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Sauber fuhr halbe Saison auf veraltetem Fahrzeugstand

Monisha Kaltenborn beschreibt, wie dramatisch die Situation um Sauber wirklich gewesen ist: So kam das fertig entwickelte Auto lange Zeit gar nicht zum Einsatz

(Motorsport-Total.com) - Obwohl die Formel-1-Saison 2016 für das Sauber-Team sportlich alles andere als erfreulich verlief, war das Jahr ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Rennstalls. Peter Sauber und Monisha Kaltenborn konnten die Zukunft von Saubers Lebenswerk gewährleisten. Der Verkauf an Longbow Finance hat im Juli den Standort Hinwil gerettet. Wie dramatisch die Situation wirklich gewesen ist, beschreibt Kaltenborn jetzt: Es gab nicht einmal mehr Geld, das fertig Auto auf die Strecke zu bringen.

Felipe Nasr

Zu Saisonbeginn wie hier in Bahrain fuhr Sauber auf einem veralteten Stand Zoom

"Wir wussten von Anfang an, dass wir mit dem richtigen Auto, das wir für die Saison entwickelt hatten, gar nicht würden fahren können", sagt die 45-Jährige im 'Deutschlandfunk'. "Man kann ja ein Auto entwickeln, aber muss es dann auch auf die Strecke bringen." Und das ist augenscheinlich nicht der Fall gewesen: Sauber fuhr die halbe Saison 2016 mit einem viel früheren Stand der Entwicklung. "Wir sind also bis Mitte des Jahres mit einem Auto gefahren, das gar nicht das wirkliche Auto für die Saison war", konstatiert Kaltenborn. "Daher war es schwierig, die Moral im Team aufrecht zu erhalten."

Mit dem neuen Eigentümer sei dann eine "neue Ära" eingeleitet worden. Die Situation verbesserte sich sofort: In der zweiten Saisonhälfte kam endlich eine verbesserte Version des Sauber C35 zum Einsatz, die eigentlich schon zu Saisonbeginn hätte debütieren sollen. Die Resultate besserten sich und im Chaosrennen von Brasilien holte das Schweizer Team die nötigen Punkte, um noch auf den zehnten Platz in der Konstrukteurswertung zu kommen. "Es galt, das aufzuholen, was noch ging", so die Sauber-Chefin. Das Team beendete eine Serie von 20 punktelosen Rennen im Regen von Interlagos.

"Wir standen kurz davor, dass es uns nicht mehr gegeben hätte." Monisha Kaltenborn

Das Saisonfazit falle bei weitem nicht so negativ aus, wie es die Ergebnisse glauben lassen würden. "Man muss sehen, woher wir kommen", zeigt sie auf. "Wir standen kurz davor, dass es uns nicht mehr gegeben hätte. Das wäre natürlich ganz schlimm gewesen. Wir sind die viertälteste Teammarke in der Formel 1 nach großen Namen wie McLaren, Ferrari und Williams. Es gab noch nie zuvor ein Schweizer Team, wenn es uns nicht gäbe. Und es wird nach uns wahrscheinlich auch keines mehr geben."

Die Situation erinnert an Force India in der Formel-1-Saison 2015, die ihre Saison ebenfalls mit einem früheren Entwicklungsstand beginnen mussten und erst mit einer B-Version des Fahrzeugs Erfolge feiern konnten. Das Manor-Team fuhr die gesamte Formel-1-Saison 2015 sogar mit einem Vorjahresauto durch. Ob sich für Sauber die sportliche Situation 2017 bessern wird, ist nicht sicher. Schließlich wird das Team dann Vorjahresmotoren einsetzen.

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