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Sauber gibt noch nicht auf: Hoffen auf den erlösenden Punkt

Marcus Ericsson und Felipe Nasr sind sich der Konsequenzen bewusst, die der letzte Platz in der WM nach sich zieht - Manor sieht sich an diesem Wochenende näher dran

(Motorsport-Total.com) - Wenn Manor der Nico Rosberg der Hinterbänkler sind, dann sind Sauber der Lewis Hamilton. Den Schweizern traut man eigentlich mehr zu, als der Konkurrenz und dennoch liegen sie diesem einen wichtigen WM-Punkt zurück. Nun müssen sie in einer spannenden Schlussphase der Saison versuchen, sich vor dem letzten Konstrukteursplatz zu retten. Die Leistungskurve zeigt schon mal nach oben. Aber auch Rivale Manor wittert Morgenluft.

Pascal Wehrlein, Felipe Nasr

Auch die Hinterbänkler liefern sich noch ein heißes WM-Duell Zoom

"Vor Sauber zu sein, ist immer das Ziel. Aber dieses Wochenende ist es realistischer als in Austin", droht Pascal Wehrlein. "Ich war auch dort knapp vor einem der beiden, aber hier wollen wir beide hinter uns lassen. Die Chance existiert, glaube ich."

Wehrlein war in Spielberg auf Rang zehn gelandete und platzierte sein Team damit vor Sauber. Die Schweizer drohten bereits früh kein Land mehr zu sehen. Doch mit dem Einstieg des Investors Longbow kamen nach der Sommerpause Updates, Leistung und die Hoffnung zurück.


Fotos: Sauber, Großer Preis der USA


"In den letzten Rennen konnten wir wirklichen einen Schritt in die richtige Richtung gehen", meint Ericsson. "Das hat eigentlich schon in Singapur angefangen. Wir kommen in jedem Rennen näher an die Top 10 heran - im Qualifying, wie auch im Rennen. In Austin hatten wir wieder ein gutes Wochenende. In Q1 konnte ich Platz 14 aus reiner Pace heraus erreichen. Im Rennen lagen wir lange auf Rang elf, bis ich Probleme mit den Reifen bekam und zurückfiel."

Den USA-Grand-Prix beendete der Schwede schließlich als 14. Drei zwölfte Plätze von ihm und einen von Teamkollegen Nasr gehören zu den besten Ergebnissen, die Sauber in dieser Saison einfahren konnte. "Als Team haben wir hart daran gearbeitet, in die richtige Spur zu kommen", so Ericsson. "Auch die Updates, die wir am Auto gebracht haben, funktionieren immer besser. Wir müssen jetzt aber auch so weitermachen und uns an diesem letzten drei Wochenenden maximal anstrengen."

Einen, besser noch zwei Punkte - das klingt nicht nach einer großen Herausforderung. Aber die Fahrerpaarung weiß genau, was sie aus ihrem Auto rausholen können - und was nicht. "Von der reinen Pace her wird es schwierig", räumt Ericsson ein. "Uns fehlen immer noch ein paar Zehntelsekunden, um den Kampf um die Top 10 wirklich aufnehmen zu können. Wenn es in einem Rennen viele Ausfälle oder Ähnliches gibt, sollte das eine Möglichkeit für uns sein. Dann müssen wir da sein und sicherstellen, dass wir so weit vorne wie möglich fahren, wenn eine Überraschung passiert."

Und doch könnte es am Ende nicht reichen - auch darüber ist sich das Team bewusst. Und dann gebe es am Ende des Jahres wieder um einiges weniger Gewinnausschüttung für die ohnehin nicht reichste Mannschaft im Zirkus. "Ich, mein Team und mein Teamkollege Marcus werden alles dafür geben, dass das nicht eintritt", sagt Nasr. "Realistisch betrachtet haben wir nicht das Auto, um in den Top 10 zu landen - da müssen schon einige Faktoren zusammenkommen. Von unseren Möglichkeiten her würde ich sagen: Warum nicht in Brasilien? Die durchwachsenen Bedingungen, die wir dort oft haben, könnten uns entgegenkommen. Wenn wir keine Punkte mehr holen könne, müssen wir aber auch damit leben. Wir denken auch darüber nach."

Die Konkurrenz schläft jedenfalls nicht. Trotz starkem Mercedes-Motor hat Manor im direkten Vergleich eigentlich nichts gegen die Ferrari-angetriebenen Sauber auszurichten - vor allem nicht seit deren Aufschwung. Das britische Team war im vergangenen Jahr auch gerade erst wieder auf die Beine gekommen, nachdem sie 2014 wegen eines Insolvenzverfahrens vorzeitig die Reißleinen ziehen mussten. Aber: Im Spannenden WM-Duell haben sie die Verteidigung- und damit vermutlich auch die bessere Position.

In Mexiko-Stadt wollen sie sich an diesem Wochenende jedenfalls wehren. "Es hat zwar ein paar Kurven hier, aber die meisten davon sind nicht so schnell", erklärt Wehrlein. "Das bereitet mir kein Kopfzerbrechen. Wir wollen unbedingt vor Sauber bleiben, und hier sollten wir von den restlichen Rennen die besten Voraussetzungen haben. Renault ist merkwürdig: Manchmal sind sie richtig schnell, dann wieder nirgends. Aber in Relation zu Sauber wissen wir meistens schon vor dem Wochenende, wo wir ungefähr stehen. Und hier wollen wir vor ihnen sein."