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Traumziel Formel 1

Für viele ist es der große Traum - Ein Job in der Formel 1 kann die Erfüllung sein, doch dafür muss vorher hart gearbeitet werden

(Motorsport-Total.com) - Ein Arbeitsplatz in der Formel 1 ist einer der begehrenswertesten Jobs überhaupt. Auf jede ausgeschriebene Stelle gibt es hunderte bis tausende Bewerber. Der Sport setzt jedoch bestimmte Voraussetzungen an die Interessenten. Nicht jeder ist für die umfangreiche Arbeit geeignet. Es gibt keine leisen Jobs in der Formel 1. Doch wer sich dafür entscheidet, will auch keine Ruhe sondern Erfolge.

Die Streckentemperatur ist ein wichtiger Parameter für die Ingenieure

Spezielle Typen sind gesucht

Donna Byatt arbeitet seit 2006 für Williams. Sie kam von einer Personalagentur und ist nun ein fester Teil im Personalwesen von Williams: "Es war ein einfacher Schritt für mich", beurteilt sie ihren Wechsel in die Formel 1. "Es war die natürlich Folge für mich, diesen Schritt zu gehen. Da mein ehemaliger Arbeitgeber mit Williams zusammenarbeitet, kannte ich die Bedürfnisse des Teams sehr gut."

Nico Rosberg

Die Mechaniker stehen in der Formel 1 oft vor unlösbaren Aufgaben Zoom

"Natürlich half es mir, dass ich all die Leute kannte, die ich hierhin vermittelte. Ich arbeitete zwei Jahre lang eng mit der Personalabteilung zusammen", merkt Byatt an und gibt einen Einblick in die Arbeitswelt: "Die Arbeitskultur in der Formel 1 ist sehr fordernd und schnell. Unsere Mitarbeiter müssen innovativ, dynamisch, flexibel und initiativ sein. Eine gewisse Anpackermentalität ist Grundvoraussetzung."

"Die Einsatzgebiete sind auf die speziellen individuellen Fähigkeiten optimiert", erklärt die Williams-Mitarbeiterin. "Die Fähigkeit zur Teamarbeit ist der Schlüssel." Donnas Arbeit beschränkt sich nicht nur auf das Rennteam. Auch die Hybrid-Abteilung und das Technologie-Center in Katar gehören zu ihren Aufgabengebieten.

"Wir sind ständig auf der Suche nach motivierten Spezialisten, deren Talent auf Weltklasse-Niveau liegt", erzählt Byatt und deutet auf den hohen Anspruch: "Damit stellen wir sicher, dass die Leistung unserer Unternehmen dem höchsten Niveau entspricht."

Ihr Job im Personalwesen ist umfangreich: "Personalbeschaffung, Einarbeitungen, Soziales, Talentfindung, Schulungen, Finanzwesen, Praktikas bis hin zu Events - das ist mein Aufgabenfeld. Die Organisation von Veranstaltungen für Mitarbeiter ist einer der tollsten Bereiche. Da lernen wir die Familien unserer Mitarbeiter, sozusagen deren tägliches Umfeld, besser kennen", gibt Byatt freudig zu.

Interessenten sollten sich im Internet informieren

"Wir erhalten weltweit Bewerbungen. Die Ausschreibungen dafür publizieren wir auf unserer Website oder in Printmedien", erklärt die Personalfrau von Williams. "Wir arbeiten eng mit Randstad (Personaldienstleister; Anm. d. Red.) zusammen, um Stellen in Katar und Großbritannien zu besetzen. Die meisten Bewerbungen erhalten wir über das Internet und Randstad."

Toro-Rosso-Mechaniker

Die Boxencrew entscheidet sehr oft über Erfolg und Misserfolg Zoom

"Normalerweise folgt dann eine Serie von Bewerbungsgesprächen mit speziellen Auswahltests, bei denen wir die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Bewerbers kennenlernen wollen", berichtet Byatt und zieht die Parallelen zu einer konventionellen Stelle: "Diese Prozedur unterscheidet sich nicht wesentlich von der für einen anderen Job. Natürlich übt eine Arbeitsstelle in der Formel 1 einen ganz anderen Anreiz aus."

