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  • 20.06.2005 · 03:41

  • von Nimmervoll/Stracke

Stoddart fordert Mosley zum Rücktritt auf

Im Zuge der gestrigen Farce in Indianapolis fordert Minardi-Teamchef Paul Stoddart FIA-Präsident Max Mosley zum Rücktritt auf

(Motorsport-Total.com) - "Wir sagen, dass wir für die amerikanischen Fans und für den Sport ein Rennen fahren wollen. Wir wollen schließlich kein politisches Desaster", so Minardi-Teamchef Paul Stoddart vor dem gestrigen Grand Prix der USA in Indianapolis. Obwohl Bridgestone-Partner, setzte sich der Australier sehr für ein Showrennen mit allen 20 Autos ein, bei dem die Michelin-Teams keine WM-Punkte hätten sammeln können. Dass die dafür notwendige Schikane in der Steilkurve nicht installiert wurde, ärgert ihn maßlos.

Paul Stoddart

Paul Stoddart polterte nach dem Rennen wieder einmal gegen Max Mosley

"Das war kein Rennen, das war eine Farce. Die Punkte bedeuten mir überhaupt nichts. Wir haben sie nicht verdient", erklärte er in einer ersten Stellungnahme nach dem Rennen, in dem seine Piloten Christijan Albers und Patrick Friesacher die Plätze fünf und sechs belegt hatten. "Wir hätten mit 20 Autos und einer Schikane fahren müssen. Heute Morgen stand das auch zur Diskussion. Es wäre genug Zeit dafür gewesen, aber ein paar Leute haben es wieder einmal geschafft, dass es nicht dazu gekommen ist."#w1#

"Heute kann sich wirklich niemand freuen. Den Schaden, den ein oder zwei Leute heute mit ihren Entscheidungen angerichtet haben, kann man in Nordamerika vielleicht nie wieder reparieren. Ich glaube, dass wir dem Sport auch global Schaden zugefügt haben", stichelte Stoddart gegen FIA-Präsident Max Mosley, der mit seinem Veto letztendlich das Rennen verhindert hatte.

"Es würde mich nicht wundern, wenn sie uns hier nicht mehr haben wollen", fuhr er fort. "Mit der Schikane hätten 20 Autos am Rennen teilgenommen, aber Max Mosley hat gesagt, dass es kein Rennen mit einer Schikane geben kann. Neun von zehn Teams haben zugestimmt, ohne Vergabe von WM-Punkten mit einer Schikane zu fahren, aber wie wir wissen, ist es im Endeffekt nicht dazu gekommen."

"Das Problem wurde ausgelöst von Michelin, aber die Lösung lag in den Händen von Max Mosley und den Teams. Neun von zehn Teams haben zugestimmt, die Politik beiseite zu lassen und ein Rennen zu fahren, aber Max muss mir jetzt einmal erklären, welche Gründe er hat, dass er das nicht zuließ. Ferrari hat nur gesagt, dass sie damit nichts zu tun haben wollen, weil es nicht ihr Problem ist - aber es ist auch ihr Problem, denn es ist ein Problem der Formel 1", so Stoddart.

Dass die Schikanen-Lösung nicht akzeptiert wurde, versteht er nicht: "Das Resultat wäre genau dasselbe gewesen, aber der Sport wäre über der Politik gestanden. In jedem anderen Geschäft und in jedem anderen Sport würde so eine Farce den Rücktritt des Präsidenten zur Konsequenz haben. Was heute passiert ist, hat der Formel 1 großen Schaden zugefügt, aber es hätte nicht passieren müssen", so der 50-Jährige.

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