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  • 16.02.2022 · 11:08

  • von Stefan Ehlen, Co-Autoren: Adam Cooper, Jonathan Noble

Teamchef Capito: Williams ist kein Familienbetrieb mehr

Wie Formel-1-Teamchef Jost Capito das traditionsreiche Williams-Team umstrukturiert und wie er die Belegschaft auf die neuen Ziele eingeschworen hat

(Motorsport-Total.com) - Das Williams-Team in der Formel-1-Saison 2022 ist nicht mehr das Williams-Team, wie es viele kennen. So sieht es zumindest Teamchef Jost Capito, der im Zuge der Übernahme durch Dorilton Capital zum britischen Traditionsrennstall stieß und dort auch als Geschäftsführer tätig ist. Und er meint: Es weht nun ein anderer Wind durch die Werkshallen in Grove in England.

Jost Capito mit Mitarbeitern aus dem Formel-1-Team Williams

Jost Capito mit Mitarbeitern aus dem Formel-1-Team Williams (Archiv) Zoom

Doch was genau ist anders bei Williams unter der Regie von Capito? Anlässlich der diesjährigen Autovorstellung erklärte der Teamchef: "Wir haben nicht viele personelle Änderungen vorgenommen, sondern wir haben an den Grundlagen gearbeitet."

Konkret sei es ihm um den "Spirit im Team" gegangen. "Der ist jetzt deutlich besser", meint Capito. "Denn wir haben dem Team seinen Stolz zurückgegeben. Wir akzeptieren es nicht mehr, Letzter zu werden. Wir wollen vorankommen. Und wir arbeiten hart daran, dass uns das auch gelingt. Wir brauchen diese Einstellung, damit wir Freude haben an dieser Aufgabe. Das war das Wichtigste."

Teamchef: Neue Strukturen sorgen für Aufwind bei Williams

Nach der Null-Punkte-Saison 2020 und dem letzten Platz in der Konstrukteurswertung habe die Saison 2021 mit besseren Ergebnissen für ein Aufatmen bei Williams gesorgt. "Dass wir um Punkte gekämpft und diese Punkte auch gewonnen haben, hat die Moral im Team und im gesamten Unternehmen nochmal deutlich angehoben, genau wie das Podium in Spa. Das war das Tüpfelchen auf dem i", sagt Capito.

Parallel dazu seien "neue Prozesse und andere Strukturen" etabliert worden, ins Detail geht der Williams-Teamchef dabei aber nicht. Capito meint nur: "Wir haben die Kommunikation in der Firma verbessert und Werte und Verhaltensweisen definiert, wie wir sie in unserem Unternehmen vertreten wollen. Und so ist aus einem Familienbetrieb eine gut strukturierte technische Firma geworden."


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Capito will das aber nicht als Seitenhieb auf das Lebenswerk von Frank Williams verstehen. Er betont: "Wenn man zu Williams stößt, hat man vor allem großen Respekt. Es ist ein Team mit einer so großen Historie, mit so vielen herausragenden Erfolgen."

Welche "Altlasten" Williams noch immer hemmen

Doch nun gelte es, dieses so traditionsreiche Formel-1-Team in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Und das werde nicht über Nacht gelingen, so Capito: "Ausgehend von 2020 wird es dauern, bis das Team da steht, wo wir hinwollen. Das kriegt man nicht in einem Jahr geschafft. Und es muss noch mehr passieren als das, was bisher schon passiert ist."

Was Williams weiterhin schwäche, sei der Umstand, dass das Team über Jahre hinweg weniger gut finanziert gewesen sei als die Konkurrenz. Erschwerend hinzugekommen sei 2021 die Budgetobergrenze, welche die Ausgaben eines Formel-1-Rennstalls deckelt. "Das schränkt uns zusätzlich ein", sagt Capito.


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Mit welchen Zielen also geht Williams in die Saison 2022? Capito formuliert es vage: "Jeder beginnt beim neuen Auto bei null und es ist schwer zu sagen, wer zu Beginn wie gut klarkommt. Fortschritt bedeutet daher für uns, wie wir uns im Vergleich zu unseren Wettbewerbern steigern können."

Dabei helfen soll auch neues Personal. Und wenn Capito selbst von wenigen personellen Änderungen spricht, einige Spitzenkräfte hat er sehr wohl ins Team geholt, darunter Francois-Xavier Demaison als Technischen Direktor und Sven Smeets als Sportdirektor. Mit beiden hatte Capito bereits erfolgreich beim Volkswagen-Projekt in der Rallye-WM (WRC) zusammengearbeitet.

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