Das Arbeitsfeld Motorsport ist elitär: "Im Motorsport arbeiten weltweit aktuell etwa 40.000 Menschen", schildert Byatt. Viele Teams haben feste Kontakte zu Universitäten. Bei Williams werden hauptsächlich Studenten von den Unis Oxford Brookes, Southampton, Coventry, Bath, Imperial und Cranfield ausgewählt. Um eine Stelle in einem Formel-1-Team zu Erhalten, empfiehlt sich ein Abschluss mit dem Prädikat 'Upper Division'.

Maschinenbau und Raumfahrt sind die besten Studiengänge, um einen Job in der Formel 1 zu erhalten. Die Bereiche Elektronik und Fahrzeugbau sind ebenso sehr gewichtig. Es gibt zahlreiche Spezialisierungen, wie Werkstoffe oder Materialien.

Jarno Trulli

Jarno Trulli schildert einem Lotus-Ingenieur seine Fahreindrücke Zoom

Wissen in den Kernbereichen Dynamik, Aerodynamik, Mechanik, CAD und Werkstoffkunde ist nützlich. Weiterhin sind Kenntnisse über mechanische und elektronische Steuerungen und Computerprogrammierung von Vorteil. An einem modernen Formel-1-Auto gibt es eine Menge Regelsysteme wie aktive Differenziale, Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung und elektronische Steuerungen für Gas und Bremse. Für einen Job im Motorenbau empfiehlt sich Wissen im Bereich Thermodynamik.

Gelegentlich gibt es für Hochschulabsolventen offene Stellen in den Testeinrichtungen oder im Bereich Aerodynamik. Im letzten Jahr waren unter anderem Positionen als Windkanal-Techniker, Junior Modelldesigner, Junior Aerodynamiker und Junior CFD Aerodynamiker ausgeschrieben. Erfolgreiche Bewerber mussten praktische Erfahrungen durch vorangegangene Projekte oder Hobbys nachweisen. Damit konnte man bereits am Anfang seiner Karriere eine gute Referenz für seinen Lebenslauf erhalten.

Praktischer Erfahrungen sind zwingend

Praktische Erfahrungen sind ebenso essentiell. Aktuell sammeln Studenten zum Beispiel durch die Formel Student und lokale Motorsport-Projekte ihre ersten verwendbaren Erfahrungen. Erfahrungen im Formelsport sind wichtig, ganz egal ob Kart, Formel Ford, Formel 3, Formel Atlantic, Formel BMW oder eine andere Serie. Jedes Auto mit freistehenden Rädern, einer verstellbaren Aufhängung und Slick-Reifen ist gut, um etwas zu lernen. Die Arbeit an Tourenwagen ist okay, lehrt aber nicht das Feingefühl für Aerodynamik und Reifen.

Adrian Sutil

Die Fahrer stehen während den Rennen ständig in Kontakt mit ihren Ingenieuren Zoom

Alternativ zum direkten Einstieg in die Formel 1 kann man auch durch eine Beschäftigung in einer anderen Motorsportart in die Königsklasse rutschen. Es gibt zudem viele weitere Felder, in denen Ingenieure vorher arbeiten können. So kommen beispielsweise in der Raumfahrt bei weitem mehr Leute unter, als in der Formel 1.

Pro Jahr bekommt Williams etwa 8.000 Lebensläufe zugeschickt. Bedenken sollte man, dass die Formel 1 ist mit Sicherheit sehr fordernd ist. Andererseits kann sie aber auch sehr lohnend sein. Es hat sich eine Menge verändert. Durch die vielen Werksengagements hat sich die Größe der Teams verzehnfacht. Dadurch erhöhte sich der Verwaltungsaufwand für die Rennställe erheblich.

Einfache Aufgaben wir das Fahren eines Team-LKW oder Hilfsarbeiten für die Mechaniker sind eine weitere Chance. Wenn man damit anfängt ist es später leichter, wenn man plötzlich wieder eine einfache Aufgabe übernehmen muss. Für Nicht-Europäer ist es zudem wichtig, die Kultur zu verstehen. Die meisten Teams haben keine Zeit, sich auf jeden Einzelnen anzupassen. Man muss sich hier gut einfügen können.

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