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  • 30.08.2022 · 13:42

  • von Adam Cooper, Co-Autor: Kevin Hermann

Trennung von Ferrari-Akademie: Mick Schumacher vor Formel-1-Aus?

Mick Schumacher wird nach der Saison nicht mehr Teil der Ferrari-Akademie sein, womit ein Haas-Verbleib unwahrscheinlich ist - Williams der letzte Strohhalm?

(Motorsport-Total.com) - Mick Schumacher und Ferrari werden nach Ablauf der Saison 2022 getrennte Wege gehen, was bedeutet, dass der Deutsche auf der Suche nach einem Formel-1-Sitz für 2023 ein freier Agent sein wird. Schumachers ursprünglicher Vertrag mit der Ferrari Driver Academy wird nach dieser Saison ein "natürliches Ende" finden, wie eine Quelle sagt.

Mick Schumacher, Pierre Gasly

Mick Schumacher auf der Strecke in Belgien Zoom

Obwohl es keine Bestätigung seitens des Teams gibt, wird im Fahrerlager angenommen, dass Schumacher nicht für eine dritte Saison 2023 beim Haas-Formel-1-Team fahren wird. Antonio Giovinazzi gilt derzeit als Favorit auf den Platz neben Kevin Magnussen.

Zu den verbleibenden freien Plätzen in der Startaufstellung gehören Alpine und Williams, wobei Schumachers enger Freund Esteban Ocon ihn als Kandidaten für das erstgenannte Team unterstützt. Beim französischen Team steht jedoch aktuell Pierre Gasly in der Poleposition, wie man hört.

AlphaTauri-Cockpit für Schumacher unwahrscheinlich

Schumacher wurde auch mit einem Platz bei AlphaTauri in Verbindung gebracht, obwohl sich Colton Herta als wahrscheinlicherer Kandidat herausgestellt hat, sollte der Platz von Gasly frei werden.

Es besteht somit die Möglichkeit, dass Schumacher in den kommenden Tagen bei der Neuordnung des Fahrermarktes den Kürzeren zieht, sodass Deutschland möglicherweise ohne einen Fahrer in der Startaufstellung für 2023 dasteht, es sei denn, Schumacher oder Nico Hülkenberg würden überraschend doch noch bei einem anderen Team unterkommen.

Schumachers Beziehung zu Ferrari begann vor seiner ersten Formel-2-Saison 2019, als er als Mitglied der Ferrari Driver Academy wurde, nachdem er im Vorjahr die Formel-3-Europameisterschaft gewinnen konnte. Er schloss sich damals einer starken Gruppe an, zu der auch Callum Ilott, Marcus Armstrong, Robert Schwarzman und Enzo Fittipaldi gehörten.

Binotto stellt klar: Mick nicht wegen Michael in Ferrari-Akademie

Damals betonte das Team, dass die Verbindungen seines Vaters Michael zu Ferrari nicht die treibende Kraft hinter der Entscheidung war, sondern dass er sich die Unterstützung der FDA aufgrund seiner Erfolge in den Nachwuchsklassen verdient hat.

Teamchef Mattia Binotto kommentierte: "Für jemanden wie mich, der ihn von Geburt an kennt, hat es zweifellos eine besondere emotionale Bedeutung, Mick bei Ferrari willkommen zu heißen, aber wir haben ihn wegen seines Talents und seiner menschlichen und beruflichen Qualitäten ausgewählt, die ihn trotz seines jungen Alters bereits auszeichnen."


Fotostrecke: Mick Schumacher: Sein Weg in die Formel 1

Im April 2019 absolvierte er zudem seinen ersten Formel-1-Test im Ferrari SF90 in Bahrain, bevor er am nächsten Tag einen zweiten Einsatz für Alfa Romeo hatte. In den Jahren 2019 und 2020 fuhr er mit Ferrari-Unterstützung für das Formel-2-Team von Prema und krönte sich in seiner zweiten Saison mit dem Titel.

Im September sammelte er weitere Formel-1-Kilometer mit dem 2018er SF71H in Fiorano, bevor er sein erstes FT1 mit Alfa Romeo auf dem Nürburgring bestreiten durfte. Aufgrund des schlechten Wetters kam es jedoch nicht dazu. In Abu Dhabi hatte er schließlich sein erstes offizielles Trainingsouting mit Haas.

Alfa Romeo auch keine Option: Zhou-Verlängerung in Kürze

Die Verbindung zu Ferrari trug dazu bei, dass er für die Saison 2021 einen Platz bei Haas erhielt. Nach einer enttäuschenden ersten Saison mit einem nicht konkurrenzfähigen Auto blieb er auch in dieser Saison dem Haas-Team treu.

Eine Reihe unglücklicher Unfälle machte ihm allerdings das Leben schwer, aber mit einem achten Platz in Silverstone und einem sechsten Platz in Österreich holte er seine ersten Punkte in der Formel 1. Seine Leistungen schwankten während des gesamten Saisonverlaufs jedoch stark.

Schumacher wurde einst als potenzieller Werksfahrer bei Ferrari gehandelt, aber in letzter Zeit hat die Unterstützung für ihn innerhalb des Teams nachgelassen. Da Charles Leclerc und seit kurzem auch Carlos Sainz langfristige Verträge bis Ende 2024 abgeschlossen haben, ist klar, dass für Schumacher kurzfristig kein Platz im Werksteam in Sicht ist.

Außerdem sind Valtteri Bottas und Guanyu Zhou beim zweiten Ferrari-Partnerteam Alfa Romeo etabliert, wobei der chinesische Fahrer in Kürze für 2023 bestätigt werden soll. Im Rahmen der aktuellen Vereinbarung mit Sauber hat der zum Saisonende scheidende Titelsponsor nicht mehr den ersten Anspruch auf einen der Plätze für einen von Ferrari unterstützten Fahrer.