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Trulli: Die Formel 1 bringt sich um

Toyota-Pilot Jarno Trulli ist nach den neuesten Regeländerungen entsetzt: "Viele negative Faktoren, keine positiven" - Kritik auch von Mark Webber

(Motorsport-Total.com) - Die vom FIA-Weltrat verabschiedeten Regeländerungen werden von vielen Mitgliedern des Formel-1-Zirkus kritisiert. Michael Schumacher hält die jüngste Reform bezüglich der Vergabe des Titels an den Fahrer mit den meisten Rennsiegen für nicht nachvollziehbar, Fernando Alonso und Mark Webber schüttelten ebenfalls mit den Köpfen. Lautstarke Kritik ist von Jarno Trulli zu hören. Der Italiener nahm in der Zeitung 'La Stampa' kein Blatt vor den Mund.

Jarno TrulliMonza, Autodromo di Monza

Jarno Trulli hat seinem Unmut über die neuen Formel-1-Regeln Luft gemacht Zoom

"Es scheint, als wollte die Formel 1 sterben", sagte der Toyota-Pilot, "und wir müssen uns dann in anderen Rennserien umschauen." Nach Ansicht des Italieners beinhalte die neue Regelung die große Gefahr, dass der Kampf um die Krone schon frühzeitig innerhalb der Saison entschieden werde. Insgesamt erkenne er bei den von der FIA beschlossenen Neuregelungen "viele negative Faktoren und keine positiven".#w1#

"Es ist ja richtig, wenn man der Öffentlichkeit mehr bieten möchte und die Show verbessern will", so Trulli weiter, "aber das darf doch nicht den Geist der Formel 1 dermaßen angreifen. Ich bin sehr, sehr besorgt." Red-Bull-Pilot Webber sieht die neue Bewertung von Rennsiegen nicht ganz so kritisch, hat aber mit der geplanten - halbherzigen - Budgetlimitierung seine lieben Sorgen. Nach Ansicht des Australiers werde sich ab 2010 möglicherweise eine regelrechte Zweiklassen-Gesellschaft bilden.

Nach den Plänen der FIA können sich die Teams ab 2010 entscheiden, ob sie eine Budgetobergrenze von rund 33 Millionen Euro akzeptieren und gleichzeitig mehr technische Freiheiten genießen, oder ob sie mehr Geld ausgeben möchten, dann aber technisch eingeschränkt agieren müssen. "Das ist so, als wenn Coventry in der Premierleague mit 30 Spielern gegen Manchester United antreten darf, die aber nur nur elf Spieler einsetzen dürfen", kommentierte Webber in der 'BBC'.

Der Australier malte ein zweites Bild, um die Situation aus seiner Sicht darzustellen: "Nehmen wir an, beim Tennis wird für dich das Netz abgesenkt, weil du einen schlechteren Schläger hast. Bei deinem Gegner wird das Netz dann wieder hochgezogen. Manchmal kann ich die Wege in der Formel 1 nicht nachvollziehen. Wenn man gute Leistungen zeigen will, dann muss man doch die Gewissheit haben, dass alle mit den gleichen Mitteln kämpfen. Erst dann kann ich einschätzen, ob ich wirklich besser war."

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