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Überraschende Pole Position für Button in Australien

In einem ereignisreichen Qualifying sicherte sich Jenson Button vor den Renaults die Pole Position - Michael Schumacher Elfter, Unfall von Massa

(Motorsport-Total.com) - Das neue Qualifikationsformat zeigte sich auch bei der dritten Auflage im Melbourner Albert Park von seiner besten Seite: In einer spannungsgeladenen Stunde mit vielen Zwischenfällen schieden mehrere Favoriten - darunter auch Michael Schumacher - früher als erwartet aus, während sich mit Jenson Button ein Überraschungsmann die Pole Position sicherte.

Jenson Button

Jenson Button sicherte sich mit einer tollen Leistung eine souveräne Pole

Der Honda-Pilot timte seinen Angriff im 20-minütigen Finale am besten, erzielte eine Zeit von 1:25.229 Minuten und klassierte sich damit relativ deutlich vor den nächsten Verfolgern auf dem ersten Startplatz für das morgige Rennen. Unmittelbar dahinter reihten sich Giancarlo Fisichella und Fernando Alonso (beide Renault) ein, die zuvor eigentlich am stärksten gewirkt hatten, und Kimi Räikkönen wurde knapp vor seinem McLaren-Mercedes-Teamkollegen Juan-Pablo Montoya Vierter.#w1#

Montoya wäre beinahe noch Bestzeit gefahren

Spannung herrschte bis in die allerletzte Sekunde, denn Montoya, der relativ früh neue Reifen aufziehen ließ, fuhr trotz am Ende schon recht abgefahrener Michelin-Pneus Sektorenbestzeiten, verlor sein Guthaben aber in der letzten Kurve und schob sich daher nur noch in die dritte Startreihe nach vorne. Damit wird er morgen neben dem unerwartet starken Ralf Schumacher ins Rennen gehen, dessen Toyota-Team trotz der niedrigen Temperaturen von knapp 20 Grad deutlich verbessert wirkte.

Platz sieben sicherte sich Lokalmatador Mark Webber (Williams-Cosworth), der vor seiner Schlussattacke den Frontflügel adjustieren ließ, vor Nick Heidfeld, dem Schnellsten des dritten Freien Trainings, und Jacques Villeneuve (beide BMW Sauber F1 Team), der wegen seines Motorwechsels um zehn Positionen nach hinten versetzt wird. Jarno Trulli (Toyota) landete im Qualifying auf Rang zehn, konnte aber im Finale nicht mehr eingreifen, weil er mit Verdacht auf Getriebeschaden an der Box bleiben musste.

Bereits vor den letzten 20 Minuten hatte es viel Wirbel gegeben: In Phase eins gab es nach einigen Minuten eine Unterbrechung, weil der tollpatschig agierende Yuji Ide (Super-Aguri-Honda) nach seinem dritten Dreher den Rückwartsgang erst fand, als die Session längst angehalten war. Mit Rubens Barrichello (17.) fiel auch gleich der erste Spitzenfahrer aus, während Felipe Massa (Ferrari) und Vitantonio Liuzzi (Toro-Rosso-Cosworth) gerade noch den Cut schafften.

Unfall von Massa löste Gerangel in zweiter Session aus

Michael Schumacher

Das Ferrari-Team bekleckerte sich heute im Albert Park nicht gerade mit Ruhm Zoom

In der zweiten Phase erlitt Massa dann fünf Minuten und 28 Sekunden vor Schluss einen selbst verschuldeten Unfall, bei dem sein Auto nach seitlichem Einschlag leicht beschädigt wurde, noch bevor er seine erste Zeit gesetzt hatte, weshalb er sich mit Position 16 begnügen musste. Beim Restart rangelten mehrere Piloten so hart wie im direkten Zweikampf um die bessere Ausgangsposition auf der Strecke, weil natürlich alle freie Fahrt haben wollten, um sich für das Finale qualifizieren zu können.

In den letzten Sekunden des Abschnitts dann noch einmal Hektik pur, als bei Start und Ziel vorübergehend Platzregen einsetzte, durch den eine Zeitenverbesserung nicht mehr möglich war. Zwar schaffte es Heidfeld gerade noch, seine schnelle Runde zu beenden und sich zu qualifizieren, doch Michael Schumacher (Ferrari) wurde vom plötzlich umschwenkenden Wetter überrascht und schied deshalb um läppische vier Tausendstelsekunden aus, wurde nur als Elfter des Qualifyings gewertet.

Ferrari wirkte heute ein wenig von der Rolle

Überhaupt lief für Ferrari alles daneben: Erst der Massa-Crash, dann lag plötzlich ein Bremsbelüfter des Traditionsrennstalls verloren mitten in der Boxengasse und am Ende verpasste auch noch der anschließend sichtlich enttäuschte Schumacher den Cut. Immerhin betrieb der siebenfache Weltmeister Schadensbegrenzung, klassierte sich unmittelbar vor David Coulthard (Red-Bull-Ferrari), Liuzzi und Christian Klien (Red-Bull-Ferrari).

Für das morgige Rennen zeichnet sich damit ein Dreikampf zwischen Button und den beiden Renault-Piloten ab, während auch die unmittelbar dahinter stehenden "Silberpfeile" noch Chancen haben könnten. Aus deutscher Sicht dürfte Michael Schumacher am besten positioniert sein, obwohl sein Bruder Ralf als Sechster ein kräftiges Lebenszeichen von sich gab, weil es Toyota endlich einmal perfekt auf den Punkt brachte. Chancen auf Punkte dürfte aber auch Heidfeld besitzen.