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Turboschaden am Dienstag: Fehlstart für Renault

Der Start in die Wintertests ist für Renault endgültig verpatzt: Ein Turboschaden sorgt am Dienstag für ein vorzeitiges Ende - Jolyon Palmer fehlen fast die Worte

(Motorsport-Total.com) - Die Zuverlässigkeit ist zu Beginn des Formel-1-Jahres 2016 weiterhin die große Achillesferse von Renault. Auch am Dienstag sorgte ein Technikdefekt auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya für ein vorzeitiges Testende beim französischen Werksteam. Um 14:35 Uhr rollte Jolyon Palmer Ausgangs von Kurve 2 mit einem Turboschaden aus, womit der Tag für ihn nach 42 Runden gelaufen war (alle Geschehnisse das Tages zum Nachlesen im Live-Ticker). Bereits gestern war der Brite aufgrund von Softwareproblemen nur wenig zum Fahren gekommen.

Jolyon Palmer

Nichts geht mehr: Ein Turboschaden legte Jolyon Palmers Renault lahm Zoom

"Das ist sicherlich kein guter Auftakt der Wintertests", muss Palmer eingestehen. "Heute konnten wir unser Programm zunächst ohne große Probleme abarbeiten, doch plötzlich hatten wir ein gewaltiges (Problem; Erg. d. Red.). Es lief heute ganz gut, bis auf einmal Schluss war. Hoffentlich können wir es beheben, damit Kevin an den nächsten beiden Tagen viele Runden fahren kann." Teamkollege Kevin Magnussen übernimmt am Mittwoch und Donnerstag das Steuer des R.S.16.

Mit nur 79 Runden an den ersten beiden von acht Testtagen fuhr Renault so wenige Kilometer wie kein anderes Team, selbst Neueinsteiger Haas und Manor waren deutlich zuverlässiger. Palmer ist jedoch bemüht, die Probleme zu relativieren. "Vor dem Test nimmt man sich vor, 100 Runden am Tag zu fahren, aber der erste Tag kann immer problematisch sein. Und die Schwierigkeiten von gestern haben uns heute nicht geholfen. So stehe ich nach zwei Tagen bei 79, aber so ist es."

Doch zwischen den Zeilen ist dem Briten anzumerken, wie desillusioniert er nach dem verpatzten Start in seiner erste Formel-1-Saison als Stammfahrer ist. Mühsam sucht Palmer nach Worten, die das neue Auto in ein positives Licht rücken. "Es war gut, einen ersten Eindruck vom Auto zu bekommen, und der war durchaus zufriedenstellend. Grundsätzlich hat sich das Auto... (kurze Pause; Anm. d. Red.) gut angefühlt."

Doch offensichtlich ist nach den ersten beiden Tagen, dass die Zuverlässigkeit bei Renault weiter eine Schwachstelle ist. Dabei war sicherlich auch nicht hilfreich, dass die Übernahme von Lotus erst Ende 2015 beschlossen und damit beim Einbau der Renault-Antriebseinheit in das ursprünglich für den Mercedes-Antrieb entworfene Chassis Kompromisse gemacht werden mussten. "Da können solche Probleme auftreten. Es ist nur schade, dass sie so früh aufgetreten sind", meint Palmer, der jedoch beteuert: "Wir wissen eine Lösung und müssen uns nicht am Kopf kratzen."

Insgeheim wünscht sich Palmer, der morgen noch in Barcelona an der Strecke sein wird und sich am Donnerstag im Simulator in Enstone auf die nächste Testwoche vorbereiten wird, dass Teamkollege Magnussen und nicht er an den ersten beiden Testtagen zum Einsatz gekommen wäre. "Es ist zwar schön, die ersten Runden mit einem neuen Auto zu fahren, aber er wird in dieser Woche sicherlich mehr Runden fahren als ich. Falls nicht, wäre das ein wirklich schrecklicher Start."

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