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Senna-Bezwinger erinnert sich: "Er fuhr nicht alles in Grund und Boden"

Peter de Bruijn schnappte Ayrton Senna einst den WM-Titel im Kart weg und förderte viele spätere Formel-1-Stars - Er behauptet: Max Verstappen sei von seinem Schlag

(Motorsport-Total.com) - Der Name Peter de Bruijn sagt Ihnen gar nichts? Kein Wunder. Denn der 61-jährige Niederländer ist mehr für die Talente bekannt, denen er den Weg zu Weltruhm geebnet hat, als für seine eigene Laufbahn im Motorsport. Zu Unrecht - obwohl er von Kimi Räikkönen über Valtteri Bottas bis hin zu Max Verstappen zahlreiche künftige Stars als Kinder und Teenager unter seinen Fittichen hatte.

Ayrton Senna

Ayrton Senna im Kart nur "Top 10": Er lehrte niemandem das Fürchten Zoom

De Bruijn wurde 1980 Kart-Weltmeister und schlug auf dem Weg zum Titel einen gewissen Ayrton Senna im harten Zweikampf. Das genaue Datum, an dem er den Triumph eintütete, hat er nicht mehr im Kopf. "Ich erinnere mich sonst an alles, als sei es gestern gewesen", sagt de Bruijn im Interview mit 'Motorsport-Total.com', "trotzdem sind es oft andere, die es mir ins Gedächtnis rufen."

Er hätte damals nicht geglaubt, dass Senna später eine Formel-1-Legende werden würde, meint de Bruijn: "Er war einer von zehn Topfahrern, die es damals gab. Es war nicht so, dass alle hätten einpacken müssen, wenn er auf die Strecke gefahren ist." Vielmehr als durch Talent hätte sich der junge Brasilianer durch eiserne Nerven im Qualifying und einen enormen Kampfgeist ausgezeichnet.

Max Verstappen, Jos Verstappen

Max Verstappen und sein Vater Jos am Rande eines Laufs zur Kart-WM Zoom

Hart aber fair sei Senna gewesen, besonders zu sich selbst. "Ich erinnere mich, dass er verletzt war und ins Kart getragen werden musste", meint de Bruijn und beschreibt seinen Rivalen von einst als einen "wirklich netten Kerl" und einen "guten Menschen" - was erst nach seinem Tod 1994 richtig deutlich geworden wäre, weil Senna sein humanitäres Engagement nie an die große Glocke hing.

Auf der Strecke hätte sich Senna durch seinen besonderen Fahrstil und eine virtuose Fahrzeugbeherrschung ausgezeichnet. "Es ist kein Geheimnis, dass Max (Verstappen; Anm. d. Red.) die gleichen Eigenschaften auf sich vereint", sagt de Bruijn, der den Red-Bull-Piloten aus seiner Zeit im Kartsport kennt und ihm viel zutraut: "Hoffentlich wird er mindestens genauso oft Weltmeister."

Peter de Bruijn

Machte sich als Förderer späterer Stars einen Namen: Peter de Bruijn Zoom

Dass Verstappen für seine harte Gangart in Zweikämpfen häufig kritisiert wird, kann sein alter Förderer nicht nachvollziehen. "Niemand ist frei von Fehlern", findet er und glaubt an eine Hexenjagd. "Es ist wie im Fußball. Spielt ein Team einmal schlecht, wird es doch scheinbar nie wieder gut. So ist es auch Max ergangen, als er in das Kreuzfeuer der Kritik geraten ist. Fälschlicherweise." Verstappen aber hätte das nötige Selbstbewusstsein, solchen Gegenwind an sich abprallen zu lassen.

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