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TV-Quoten China: Neue Strategien im Reich der Mitte

RTL und ORF konnten sich beim Großen Preis von China über deutliche Zuwächse freuen, im Reich der Mitte selbst gab es an diesem Wochenende viel Neues zu sehen

(Motorsport-Total.com) - Der Große Preis von China war aus deutschsprachiger Sicht wieder ein absoluter TV-Erfolg. Bis zu 5,02 Millionen Zuschauer haben gestern bei RTL verfolgt, wie Daniel Ricciardo seinen ersten Saisonsieg für Red Bull einfahren konnte. Der Spitzenwert wurde in der letzten Rennrunde gemessen.

Max Verstappen, Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton

Das Rennen in China war turbulent und wurde mit guten Quoten belohnt Zoom

Durchschnittlich begaben sich gestern Morgen ab 8:10 Uhr 4,28 Millionen Deutsche vor den Fernseher, was einem herausragenden Marktanteil von 44,2 Prozent entsprach. Damit konnte sich der Kölner Privatsender im Vergleich zu 2017 deutlich steigern: Damals war China noch der zweite Saisonlauf und kam auf 3,7 Millionen Zuschauer (39,8 Prozent Marktanteil) - somit hat man eine Steigerung von mehr als einer halben Million Fans.

Auch die österreichischen Kollegen vom ORF konnten sich über deutlichen Zuwachs freuen. Statt 346.000 Fans schalteten gestern 409.000 Österreicher zum Rennen ein. Interessant: Trotz gleicher Startzeit und deutlich mehr Zuschauern wird der Marktanteil in beiden Jahren mit 50 Prozent angegeben.

Wie schon in Australien und Bahrain hatten die TV-Anstalten in China keine Konkurrenz durch das kostenpflichtige Streaming-Angebot F1 TV. Der Dienst lässt weiterhin auf sich warten und wird auch beim kommenden Rennen in Baku nur ausgewählten Nutzern testweise zur Verfügung stehen. Ab dem Europaauftakt in Barcelona soll F1 TV dann aber frei verfügbar sein.

Der gestrige Grand Prix hat aber vor allem in der Heimat China für einen Boom gesorgt. Die Formel 1 hat in der Innenstadt ein neues Konzept probiert und neben einer Liveperformance von Star-DJ Armin Van Buuren auch das Rennen über gigantische Screens gezeigt. Der niederländische DJ durfte zudem vor dem Rennen in der Red-Bull-Garage ein Set spielen, das live über die Sozialen Netzwerke gestreamt wurde.

Damit geht die Königsklasse wieder einmal neue Wege, die unter Bernie Ecclestone undenkbar waren. Der Brite hatte das Thema Soziale Medien komplett aus dem Fahrerlager verbannt, doch Liberty Media legt starken Wert darauf. So durfte in Schanghai die Schauspielerin Carina Lau Ka Ling den Startknopf drücken und die Zielflagge schwenken - und alles live ihren 17,8 Millionen Followern auf Weibo präsentieren.

Auch hat die Formel 1 am Wochenende die Zusammenarbeit mit drei chinesischen Partnern verkündet. Durch Tencent können chinesische Fans die Rennen ab sofort live auf dem PC und auf mobilen Plattformen schauen, Guangdong TV bringt die Rennen in kantonesischer Sprache und Shanghai TV überträgt die Rennen in der Grand-Prix-Region.

"China ist für die Formel 1 ein Schlüsselmarkt", erklärt Ian Holmes, Chef der Formel-1-Medienrechte. "Nach unseren jüngsten Vereinbarungen in der Region sind die neuesten Entwicklungen eine wichtige Möglichkeit, um die Formel-1-Fanbase wachsen zu lassen und unser Engagement zu verstärken."

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