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Sauber präsentiert neuen C37: Was bringt der Alfa-Deal?

Sauber präsentiert seinen neuen Boliden für die Formel-1-Saison 2018: Welche Rolle Hauptsponsor Alfa und Charles Leclerc dabei spielen, die Rote Laterne abzugeben

(Motorsport-Total.com) - Sauber hat seinen neuen Boliden für die Saison 2018 (alle Präsentationen 2018 auf einen Blick) präsentiert, mit dem man die zwei Jahre am Ende des Feldes vergessen machen will: Der unter der Leitung von Technikchef Jörg Zander konstruierte C37 ist das bereits 27. Formel-1-Auto in der Geschichte des Teams, aber er zeigt durch die optische Omnipräsenz des neuen Hauptsponsors Alfa Romeo einen radikalen Bruch mit der Tradition. Der Bolide ist wie bei der Sponsorenpräsentation Anfang Dezember in weinrot und weiß gehalten, aus aerodynamischer Sicht fällt das interessante Design der Nase auf, die mit zwei Löchern links und rechts versehen ist. Der C37 unterscheidet sich deutlich vom Vorjahresmodell.

Stammpilot Marcus Ericsson stellt klar, dass Sauber diese Saison ins Mittelfeld eindringen will: "Wir kämpfen gegen Haas und Toro Rosso, auch wenn einige Rennen sehr unberechenbar sein werden. Manchmal könnten wir vielleicht sogar Renault und Force India herausfordern. Wir wollen in dieser Mittelfeld-Gruppe mitmischen."

Die technische Partnerschaft mit der FIAT-Tochter spült nicht mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr in die Teamkasse, dafür rückt man deutlich näher an Ferrari heran. Das ist überall spürbar: Unter dem neuen Teamchef Frederic Vasseur, der früher das Renault-Team leitete und im Vorjahr Monisha Kaltenborn ersetzte, wurde der bereits abgeschlossene Honda-Motorendeal kurzfristig aufgelöst, dafür erhält man ab dieser Saison wieder die aktuellen Antriebseinheiten aus Maranello, was ein deutlicher Vorteil sein sollte.

Leclerc als Sauber-Glücksfall?

Ferrari-Boss Sergio Marchionne setzte im Gegenzug durch, dass der hauseigene Rohdiamant, Formel-2-Champion Charles Leclerc, diese Saison Pascal Wehrlein ersetzt. Für Sauber womöglich ein Glücksfall, denn der 20-Jährige erwies sich im Vorjahr als der überragende Nachwuchspilot und wird bereits jetzt als möglicher Nachfolger von Ferrari-Stammpilot Kimi Räikkönen gehandelt.


Präsentation Sauber C37: Neue Ära mit Alfa Romeo

Alfa Romeo feiert in diesem Video seine große Motorsport-Geschichte und den Beginn der Partnerschaft mit dem Sauber-Team Weitere Formel-1-Videos

Der Monegasse, der das Team von einigen Freitag-Trainings im Vorjahr kennt, ist voll motiviert, bei Sauber sein Talent zu beweisen und sich für höhere Aufgaben zu empfehlen - das kann der Truppe aus Hinwil, die 2017 nur fünf WM-Punkte ergatterte, nur recht sein. Zweiter Pilot bleibt der inzwischen 27-jährige Schwede Ericsson, der nach wie vor den Rückhalt der schwedischen Teameigentümer genießt, aber dieses Jahr neben Leclerc vor einer harten Saison steht. Der zweite Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi ging bei der Cockpitvergabe leer aus.

Interessant wird sein, wie weit die Alfa-Romeo-Partnerschaft des Sauber-Teams, das gerade mit der Uhrenmarke Richard Mille, Sonnenbrillen-Hersteller Carrera, Sportartikelproduzent Kappa und Telekom-Anbieter Claro vier neue Sponsoren präsentiert hat, tatsächlich gehen wird.

Verliert Sauber seine Unabhängigkeit?

Die italienische Kultmarke, die inzwischen sogar das Teamlogo stellt, wird zwar als technischer Partner inszeniert, dabei hat man in den eigenen Reihen kaum Personal mit Formel-1-Know-how. Vielmehr geht es Ferrari-Boss Marchionne darum, Sauber in den kommenden Monaten im bevorstehenden Streit um die neuen Formel-1-Verträge mit Liberty Media für die Zeit ab 2021 politisch zu instrumentalisieren, denn die Scuderia droht bereits seit einiger Zeit mit einer Piratenserie.

Da Sauber auch das Getriebe aus Maranello bezieht, ist man von Ferrari abhängig, denn kurzfristig kann man keine Getriebeabteilung aus dem Boden stampfen. Die Scuderia bietet auch an, nach dem Haas-Modell weitere Komponenten zu liefern.

Für Sauber stellt die Frage, ob man das Angebot annehmen soll, eine Gratwanderung dar: Mit Ferrari-Know-how wäre man zwar konkurrenzfähiger, würde aber auch als eines der letzten verbleibenden Traditionsteams der Formel 1 seine Unabhängigkeit aufgeben. Dabei hat man nach wie vor einen der besten Windkanäle der Formel 1 in Hinwil.

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