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Testfahrer-Cockpits heiß umkämpft

Schnell sein alleine reicht schon längst nicht mehr, um in die Formel 1 zu kommen

(Motorsport-Total.com) - In Zeiten in denen nicht nur die Formel 1 boomt und sich stetig steigender Zuschauerzahlen erfreut, steigt auch das Interesse bei den in auf die Königsklasse vorbereitenden Serien fahrenden Piloten an der Formel 1. Egal ob man in der Formel Renault, Formel 3, Formel 3000 oder sogar im Kart-Sport nachfragt, überall heißt es, dass die Königsklasse des Motorsports das Ziel sei.

Ein McLaren-Pilot beim Test

Die Teams können sich vor Testfahrern kaum noch retten Zoom

Der Weg in die Oberliga des europäischen Rennsports führt zuweilen über verschiedene Mittel und Wege. Einerseits war eine finanzielle Mitgift in Form einiger potenter und zahlungswilliger Sponsoren schon immer hilfreich, andererseits bedurfte es auch immer eines gewissen Talentes. Die Verpflichtung von Takuma Sato bei Jordan zeigt aber, dass Talent alleine nicht mehr ausreicht, sondern auch umfangreiche Testerfahrungen bei den Formel-1-Teams hoch im Kurs stehen. Eine Hürde, an der zuletzt Justin Wilson, der Gewinner der Internationalen F3000 Meisterschaft, scheiterte.

Auf Grund des Testverbotes, welches seit dem Japan-Grand-Prix bis zum Ablauf des Jahres gilt, werden alle Teams im neuen Jahr eine Menge Testfahrten nachzuholen haben. Darüber hinaus wurden die bislang geltenden Einschränkungen der Tests während einer Saison durch die FIA aufgehoben, sodass 2002 alle zwölf Rennställe nach Herzenslust, und solange es ihr Budget zulässt, testen können was das Zeug hält.

Dies macht dem Nachwuchs aus den unteren Klassen wieder Hoffnung. Aber prinzipiell werden sich nur die Top-Teams dauerhaft mehrere Testteams leisten können und langfristig wird es so sein, dass die restlichen Teams vielleicht mal ein, zwei Testtage einen der Youngster hinter das Cockpit ihrer Formel-1-Boliden lassen - wenn dieser dafür bezahlt oder sich andeutet, dass es sich um einen "Überflieger" handeln könnte.

Beim BMW-Williams-Team buhlen die F3000-Piloten Antonio Pizzonia und Ricardo Sperafico, welche beide in diesem Jahr schon für die deutsch-englische Allianz testeten, um das zweite Testfahrer-Cockpit, denn mit dem Spanier Marc Gené sicherte sich das Team aus Grove die Dienste des diesjährigen Nummer-1-Testers auch für das kommende Jahr.

Pizzonia selbst weiß nicht so genau ob er oder sein Mitstreiter am Ende das Rennen macht, denn bei ihm gibt es in Sachen Unterstützung durch die Sponsoren noch Klärungsbedarf.

"Wir beide werden das vermutlich in ein paar Tagen wissen. Momentan hängt alles in der Schwebe. Entweder entscheidet sich das Team für ihn oder für mich", äußerte sich Pizzonia zuletzt angesprochen auf die Situation.

Fest steht, dass es einfach zu viele Bewerber und zu wenig freie Cockpits in der Formel 1 gibt. Da bleibt den meisten jungen Piloten mittelfristig nur der Blick über den Atlantik in Richtung anderer (amerikanischer) Rennserien.

Mit Test und Formel 1 erfahrenen Piloten wie Mark Webber, Alexander Wurz und Ricardo Zonta, um nur einige wenige zu nennen, "parken" aber bereits schon jetzt eine ganze Reihe Rennfahrer in der zweiten Reihe der Königsklasse.

Der Österreicher Wurz musste zuletzt feststellen, dass das, was im Fall von Olivier Panis geklappt hatte, der Franzose wurde wegen seiner guten Testleistungen von BAR-Honda verpflichtet, sich nicht unbedingt ein zweites Mal wiederholen muss. So bleibt dem Österreicher dann auch nur die Hoffnung, im kommenden Jahr ein Cockpit für 2003 zu finden, denn mit dem vergleichsweise unerfahrenen Finnen Kimi Räikkönen entschied sich Ron Dennis zuletzt gegen Wurz, welcher weiter "nur" Testfahrer sein wird. Ricardo Zonta hingegen kam in diesem Jahr unverhofft zwei Mal zum Einsatz, hinterließ dabei aber wohl keinen überragenden Eindruck, als dass man ihn aus der Testfahrerrolle "befreit" hätte. Vielleicht brachte er aber auch nicht genügend Sponsorengelder mit oder passte, "team-politisch gesehen", nicht in die Pläne.

Insgesamt geht der Trend in der Formel 1 derzeit dahin, dass die Teams momentan viele junge Fahrer unter Vertrag nehmen, diese dann aber meist gnadenlos durch das Raster fallen und sich der Traum von einem Formel-1-Cockpit für die meisten nicht erfüllt.

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