreitet hat", heißt es im Bericht.

Um einen solchen Zwischenfall nicht zu wiederholen, hat sich die FIA vor allem Verbesserungen im Bereich der Sicherheitsblase des Tanks auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehören unter anderem Überprüfungen der Installation, eine Überprüfung der Regeln des Designs, ein Update des FIA-Standards und auch eine Homologation des Benzins, damit es zu dem Blasenmaterial passt.


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Auch auf die vordere Geometrie der Sicherheitszelle will man noch einmal schauen und zusätzliche Belastungstests vorschreiben, und auch die Befestigung der Lenksäule steht auf dem Prüfstand, nachdem Grosjeans Fuß im Auto zunächst feststeckte. Gleiches gilt für die Befestigung der Power-Unit.

Grosjean kam trotz des schweren Unfalls mit leichten Verletzungen davon. Die größten Blessuren trug er an seinen Händen davon, weswegen der Franzose auch gerne eine Überprüfung der Handschuhe sehen würde. Auch das hat die FIA angekündigt und möchte den "Hitzetransferindex" der Handschuhe verbessern.


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Desweiteren wurden Untersuchungen in anderen Sicherheitsbereichen wie elektronischen Warnsystemen, der Streckenbegrenzung und Brandbekämpfungsausrüstung angekündigt.

"Wir haben wichtige Lektionen aus den Untersuchungen gelernt, die unsere fortwährende Mission, die Sicherheit in der Formel 1 und dem globalen Motorsport zu verbessern, antreiben werden", sagt FIA-Präsident Jean Todt.

"Das dauerhafte Engagement der FIA, vor allem der Sicherheitsabteilung, im Bereich der Risikoreduzierung im Motorsport hat Romain Grosjean ermöglicht, bei Bewusstsein zu bleiben und einen Unfall dieser Größenordnung zu überleben", so der Franzose weiter. "Sicherheit ist und wird oberste Priorität bei der FIA bleiben."

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