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Südkorea: Formel-1-Zukunft in Gefahr

Der Veranstalter des Grand Prix von Südkorea ächzt unter der hohen Renngebühr und droht mit dem Aus für das Rennen, sollte Bernie Ecclestone den Preis nicht reduzieren

(Motorsport-Total.com) - Der Grand Prix von Südkorea spaltet die Formel 1: Die großartige Rennstrecke zählt für viele zu den besten neuen Kursen im Kalender, dennoch lässt das Umfeld zu wünschen übrig. In den Hospitality-Gebäuden, die den Teams zur Verfügung gestellt werden, wurden bei der Ankunft teils Lebensmittel von der Formel-1-Premiere aus dem Vorjahr gefunden, zudem befindet sich der Kurs in einer "toten" Gegend.

Der Grand Prix von Südkorea kämpft bereits im zweiten Jahr ums Überleben Zoom

Auch die Zukunft des Rennens scheint nun in Gefahr: Nach den enormen Verlusten im Vorjahr wurde mit Park Won-Hwa ein neuer Promoter installiert, der nun versucht, die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Sein Ziel ist es nun, den Vertrag mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone neu zu verhandeln, um eine niedrigere Grand-Prix-Gebühr bezahlen zu müssen.

KAVO will neu verhandeln

Er ist der Meinung, dass der ursprüngliche Vertrag zu hoch angesetzt war, wie er gegenüber 'Autosport' erklärt: "Wir brauchen aber die Kooperation von Herrn Ecclestone. Wir wollen auf jeden Fall mit weitermachen, denn es ist eine große Veranstaltung, auch wenn wir Verluste machen. Wir wollen dieser Region durch die Veranstaltung Momentum geben, die Wirtschaft antreiben, das Image verbessern und auch den landwirtschaftlichen Hintergrund verändern."

"Wir brauchen die Kooperation von Herrn Ecclestone." Park Won-Hwa

Ecclestone sei bereits über die aktuellen finanziellen Schwierigkeiten informiert worden, meint der Cheforganisator der Korea Auto Valley Operation (KAVO): "Ich hoffe, er ist kooperativer." Was aber passiert, wenn der Formel-1-Boss auf den Wunsch nicht näher eingeht? "Es ist zu früh, das zu kommentieren", gibt sich Park bedeckt. Dennoch stimmt er zu, dass die Zukunft des Grand Prix davon abhängt: "Ja, das ist richtig, aber wir wollen weitermachen."

Was wird aus der geplanten Stadt?

Ursprünglich hatte man geplant, im letzten Streckenabschnitt eine Stadt aus dem Boden zu stampfen. Seit dem Vorjahr ist aber diesbezüglich nichts passiert. Der Cheforganisator gibt zu, dass die Pläne vorübergehend gestoppt wurden. "Wir wollen, wie ursprünglich geplant, die zweite Entwicklungsphase einleiten", spielt er auf den Bau der Stadt, der Büros und der Marina an. "Das wird aber noch dauern. Es handelt sich um ein langfristiges Projekt. Derzeit ist das Projekt in der Warteschleife. Wir hoffen, dass es von der Landesregierung finanziert wird, aber sie kann nicht alles auf einmal machen. Wir sehen uns nach Investoren um - wenn es ausländische Investoren gibt, dann wäre das umso besser."

"Wir sehen uns nach Investoren um - wenn es ausländische Investoren gibt, dann wäre das umso besser." Park Won-Hwa

Viele Fahrerlager-Mitglieder hatten den Eindruck, als wäre die Zeit auf dem Kurs in Südkorea seit der Premiere im Vorjahr stillgestanden. Doch Park behauptet, dass die Strecke durchaus genutzt wurde. "Wir nutzten sie dieses Jahr, wenn ich mich nicht täusche, an 80 Tagen. Im Winter können wir sie nicht verwenden, aber ab dem frühen März und an den meisten Wochenenden wurde sie von heimischen Rennställen, heimischen Autoherstellern und Reifenherstellern genutzt." In Zukunft will man aber neben der Formel 1 auch zumindest "zwei internationale Rennen", austragen.

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