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Susie Wolff sicher: Frauen drängen in den Sport

Susie Wolff sieht die Rolle von Frauen im Sport als aufsteigend und weiß, dass sie es dennoch noch schwer haben: Die Schottin will im Motorsport Türen öffnen

(Motorsport-Total.com) - Motorsport ist und bleibt (noch) eine Männerdomäne. Zwar gibt es in einigen Kategorien erfolgreiche Frauen zu bestaunen, doch vor allem die Spitzenserien wie die Formel 1 sind fast ausschließlich mit männlichen Sportlern besetzt. Noch ist es jedes Mal eine große Schlagzeile, wenn Teams eine Susie Wolff, eine Carmen Jorda oder eine Maria de Villota verpflichten, doch Susie Wolff sieht die Frauen im Kommen - und zwar in allen Sportarten.

Susie Wolff

Susie Wolff hat dem Aufschwung von Frauen im Sport erkannt Zoom

Die Fußball-WM der Frauen in Kanada habe gezeigt, dass auch weibliche Sportlerinnen eine gute Rolle spielen können, und im Motorsport sei das keine Ausnahme. Aktuell gilt die Schottin bei Williams als eine Vorreiterin ihrer Zunft, doch das soll nur der Anfang sein: "Der nachhaltige Fortschritt wird aber erst dann erreicht sein, wenn es nicht mehr als ungewöhnlich gilt, Frauen auf der Rennstrecke (auch gewinnen) zu sehen", meint sie gegenüber 'Autosport'.

Der Motorsport ist eine der wenigen Domänen, in denen Frauen nicht per se einen Nachteil haben, denn am Ende kommt es vor allem auf die Leistung des Autos an. Körperliche Nachteile existieren kaum, obwohl Frauen im Durchschnitt 30 Prozent weniger Muskelmasse als Männer besitzen. "Beim Test in Barcelona in der Vorsaison habe ich aber eine volle Renndistanz hinter mich gebracht und damit allen gezeigt, dass es möglich ist", unterstreicht Wolff und sagt: "Ich bin der hundertprozentigen Überzeugung, dass es keine physischen Hindernisse für Frauen in der Formel 1 gibt."

Dennoch haben es Frauen im Motorsport aktuell noch schwer. Das beginnt schon ganz unten auf der Karriereleiter. Die prozentuale Anteil der startenden Mädchen ist klein, und den wenigen werden auch noch Vorbehalte entgegengebracht, meint Wolff: "Es steht außer Frage, dass man als Frau anfangs härter arbeiten muss, um sich den Respekt zu verdienen, da manche einen leichten Zweifel daran hegen, dass man dazu auch fähig ist", so die Schottin.


Susie Wolff als Beifahrerin bei Valtteri Bottas

Susie Wolff lässt sich von ihrem Teamkollegen Valtteri Bottas eine Runde um den Kurs von Barcelona mitnehmen. Weitere Formel-1-Videos

Andererseits könne das Dasein als Frau aber auch Vorteile bringen, weiß sie. "Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mein Frau-Sein als Verkaufsargument für meine Karriere genutzt habe. Ich bin eine Frau, ich fahre Rennautos und wenn dies einen Vorteil bezüglich Sponsor-Verträgen und Unterstützung bringt, dann immer her damit; ich werde es so gut wie möglich nutzen." Denn darum gehe es im Rennsport: seinen eigenen Vorteil zu suchen und diesen voll ausschöpfen. "Dies kann neue Türen für mich und auch für andere Rennfahrerinnen öffnen und das ist doch toll!"

Wolff ist sich bewusst, dass sie auf diesem Weg auch den Platz als Entwicklungspilotin bei Williams bekommen habe, betont aber auch: "Danach war es meine Leistung, die meine weiteres Mitwirken gerechtfertigt hat." Ob es irgendwann einmal zu einem Renneinsatz in der Formel 1 reicht, bleibt abzuwarten, doch zumindest will sie den weiteren Weg für Frauen ebnen: "Sollte ich nicht die Frau sein, die es schafft, dann möchte ich zumindest der Person, die es einmal schaffen wird, helfen."

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