powered by Motorsport.com

Teams stellen sich hinter Wolff, aber: Wer hat's jetzt bei der FIA angezeigt?

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hat in einer englischen TV-Sendung erstmals zur FIA-Untersuchung gegen Susie und Toto Wolff Stellung genommen

(Motorsport-Total.com) - Wann immer Mercedes Ärger bekommt, wird im Formel-1-Paddock instinktiv vermutet, dass Red Bull dahinterstecken könnte. Und als am Dienstagabend bekannt wurde, dass die FIA-Complianceabteilung wegen des Verdachts auf Weitergabe vertraulicher Informationen gegen Susie und Toto Wolff ermittelt, lag der Schluss nahe, dass jemand aus dem Red-Bull-Lager den Stein ins Rollen gebracht haben könnte.

Titel-Bild zur News: Christian Horner im Interview mit Simon Lazenby von Sky

Christian Horner im Interview mit Simon Lazenby von Sky Zoom

Ein Verdacht, den Red-Bull-Teamchef Christian Horner jetzt dementiert: "Wir haben auf der Strecke eine große Rivalität, aber wir haben keinerlei offizielle Beschwerde über Susie oder Toto oder Mercedes bei der FIA eingereicht", sagt er im Interview mit Sky.

Auf Nachfrage, ob diese Antwort für die gesamte Red-Bull-Familie gelte, zum Beispiel auch das Schwesterteam AlphaTauri, betont Horner: "Mit Red Bull hat das nichts zu tun." Und: "Das ist eine Angelegenheit der FIA, die entschieden haben, einen Prozess in die Wege zu leiten."

In einer spannenden Wende der Situation am Mittwochabend wandten sich nach Horners TV-Interview auch andere Formel-1-Teams mit fast wortgleich formulierten und offensichtlich orchestrierten Statements an die Öffentlichkeit, um zu erklären, dass sie keinerlei Beschwerde bei der FIA eingereicht haben.

Nachdem Horner ein solches Bekenntnis für die beiden Red-Bull-Teams abgegeben hatte, folgten auf Social-Media-Kanälen Ferrari, McLaren, Aston Martin, Alpine, Williams, Alfa Romeo (Sauber) und Haas mit offiziellen Erklärungen.

Der Automobil-Weltverband hatte am Dienstagabend eine überraschende Mitteilung verbreitet. In der stand: "Die FIA ist sich der Medienspekulationen bewusst, die sich auf die Behauptung beziehen, dass vertrauliche Informationen von einer FOM-Mitarbeiterin an einen Formel-1-Teamchef weitergegeben wurden. Die Compliance-Abteilung der FIA prüft die Angelegenheit."

Ein Statement, das sich auf einen Bericht im Branchenmagazin BusinessF1 bezieht, das in seiner Dezemberausgabe geschrieben hatte, Susie Wolff stecke ihrem Ehemann im Zuge von "Bettgeflüster" (wörtlich übersetzte Headline) vertrauliche Informationen aus dem Umfeld ihres Arbeitgebers Liberty Media, und Wolff steche umgekehrt vertrauliche Informationen etwa aus Teamchefmeetings durch.

Ein Verdacht, der von allen Beteiligten energisch dementiert wurde, zuletzt auch, in Form eines emotional angelegten Instagram-Postings, von Susie Wolff. Doch Red Bull, das ist Horner wichtig zu betonen, sei nicht der Auslöser der Geschichte gewesen: Man habe "keinerlei Anfragen diesbezüglich bei der FIA oder der FOM gestellt", präzisiert er.

Horner lobt ausdrücklich Wolffs Arbeit als Chefin der F1-Academy, einer Nachwuchsplattform für junge Rennfahrerinnen, um die sie sich seit März 2023 kümmert, und unterstreicht, dass Red Bull dort gleich drei Autos unterstützt - mehr als jedes andere Formel-1-Team, wie er sagt.

"Wir arbeiten eng mit Susie zusammen, die mit der F1-Academy einen großartigen Job macht. Genau wie andere auch waren wir ziemlich überrascht über das Statement am Dienstagabend. Aber es wurde ganz sicher nicht durch uns initiiert", sagt Horner.

Bezugnehmend auf das im Internet viral gegangene Foto, das ihn beim Grand Prix von Abu Dhabi mit Toto Wolff zeigt, gemeinsam in die Kamera lächelnd, meint Horner zudem: "Letztendlich muss es Respekt geben, und was das Mercedes-Team während ihrer dominanten Phase erreicht hat, war phänomenal."

Er unterstreicht: "Sie sind immer noch ein herausragend starkes Team. Wir hatten ein tolles Jahr, und wir haben dieses Jahr nicht viel von Mercedes gesehen - nur mal kurz, am Saisonende. Aber der Respekt muss bestehen, und das Kämpfen sollte sich auf der Rennstrecke abspielen."

Damit geht das Rätselraten, welches gegnerische Team Mercedes bei der FIA angezeigt haben könnte, weiter. BusinessF1 hatte berichtet, dass "einige Teamchefs voneinander unabhängig" bei der FIA ihre Sorge über ein angebliches "Wolff-Leak" zum Ausdruck gebracht haben sollen. Bislang hat sich jedoch niemand öffentlich dazu bekannt, das wirklich getan zu haben.

Neueste Diskussions-Themen

Anzeige

Folge uns auf Twitter